Auch der Nachwuchs steht beim Weltranglisten-Tennisturnier Überlingen Open jedes Jahr im Fokus. Zum festen Bestandteil der Tenniswoche ist der Kids Day geworden und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Kindern zwischen sechs und 14 Jahren. Dieses Jahr waren wegen des unbeständigen Wetters lediglich 25 Kinder gekommen. Die waren allerdings mit Feuereifer dabei.

Zunächst stand eine Tennis-Olympiade mit verschiedenen Geschicklichkeitsaufgaben auf dem Programm. Neben Tennisball-Zielschießen gab es Balance- und Fang-Übungen. Da kam der eine oder andere Teilnehmer schon mächtig ins Schwitzen, obwohl die Außentemperaturen angenehm waren. Das Ganze ist aber jedes Jahr nur der Aufgalopp oder das Aufwärmprogramm zum Höhepunkt, denn auch dieses Jahr kamen wieder Tennisprofis, die bei den Überlingen Open dabei sind, um mit den Kindern zum Abschluss zu spielen. Dieses Mal kamen sogar gleich drei.

Motivation für den Nachwuchs

Der an Nummer eins gesetzte Benjamin Hassan sagte: "Es hat mächtig Spaß gemacht." Die Nummer 358 der Tennis-Weltrangliste zeigte sich durchaus erstaunt: "Da waren schon richtig gute Talente dabei." Er hält solche Aktionen im Rahmen von Turnieren für unheimlich wichtig, weil dadurch der Nachwuchs motiviert werde.

Tennisprofi Benjamin Hassan, der in der Weltrangliste auf Position 358 steht und bei den Überlingen Open an Nummer eins gesetzt ist, spielte mit den Kindern, hier mit Lasse Bohr aus Villingen.
Tennisprofi Benjamin Hassan, der in der Weltrangliste auf Position 358 steht und bei den Überlingen Open an Nummer eins gesetzt ist, spielte mit den Kindern, hier mit Lasse Bohr aus Villingen. | Bild: Jäckle, Reiner

Auch Tennisprofi Christoph Negritu, der direkt nach dem Kids Day sein wegen Regen unterbrochenes Zweitrunden-Spiel absolvierte und gewann, stand mit den Kindern auf dem Platz und war beeindruckt. "So etwas ist einfach großartig", sagt die Nummer 616 der Welt. "Vor allem der blinde Junge, der mit Begleitung mitgespielt hat, war super. Mit welchem Elan er dabei war – unglaublich." So ein Kids Day ist laut Negritu keinesfalls normal. "Ich habe schon viele ITF-Future-Turnier gespielt. Da gibte s so etwas in der Regel nicht", berichtet er. Dritter im Bunde der Profis war Alexander Merino aus Peru, der ebenfalls sichtlich Spaß hatte.

Fünf Flüchtlingskinder aus Syrien

Kräftig angefeuert wurden die Kinder von der Seite aus von ihren Eltern und Bekannten. Zwischenzeitlich gab es sogar Szenenapplaus. Mit dabei waren unter anderem fünf Flüchtlingskinder aus Syrien zwischen sieben und elf Jahren, die in Überlingen in Anschlussunterbringungen leben. Zum Abschluss ging kein Teilnehmer mit leeren Händen nach Hause. Bei der Siegerehrung bekam jeder eine Urkunde, ein Geschenk und vor allem den verdienten Applaus.

"Es freut mich sehr, dass der Volksbank Kids Day eine mittlerweile gut besuchte und beliebte Aktion ist", sagte Turnierdirektor Markus Dufner von MCD Sportmarketing. "Ein großer Dank gilt auch Tennis-Trainer Peter Oroszpataki vom TC Überlingen und seinem Team, das bei der Umsetzung tatkräftig geholfen hat."