Eine Gartenschau kann ansteckend sein. Diesen Eindruck vermittelten Gäste aus Städten, die mit der Veranstaltung schon ihre Erfahrungen gemacht haben. "Ich habe gebrannt für die Gartenschau und ich brenne immer noch", erklärte Bürgermeister Winfried Abicht aus Mühlacker, der vor Begeisterung über sein kleineres Event im Vorjahr noch jetzt vor Begeisterung sprühte. Sein Funkenflug erreichte bei der Veranstaltung der Landesgartenschau Überlingen GmbH im Museumssaal gut 50 Vertreter von Handel, Gewerbe und Gastronomie. Pressesprecherin Petra Pintscher war zufrieden mit der Resonanz. "Es war ein guter Auftakt. Wir planen ja noch weitere solche Veranstaltungen."

Bei der Veranstaltung im Museumssaal war viel davon die Rede, ein Feuer zu entfachen für die Veranstaltung in vier Jahren. In ihrer Begrüßung verwies Oberbürgermeisterin Sabine Becker darauf, dass es auch in den anderen Städten Themen gegeben habe, "die die Bevölkerung dort ein wenig gespalten haben, dann aber wieder zusammengeführt, weil es in der Lösung, die dann gefunden wurde, allen so gut gefallen hat." In Mühlacker sei dies ein Verbindungsweg zwischen zwei Gemeinden, in Öhringen seien es ebenfalls Platanen gewesen, die gefällt wurden. Mit seinem "Think big" versuchte LGS-Geschäftsführer Martin Richter den Bogen zu schlagen zu großen Visionen und nannte den Highline Park von New York, die Garden Bridge von London oder das Urban Gardening von Turin und Berlin als Beispiele. "Wir schaffen hier Zukunft für Generationen."

Die Chancen für Handel, Gewerbe und Gastronomie erkannt hat Anja Nagel, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsverbunds Überlingen (WVÜ). Die Gartenschau biete die Möglichkeit, das Stadtmarketing weiter zu entwickeln und das Profil als "attraktive Einkaufsstadt" zu schärfen, sagte sie. "Nur aufhübschen" sei zu wenig für diese "einmalige Chance zur Außendarstellung". Wenn da 2020 noch einige Gäste mehr kämen als gewohnt, sollten die Gastronomen nicht jammern, erklärte Nagel: "Wieso nicht die Mehreinnahmen mitnehmen?"

Skeptiker aufzumuntern, versuchte Mühlackers Bürgermeister Winfried Abicht. "Sie haben die Gewissheit, bis 2020 muss alles fertig sein", sagte er. "Ihr Ausstellungsgelände ist auch klein, aber das ist gut so." Nicht nur im ganzen Land werde die Stadt bekannt über alle Medien, was Überlingen nicht so nötig habe wie Mühlacker. Doch auch die Bürger selbst hätten viel über die eigene Stadt erfahren und eingeräumt: Wir wussten gar nicht mehr, was es hier alles gibt."

Über Maßnahmen der Öhringer Wirtschaft berichteten die Einzelhändler Norbert Gross und Martin Gseller. Die Idee, dass Geschäfte Rabattsammelpunkte für eine Dauerkarte ausgeben, habe am Ende große Probleme bereitet, weil die Kunden als gute Schwaben alles nachrechneten, berichtete Einzelhändler Gross. Immerhin sei es zu vielen Gesprächen mit Kunden gekommen. Auch die Tatsache, dass Juchtenkäfer das Fällen von zwei alten Kastanien verhinderten, habe man mit Fassung getragen, und als PR-Aktion genutzt. Eine Platanenallee sei allerdings trotz anfänglicher Proteste für eine neue Gestaltung des Schlossgartens geopfert worden.