Zum vierten Mal startete der Iberlinger Wieber-Allefanz mit einem riesigen Kuddelmuddel: Über 100 allefänzige Wieber strömten am Samstag in „den Renker“ und begehrten Platz, Getränk, Speise- aber vor allem gute, närrische Unterhaltung. Es sei gleich verraten und war den fröhlichen Gesichtern abzulesen: von allem gab es reichlich. Unter dem Motto einer Miss-Wahl hatte Frau sich aufgebrezelt und auch die als nützlichen Helfer anwesenden, handverlesenen Herren hatten keine Mühen gescheut, es ihnen gleich zu tun. Elke Renker und ihr Team schafften es diesmal nicht nur, rasch das ganze Chaos in fastnachtlich-geordnete Bahnen zu lenken. Sie präsentierten dem Narrenvolk das erste Überlinger Stadtschlössle und lösten damit frenetischem Beifall der närrischen Wieber aus. In diesem zu Fastnachtszwecken in nur zwei Tagen entstandenen Vorbau an das Weinhaus ließ es sich für das allefänzige Weibsvolk gar vortrefflich Platz nehmen. „Elke und ihr Team haben ein wahres Bütten-Wunder vollbracht“, meinte Barbara Schrader, die die durch den Nachmittag führte. Die 2006 gegründete erste Überlinger Damenkapelle „Cellolitis“ wurde an diesem Nachmittag krankheitsbedingt durch zwei Männer verstärkt. Die Band sorgte für Stimmung und heizte kräftig ein. Das Publikum goutierte das und machte begeistert mit. Das Spendenkörble zugunsten der Überlinger Hospitzstiftung kreiste, denn bei aller Fröhlichkeit sollen die nicht vergessen sein, denen es nicht so gut geht, so Barbara Schrader. Das Publikum erlebte einen stimmungsvollen weiblichen Fastnachtsauftakt mit Biss, Witz und wohl kalkulierten frechen Entgleisungen.

<strong>Saskia Metzler</strong> kam als Elsbeth vom Dorf herab und erzählte von ihrem neuen Hund Egon: "Der isch it herzig! Der isch ein Aufmerksamkeitsdieb!", schwadronierte sie und erklärte dem staunendem Publikum, dass sie den Hund mittlerweile auch tagsüber im Nachthemd ausführe, man bemerke das ja gar nicht. "Da belästigt dich keiner mehr, du bisch quasi unsichtbar". Es ist naturgemäß immer etwas schwer, den Anfang zu machen und eine Sause ins Laufen zu bringen. Beim Thema neues Stadtlogo hatte Metzler dann aber auch den letzten brüllenden Lacher auf ihrer Seite: "Das ist ein Bild der Überlinger Verkehrssituation."
Saskia Metzler

Saskia Metzler kam als Elsbeth vom Dorf herab und erzählte von ihrem neuen Hund Egon: "Der isch it herzig! Der isch ein Aufmerksamkeitsdieb!", schwadronierte sie und erklärte dem staunendem Publikum, dass sie den Hund mittlerweile auch tagsüber im Nachthemd ausführe, man bemerke das ja gar nicht. "Da belästigt dich keiner mehr, du bisch quasi unsichtbar". Es ist naturgemäß immer etwas schwer, den Anfang zu machen und eine Sause ins Laufen zu bringen. Beim Thema neues Stadtlogo hatte Metzler dann aber auch den letzten brüllenden Lacher auf ihrer Seite: "Das ist ein Bild der Überlinger Verkehrssituation."

<strong>Angela Reisch</strong>  als kultiger Überlinger Uhu hatte dieses Mal mit <strong>Laura Ruhrmann</strong> Verstärkung mitgebracht. Dem weisen Uhu stand der vorwitzige Waldrapp zur Seite und diese Konkurrenz gefiel dem Uhu erstmal gar nicht. So fragte der Waldrapp: „Uhu, was passt dir denn nicht?“ Da antwortete der Uhu: „Wenn i es mir recht überleg dei Gsicht“. Dennoch gelang den beiden wortwitzigen gefiederten Gesellen ein lustiger Dialog über eigene Schwächen: „I üb grad des Fliegen über die Alpen, denn kansch de Winter über ohne mich Überlingen verwalten“, so der Waldrapp.
Angela Reisch

Angela Reisch als kultiger Überlinger Uhu hatte dieses Mal mit Laura Ruhrmann Verstärkung mitgebracht. Dem weisen Uhu stand der vorwitzige Waldrapp zur Seite und diese Konkurrenz gefiel dem Uhu erstmal gar nicht.

Laura Ruhrmann verstärkte den Uhu als Waldrapp.
Laura Ruhrmann verstärkte den Uhu als Waldrapp.

So fragte der Waldrapp: „Uhu, was passt dir denn nicht?“ Da antwortete der Uhu: „Wenn i es mir recht überleg dei Gsicht“. Dennoch gelang den beiden wortwitzigen gefiederten Gesellen ein lustiger Dialog über eigene Schwächen: „I üb grad des Fliegen über die Alpen, denn kansch de Winter über ohne mich Überlingen verwalten“, so der Waldrapp.

<strong>Susi Hilzinger</strong> als 157 Jahre alte Hexe war schon optisch ein Hingucker. Sie verwendete gekonnt alte Kinder-Hexen-Reime wie zum Beispiel: "Morgens früh um sechs..." und textete sie schlüpfrig um: "Rote Haare bedeuten: Wenn's im Dachstuhl brennt, ist's im Keller heiß", was den allefänzigen Wiebern nicht schlecht gefiel. Diese erwarteten ja keine allzu brave Veranstaltung, so ließ es sich doch fast ganz ohne Männer einfach herrlich unbeschwert ablästern. Mit "Ich hab mal einen Vergleich verglichen" oder der Erklärung des Jugendwortes "I Bims" traf sie den Nerv der Zuhörerinnen und war die schönste Über-150-Jährige im Saal.
Susi Hilzinger

Susi Hilzinger als 157 Jahre alte Hexe war schon optisch ein Hingucker. Sie verwendete gekonnt alte Kinder-Hexen-Reime wie zum Beispiel: "Morgens früh um sechs..." und textete sie schlüpfrig um: "Rote Haare bedeuten: Wenn's im Dachstuhl brennt, ist's im Keller heiß", was den allefänzigen Wiebern nicht schlecht gefiel. Diese erwarteten ja keine allzu brave Veranstaltung, so ließ es sich doch fast ganz ohne Männer einfach herrlich unbeschwert ablästern. Mit "Ich hab mal einen Vergleich verglichen" oder der Erklärung des Jugendwortes "I Bims" traf sie den Nerv der Zuhörerinnen und war die schönste Über-150-Jährige im Saal.

<strong>Angelika Messner</strong> als Überlinger Gästeführerin berichtete von ihren Erlebnissen in der Stadt. Ihr Willkommensgruß in allen Sprachen, getoppt von einem "Yalla, Yalla, für die arabischen Gäste aus der Hungerklinik" setzte sofort die Lachmuskeln der Anwesenden in Bewegung. Mit Sätzen wie "Da frogt doch so a Schwobefette, wo krieg ich hier ne Zigarette" plauderte sie munter aus dem Nähkästchen. Messner ist eine feste Größe des Wieber-Allefanz und hat riesigen Spaß an ihrem Tun. Dieser Funke sprang über und erntete immer wieder Szenenapplaus.
Angelika Messner

Angelika Messner als Überlinger Gästeführerin berichtete von ihren Erlebnissen in der Stadt. Ihr Willkommensgruß in allen Sprachen, getoppt von einem "Yalla, Yalla, für die arabischen Gäste aus der Hungerklinik" setzte sofort die Lachmuskeln der Anwesenden in Bewegung. Mit Sätzen wie "Da frogt doch so a Schwobefette, wo krieg ich hier ne Zigarette" plauderte sie munter aus dem Nähkästchen. Messner ist eine feste Größe des Wieber-Allefanz und hat riesigen Spaß an ihrem Tun. Dieser Funke sprang über und erntete immer wieder Szenenapplaus.

<strong>Eva Maien</strong> kam leicht bekleidet, wollte sie doch von einem Segeltörn erzählen. Immer wieder unterbrochen vom Klingeln ihres Handys schweifte sie ab – und spiegelte so den Zeitgeist. Freimütig bekannte sie: „Auf dem Friedhof möchte ich ein Grab mit schnellem Internet“ und erinnerte an die 14-tägige Funkstille durch den durch Rankenwuchs ausgefallenen Sendemasten. Diese Grabesruh und Totenstille wäre ja schrecklich gewesen. Das Handy klingelte immerfort und vom Segeltörn erfuhr man gar nichts. Zeitgeist. Maien verwöhnte ihr Publikum mit einem feinsinnigen und geschliffenen Vortrag.
Eva Maien

Eva Maien kam leicht bekleidet, wollte sie doch von einem Segeltörn erzählen. Immer wieder unterbrochen vom Klingeln ihres Handys schweifte sie ab – und spiegelte so den Zeitgeist. Freimütig bekannte sie: „Auf dem Friedhof möchte ich ein Grab mit schnellem Internet“ und erinnerte an die 14-tägige Funkstille durch den durch Rankenwuchs ausgefallenen Sendemasten. Diese Grabesruh und Totenstille wäre ja schrecklich gewesen. Das Handy klingelte immerfort und vom Segeltörn erfuhr man gar nichts. Zeitgeist. Maien verwöhnte ihr Publikum mit einem feinsinnigen und geschliffenen Vortrag.

<strong>Christel Schneider </strong>musste mit ihrem Auftritt lange warten und kam dann wiederum als Höhepunkt daher. Ihre Abhandlung zu den Wehen der Wechseljahre ließ im wahrsten Wortsinn niemanden kalt. Herrlich akzentuiert beschrieb sie nahezu jede Phase und schmetterte auch das Peinlichste in einer Art Selbst-Schadensfreude fröhlich und lauthals ins Publikum hinaus: "Und warum hond mir Wieber des ganze Gschiss? I sag nur Adam-Weichei-Paradies." Schneider ist eine "Rampensau" im besten Sinne dieses Wortes. Sie entließ die allefänzige Wieber dann zum ausführlichen gefeierten Ausklang des närrischen Spektakels.
Christel Schneider

Christel Schneider musste mit ihrem Auftritt lange warten und kam dann wiederum als Höhepunkt daher. Ihre Abhandlung zu den Wehen der Wechseljahre ließ im wahrsten Wortsinn niemanden kalt. Herrlich akzentuiert beschrieb sie nahezu jede Phase und schmetterte auch das Peinlichste in einer Art Selbst-Schadensfreude fröhlich und lauthals ins Publikum hinaus: "Und warum hond mir Wieber des ganze Gschiss? I sag nur Adam-Weichei-Paradies." Schneider ist eine "Rampensau" im besten Sinne dieses Wortes. Sie entließ die allefänzige Wieber dann zum ausführlichen gefeierten Ausklang des närrischen Spektakels.