Große Ehre für Oberbürgermeister Jan Zeitler: Am Dienstag durfte das Überlinger Stadtoberhaupt im "Palais des Nations" im schweizerischen Genf vor den Vereinten Nationen sprechen. In der Sitzung der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE), die sich mit regionalen und nationalen Lösungen für nachhaltige und intelligente Städte beschäftigte, stellte Zeitler die Pläne für die Landesgartenschau 2020 vor und referierte über Aspekte der Stadtplanung, die Renaturierung im Uferbereich und das Verkehrsmanagement während der Gartenschau.

Bei der Zeitlers Rede blieben auch einige Sitze im Parlament leer.
Bei der Zeitlers Rede blieben auch einige Sitze im Parlament leer. | Bild: Stadt Überlingen

So erklärte Zeitler den Delegierten in seiner Rede, die er auf Englisch hielt, dass man sich aufgrund des erwarteten hohen Verkehrsaufkommen im Ausstellungsjahr ein innovatives Konzept ausgedacht habe, bei dem die Anreise mit vielen Verkehrsmitteln möglich sei (Auto, Bus, Bahn, Schiff). Durch die Innenstadtsperrung und den Schuttle-Verkehr mit E-Bussen verringere sich die Umweltverschmutzung im sensiblen Bereich der historischen Altstadt. "Wir erwarten, diese Busse langfristig weiter zu nutzen", sagte Zeitler: "Das wird unser ganzes öffentliches Transportsystem neu definieren."

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Zum Uferpark sagte er, dass man sich im Uferbereich bewusst gegen ein Hotel oder luxuriöse Wohnbebauung entschieden habe, um eine Grünfläche für Pflanzen, Tiere und Menschen zu schaffen. Eine Bebauung der Fläche sei in den nächsten 25 Jahren verboten. Der Überlinger Oberbürgermeister: "In Zeiten des Klimawandels und Bevölkerungswachstums ist dieses Projekt ein wichtiger Kontrapunkt zur strukturellen
Verdichtung in der Stadt." Es gelte den Impuls durch die LGS nachhaltig zu nutzen: „Gartenschauen sind immer ein Motor für die Stadtentwicklung, aber es liegt an uns diese Gelegenheit zu nutzen und die Standards neu zu definieren. Nur langfristige Planung und innovative Lösungen können den ökologischen Fußabdruck von Städten verkleinern."

Neben Zeitler haben unter anderem auch Katrien Debeuckelaere vom Umweltministerium der Flämischen Region und Andrei Isac aus Moldawien zu regionalen Projekten gesprochen.
Neben Zeitler haben unter anderem auch Katrien Debeuckelaere vom Umweltministerium der Flämischen Region und Andrei Isac aus Moldawien zu regionalen Projekten gesprochen. | Bild: Stadt Überlingen
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Wie auf Nachfrage zu erfahren war, kam der Kontakt nach Genf über Marco Keiner zustande, der in Überlingen geboren und aufgewachsen ist und mittlerweile als Direktor der Abteilung für Umwelt bei den Vereinten Nationen arbeitet. Der OB und die Stadt haben sich sehr über die Einladung gefreut. "Wir erhoffen uns daraus Impulse für das eigene weitere Vorgehen und nutzen gern die Möglichkeit, andere Städte zu einer ökologischen Weiterentwicklung zu inspirieren", heißt es auf Nachfrage.

Oberbürgermeister Jan Zeitler neben Olga Algayerova, Exekutivsekretärin der UNECE und UN-Untergeneralsekretärin.
Oberbürgermeister Jan Zeitler neben Olga Algayerova, Exekutivsekretärin der UNECE und UN-Untergeneralsekretärin. | Bild: Stadt Überlingen