Überlingen – Eines stellt Sabine Becker gleich klar: "Wir haben Schloss Rauenstein erworben, damit hier keine andere Entwicklung stattfindet", sagt die Oberbürgermeisterin. "Eine Bebauung des Geländes kommt nicht in Frage." Statt dessen hat auf dem Gelände eine andere Entwicklung stattgefunden, eine Entwicklung hin zum Grünen. "Nicht nur im Westen erfährt Überlingen mit der Landesgartenschau eine Aufwertung, sondern auch der Osten", erklärt sie.

Sie steht vor Schloss Rauenstein und zeigt auf, was sich dort in den letzten anderthalb Jahren geändert hat, seit die Stadt das Schloss und insbesondere auch das Parkgelände im Osten der Stadt vom Landkreis erworben hat. "Der Park war gesperrt, als wir ihn übernommen haben und als erstes haben wir ihn wieder für die Bürger freigegeben", sagt sie. Dafür musste die Verkehrssicherheit bei den Kastanienbäumen wiederhergestellt werden. Zunächst sollten die alten Bäume gefällt werden, aber "dank des Engagements und der aktiven Bereitschaft der Stadt konnten wir die Bäume erhalten," erklärt Martin Bauer vom Grünflächenamt: "Wir haben uns für den Erhalt der Bäume eingesetzt." Die Verkehrssicherheit wurde letztlich durch gezielte Pflegemaßnahmen durch Baumpfleger wieder hergestellt.

Aber es wurden auch neue Beete angelegt und die bestehenden Grünanlagen gepflegt. Hier fand Sabine Becker sehr lobende Worte für die Stadtgärtnerei und die Mitarbeiter des Grünflächenamtes: "Wir haben die Stadtgärtner rangelassen und haben jetzt einen schönen Garten." Auch der Verschönerungsverein war aktiv und stellte neue Ruhebänke auf. "Es ist gar nicht im Bewusstsein, was hier alles passiert ist", sagt Sabine Becker beim Rundgang durch den Schlosspark.

Am südlichen unteren Ende des Parkes befindet sich ein Obstsortengarten, besser gesagt ein Apfelsortengarten: Hier stehen etwa 90 hochstämmige Apfelbäume. Teilweise sind das seltene und vom Aussterben bedrohte Arten, wie Michael Brantner vom Grünflächenamt erklärt. "Es sind etwa 50 verschiedene Apfelsorten", erzählt er. Der Apfelsortengarten wurde ursprünglich vom Kompetenzzentrum Obst Bodensee (KOB) als Forschungsanlage angelegt. "Das wollen wir weiterführen", erklärt Brantner.

In Kooperation mit den Überlinger Ortsverbänden des Naturschutzbundes (NABU) und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) vergibt die Stadt Überlingen Baumpatenschaften. Wolfgang Rauneker vom BUND und Hartmut Walter vom NABU stehen in dem Obstgarten und stellen das Projekt "baumstark! Wir Obstbaumpaten" vor. "Der Pate muss nichts machen!", sagt Raunecker. Um die Pflege der Bäume und der Wiese kümmere sich weiterhin die Stadt. Für den finanziellen Einsatz des Baumpaten von 39 Euro pro Jahr, erhält der Pate im Herbst den Ertrag seine Baumes, also die Äpfel. "Die allerdings muss er selber abmachen", so Rauneker. Hartmut Walter ergänzt, dass bisher keine Chemie eingesetzt wurde, und "dass auch in Zukunft keine Chemie eingesetzt wird".

Baumpatenschaften

Die Aktion der Stadt mit den Ortsgruppen von BUND und NABU bietet drei Möglichkeiten der Unterstützung an:

  • Als Pate für 39 Euro im Jahr kann sich der Pate einen Baum auf der Obstwiese bei Schloß Rauenstein selbst aussuchen und er erhält eine Patenschaftsurkunde und im Herbst die Früchte des eigenen Baumes.
  • Als Spender wirddie Pflege und der Erhalt der Bäume unterstützt. Die Spendenhöhe liegt bei eigenem Ermessen, als Dank gibt es eine Urkunde.
  • Als Partner können Besitzer von Streuobstwiesen diese für weitere Patenschaftsaktionen zur Verfügung stellen.
Informationen zum Projekt gibt es beim BUND/NABU sowie beim Umweltzentrum in der Mühlenstraße 4. Am 10. September, ab 14 Uhr findet im Apfelgarten eine Infoveranstaltung statt.

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