Für eine angemessene Nachverdichtung als Kompromiss zwischen Käseglocke und Ausmosten plädierten die Stadtplaner des Stuttgarter Büros Wick und Partner bei ihrem Konzept eines städtebaulichen Rahmenplans für zentrale Bereiche Nußdorfs. Zum einen soll neues Wohnraumpotenzial genutzt, zum anderen der noch weitgehend erhaltene dörfliche Charakter des größten Überlinger Ortsteils gesichert werden können.

"Durchgrünung des Dorfs" dauerhaft zu erhalten

Im favorisierten Entwurf empfahl Architekt Karl Haag daher einige Bereiche für eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern – im unteren Bereich des „Felchen“, aber auch auf Freiflächen nördlich des Saibling –, doch überwiegen kleine Einheiten und Satteldächer, um eine Durchgrünung des Dorfes dauerhaft zu erhalten. Wie zum Beispiel im Süden der teilweise langen schmalen Grundstücke im „Zander“, die nach der Bewertung Haags ohnehin nur eine gedrängte Bebauung zuließen.

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Allerdings betonten Baubürgermeister Matthias Längin und Stadtplaner Thomas Kölschbach auf Nachfrage explizit, dass bei dem aktuellen Vorschlag kein bestehendes Baufenster zurückgenommen worden sei.

Nötig ist die neue Rahmenplanung aus deren Sicht auch, da die Bebauungspläne, deren zahlreiche Änderungen und Teiländerungen sich inzwischen zu einem regelrechten Flickwerk entwickelt hatten, die notwendige Klarheit bei den baurechtlichen Vorgaben an vielen Stellen vermissen ließen.

Bürger konnten im Juni ihre Wünsche äußern

Vorstellungen und Wünsche hatten die Bürger schon im vergangenen Sommer bei einer Planungswerkstatt des Stuttgarter Büros formulieren können, das mit dem Dreiklang „Freiraum – Wohnen – Identität“ überschrieben gewesen war. So war der Bereich nördlich der Straße „Zum Saibling“ und der exklusive „Weller“ in Höhenlage am Waldrand erst auf Anregung der Bürger in das Plangebiet einbezogen worden.

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Gerade dort lassen sich manche Vorstellungen der Stadtplaner – was Dachformen und Geschossigkeit angeht – schon gar nicht mehr umsetzen, wenn man die jüngsten Neubauten oder aktuelle Baustellen betrachtet. „Das sieht ja da oben aus, als ob ein riesiges Raumschiff gelandet wäre“, kommentierte Siegfried Haitz ein von unten nahezu fünfgeschossig wirkendes Objekt.

Ortschaftsrat folgt den Empfehlungen der Planer

„Wenn man fünfstöckig bauen will, muss man das jetzt schnell durchziehen?“, so ein anderer Zwischenruf. Spannend machte es Ortsvorsteher Dietram Hoffmann vor gut 50 Nußdorfern. Erst am Ende verriet er, dass der Ortschaftsrat schon im Dezember den Empfehlungen des Planungsbüros einstimmig gefolgt sei.

Grundlage für Bebauungsplanverfahren

„Mit dem Rahmenplan soll eine angemessene Entwicklungsperspektive unter Berücksichtigung der vorhandenen Baustruktur und des quartierstypischen Charakters für das bebaute Wohnquartier aufgezeigt werden“, beschreibt die Verwaltung ihre Ziele: „Das Ergebnis der Rahmenplanung soll die Grundlage für das anschließende Bebauungsplanverfahren sein.“