Mit so einem Andrang hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet. Rund 250 Interessierte waren in den Kursaal gekommen, um sich über das Ehrenamt bei der Landesgartenschau (LGS) zu informieren. Viele warteten die Präsentationen gar nicht ab und füllten die Flyer bereits vorab aus.

Der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Roland Leitner, sprach über den Stand der Bauarbeiten und betonte die Vielfalt der Schau im Sommer 2020.
Der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Roland Leitner, sprach über den Stand der Bauarbeiten und betonte die Vielfalt der Schau im Sommer 2020. | Bild: Sabine Busse

Zu den prominentesten Freiwilligen zählte Oberbürgermeister Jan Zeitler, der bei der Begrüßung verkündete, er wolle ebenfalls an Wochenenden mithelfen. Er zeigte sich begeistert von dem großen Interesse und betonte: "Der Sommer 2020 wird ein besonderer, da brauchen Sie keinen Urlaub buchen."

Danach präsentierte das Team der Landesgartenschau GmbH den Stand der Bauarbeiten, stellte einige der zu erwartenden Höhepunkte vor und machte deutlich, wie vielfältig die Schau wird. "Die LGS ist für alle Generationen und Familien interessant, nicht nur für Ü 50, sondern auch für U 5", sagte Geschäftsführer Roland Leitner.

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Die Aufgaben der Ehrenamtlichen erläuterte Annette Stoll-Zeitler: "Wir brauchen in jedem Bereich Helfer wie die Luft zum Atmen." Sie können sich beim Besucherempfang oder den Gästeführungen einbringen. Dazu wird Unterstützung bei Veranstaltungen gebraucht und Menschen mit grünem Daumen sind entweder bei der Blumenschau oder im Gelände willkommen. So unterschiedlich wie die Tätigkeiten sind auch die Zeiten. Während die Geländeteams früh am Morgen oder abends aktiv sein müssen, werden Freiwillige am Empfang den ganzen Tag bis in die Abendstunden gebraucht.

"Ich fand die Veranstaltung heute sehr hilfreich. Man hat viele Informationen über die Bereiche bekommen, bei denen man mithelfen kann. Ich würde gerne bei der Blumenschau helfen oder auch beim Besucherempfang." Petra Lohmer, Überlingen
"Ich fand die Veranstaltung heute sehr hilfreich. Man hat viele Informationen über die Bereiche bekommen, bei denen man mithelfen kann. Ich würde gerne bei der Blumenschau helfen oder auch beim Besucherempfang." Petra Lohmer, Überlingen | Bild: Sabine Busse

Wer sich ehrenamtlich engagieren wolle, sagte Annette Stoll-Zeitler, müsse bereit sein, sich mindestens 60 Stunden im Sommer 2020 einzubringen, gerne mehr.

Bei der Organisation komme ein bewährtes Programm zum Einsatz. Jeder Ehrenamtliche erhielte einen Zugang und könne dort eintragen, wann er verfügbar sei. Niemand müsse immer da sein, in Urlaubszeiten gebe man einfach keine Verfügbarkeit an. "Es geht um 100 Prozent Ehrenamt und 100 Prozent Verlässlichkeit über die gesamte Zeit", fügte Stoll-Zeitler hinzu. Es gebe keine Entlohnung, aber eine Helferkarte, mit der die Inhaber auch an Tagen, an denen sie nicht im Dienst sind, freien Eintritt haben. Roland Leitner beschrieb diese Geste im Anschluss als ein "Zeichen der Wertschätzung und nicht als Bezahlung".

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Dann kamen drei Gäste auf die Bühne, die ihre Begeisterung für die LGS demonstrierten. Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Freude der Landesgartenschau, Martin Hahn, sagte: "Ohne uns geht es nicht!" Chris von Bennigsen will mit seinem Shanty-Chor im Sommer 2020 mehre Konzerte geben und sprach von einem Kribbeln, das viele seit dem Besuch in Lahr verspüren. "Ohne unsere Hilfe können die Stadt und das LGS-Team das nicht schaffen."

"Ich werde definitiv mitmachen und habe mich sowohl als Gästeführer, am Empfang und beim Geländeteam eingetragen. Ich habe selber einen Garten und vielleicht lernt man ja noch etwas dazu. Ich freue mich auf den Sommer." Manfred Ill, Unteruhldingen
"Ich werde definitiv mitmachen und habe mich sowohl als Gästeführer, am Empfang und beim Geländeteam eingetragen. Ich habe selber einen Garten und vielleicht lernt man ja noch etwas dazu. Ich freue mich auf den Sommer." Manfred Ill, Unteruhldingen | Bild: Sabine Busse

Christa Nietzel aus Emmerdingen war der Überraschungsgast, nachdem sie am Nachmittag die Geschäftsstelle der LGS überraschte. Dort fragte sie nach dem Anmeldeformular für die freiwilligen Helfer. Nachdem sie in diesem Jahr in Lahr als Ehrenamtliche so viel Freude beim Empfang der Gäste hatte, will sie sich 2020 wieder einbringen. "Es tat mir gut und es wird Ihnen guttun!" An den Oberbürgermeister gewandt sagte sie: "Doch Herr Zeitler, ich muss Urlaub buchen, nämlich in Überlingen." Christa Nietzel will in jedem Monat der LGS eine Woche Urlaub in Überlingen machen, um in der Zeit zu helfen.

"Mein Mann und ich werden beide mitmachen. Ich finde die 60 Stunden bekommt man locker hin. Wir möchten gerne Gästeführer werden. Ich habe schon Gruppen betreut, aber das wird Neuland. Ich hätte mir auch eine Jahreskarte gekauft." Ursula Werner, Überlingen
"Mein Mann und ich werden beide mitmachen. Ich finde die 60 Stunden bekommt man locker hin. Wir möchten gerne Gästeführer werden. Ich habe schon Gruppen betreut, aber das wird Neuland. Ich hätte mir auch eine Jahreskarte gekauft." Ursula Werner, Überlingen

Im Rahmen der Veranstaltung füllten 200 Menschen das Anmeldeformular aus. Damit haben sich bereits rund 300 Freiwillige als Ehrenamtliche registrieren lassen. Beim Austausch wurden schon viele Pläne geschmiedet und Verabredungen getroffen. Christa Nietzel weiß auf jeden Fall schon, wo sie während ihrer Überlinger Urlaubswochen übernachten wird.

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Podium mit Überraschungsgast: (von links) Annette Stoll-Zeitler, Christa Nietzel, Martin Hahn und Chris von Bennigsen.
Podium mit Überraschungsgast: (von links) Annette Stoll-Zeitler, Christa Nietzel, Martin Hahn und Chris von Bennigsen. | Bild: Sabine Busse