Plötzlich könnte niemand mehr vom Klassenerhalt sprechen, wobei man sich schon bewusst war, dass in Prien extrem viel zusammengekommen ist. Dass dieser Erfolg nicht von ungefähr kam, bewies das SMCÜ-Bundesliga-Team gleich am zweiten Spieltag und verteidigte überraschenderweise mit Platz vier die Tabellenführung. Danach kamen der Norddeutsche Regatta Verein und der Deutsche Touring Yacht-Club in Fahrt und holten auf, wobei der SMCÜ mit Platz zwei in Travemünde erneut aufhorchen ließ. Diese drei Mannschaften segelten dann beim Finale in Berlin die Podestplätze unter sich aus. Ein 13. Platz beim Spieltag in Berlin ließ die Überlinger als Dritte auf der Saison-Abschluss-Siegerehrung auf dem Podest stehen.

„Das war eine traumhafte Saison“, resümiert Dominik Waibel. „Natürlich wäre in Berlin auch noch Platz zwei drin gewesen, aber wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir Dritter werden, wir hätten ihn für verrückt erklärt.“ Das Niveau der Teams in der Segel-Bundesliga sei so eng beieinander, dass eigentlich alles passieren könne, so der Pressesprecher. „Wir freuen uns tierisch über Platz drei und sind uns bewusst, wie schwer es wird, so etwas zu wiederholen.“

Jubel über PLatz drei: Nach dem Finale des Bundesligafinales auf dem Berliner Wannsee feierte die Mannschaft mit mehr als 40 mitgereisten SMCÜ-Fans, darunter auch Oberbürgermeister Jan Zeitler mit seiner Frau Annette Stoll-Zeitler (ganz links).
Jubel über PLatz drei: Nach dem Finale des Bundesligafinales auf dem Berliner Wannsee feierte die Mannschaft mit mehr als 40 mitgereisten SMCÜ-Fans, darunter auch Oberbürgermeister Jan Zeitler mit seiner Frau Annette Stoll-Zeitler (ganz links). | Bild: SMCÜ/Marianne Bargen

Der Erfolg ist noch höher zu bewerten, wenn man beachtet, dass der SMCÜ eines der größten Kader der Bundesliga-Teams hat und vor allem auch mit die meisten personellen Wechsel im Boot. „In der vergangenen Saison haben fast alle im Team mindestens einen Event mitgesegelt“, resümiert Dominik Waibel. „Das unterstreicht, dass wir einen Pool von vielen sehr guten Seglern mit einem Top-Niveau haben.“

Die Mannschaft des SMCÜ besteht nominell aus 19 Teammitgliedern, darunter fünf Brüderpaare. Da auf einer J70 – mit dieser Bootsklasse werden die Wettfahrten in der Segel-Bundesliga absolvier – nur vier Personen segeln, wird vor jedem Spieltag ein Team gebildet. Immer dabei sein muss ein Steuermann – und davon hat der SMCÜ mit Tino Mittelmeier, Steffen Heßberger, Michael Zittlau, Henrik Schaal und Dominic Fritze gleich fünf.

Die SMCÜ-Segler tun alles, um 2018 an die Erfolge anzuknüpfen, denn es gilt das Motto: „Im Winter wird die Grundlage in Sachen Kondition gelegt“, erklärt Dominik Waibel. „Einige gehen regelmäßig auf Ski-Touren und andere joggen viel.“ In der ersten Aprilwoche steht das erste Trainingscamp am Gardasee an. Vom 27. bis 29. April findet der Auftakt der Segel-Bundesliga dann in Friedrichshafen statt.

„Natürlich wollen wir auch diese Saison den Klassenerhalt sichern, je früher desto besser“, sagt der Pressesprecher. „Ein Platz unter den Top Ten von 18 Mannschaften wäre natürlich super.“ Vom Podest möchte beim SMCÜ niemand reden. Dominik Waibel sei sich sicher, dass sich die anderen Teams noch einmal verbessert haben. „Genau das wollen wir auch“, sagt er. „Ob es klappt, wird sich allerdings erst am ersten Spieltag in Friedrichshafen zeigen.“

Insgesamt segelten drei Mannschaften vom Bodensee in der höchsten deutschen Segelliga. Lindau war 2016 noch bestes Bodenseeteam und landete vergangenes Jahr auf Rang neun. Der Württembergischen Yacht-Club aus Friedrichshafen wurde Zwölfter. Damit sind auch dieses Jahr wieder drei Segelteams vom Bodensee in der höchsten Segel-Liga Deutschlands vertreten.

Mit Platz drei im Jahr 2017 ist die Nominierung zur Wahl zur Mannschaft des Jahres in Überlingen mehr als gerechtfertigt. „Wir freuen uns, dass wir bereits zum dritten Mal in Folge dabei sind“, sagt Frederik Schaal vom Bundesliga-Team des SMCÜ. „Vielleicht schaffen wir ja dieses Jahr den Sprung mal nach ganz oben.“

Zum Team und zur Wahl

  • Die Mannschaft: Das Bundesliga-Team des Segel- und Motorbootclubs Überlingen (SMCU) belegte in der Segel-Bundesliga überraschend den dritten Platz und wurde damit bestes Team aus Baden-Württemberg. Zum Auftakt in Prien stand der SMCÜ sogar ganz oben auf dem Treppchen. Hinzu kamen ein zweiter Platz in Travemünde und ein vierter Rang in Lindau. Zur Mannschaft gehören Tino und Niko Mittelmeier, Christian und Michael Zittlau, Frederik und Henrik Schaal, Steffen und Sven Heßberger, Jan und Dominic Fritze, Franziska Bäurle, Charlotta Fritz, Dominik Waibel, Alexander Gaiser, Aaron Scherr, Anna König und Maxi Degner.
  • Die Wahl: Die Leser des SÜDKURIER können bis kommenden Sonntag, 11. März, ihre Stimme für die Überlinger Sportlerwahl abgeben. Dazu müssen Sie zu Handy oder Telefon greifen, die Nummer 0 13 79/37 05 00 wählen und folgende Endziffern für die jeweiligen Kandidaten anhängen: Sportler des Jahres: Sebastian Harms-Mendez -51; Hubert Merkelbach –52; Johanna Siebler -53. Mannschaft des Jahres: Fußballclub -54; Segel- und Motorbootclub -55; Turnverein -56. Ein Anruf aus dem Festnetz der Telekom kostet 50 Cent, Mobilfunk deutlich mehr. Die Anrufer sollten neben ihrem Namen und der Adresse das Stichwort „Sportlerwahl“ angeben. Die Abstimmung ist auch möglich mit dem am 15. Februar veröffentlichten Coupon, unter der E-Mail-Adresse ueberlingen.redaktion@suedkurier. de oder im Internet: http://www.suedkurier.de/sportlerwahl-ueberlingenwww.facebook.de/sportlerehrung