Erst vor wenigen Wochen waren die Liegewiesen der Strandbäder noch voll, jetzt sind die Ferien vorbei und die Temperaturen sinken allmählich. Für viele Menschen ist zumindest die zweite Entwicklung begrüßenswert – schließlich war der Sommer 2018 der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Aber welches Fazit ziehen die zahlreichen Strandbäder in und rund um Überlingen? Wir haben bei den Betreibern nachgefragt.

  • Strandbad West: Einen Anstieg der Besucherzahlen um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr kann Peter Koop vermelden, der als Betriebsleiter der Bodensee-Therme in Überlingen auch für das angrenzende Strandbad zuständig ist. Die große Zunahme an Gästen liege aber auch darin begründet, dass die Temperaturen des Sommers 2017 „nicht sehr gut waren“. Umso zufriedener ist Koop daher mit diesem Sommer. Nur der niedrige Wasserstand habe manchen Besucher gestört, der über unangenehme Muschelbänke ins Wasser gehen musste.
  • Strandbad Ost: Betreiber Cengiz Aktas ist voll und ganz zufrieden: „Die Saison war sehr gut. Es waren fast doppelt so viele Besucher da wie sonst“, erzählt er. Größere Unfälle habe es nicht gegeben, und auch sonst „war alles tipptopp“. Genauso aus gastronomischer Sicht: Das Restaurant im Strandbad habe ebenfalls einen guten Umsatz gemacht.
  • Strandbad Nußdorf: Positiv bleibt diese Saison auch in Nußdorf in Erinnerung. „Natürlich war der große Andrang für alle Mitarbeiter auch anstrengend“, sagt Uwe Gericke. Er ist Bademeister und froh, dass es keine ernsthaften Zwischenfälle gab. Allerdings vermutet Gericke, dass im August sogar mehr los gewesen wäre, wenn es etwas kühler gewesen wäre: „Den Leuten war es einfach zu heiß.“
Uwe Gericke, Bademeister, ist zufrieden mit dem Sommer in seinem Strandbad: "Wir hatten wieder ein sehr vernünftiges und angenehmes Publikum hier in Nußdorf."
Uwe Gericke, Bademeister, ist zufrieden mit dem Sommer in seinem Strandbad: "Wir hatten wieder ein sehr vernünftiges und angenehmes Publikum hier in Nußdorf." | Bild: Andreas Strobel
  • Naturbadestrand Sipplingen: „Es war sehr voll“, bilanziert Monika Dietrich von der Gemeinde Sipplingen. Über die Besucherzahlen kann sie keine Aussagen treffen, da der Zugang zum Strand kostenlos ist und die Gemeinde keine Zählungen durchführt. Den positiven Eindruck kann Akis Sarigiannidis vom angrenzenden Restaurant „Riva“ bestätigen: „Das Strandbad war sehr gut besucht.“ Über die Jahre habe die Nachfrage immer mehr zugenommen. Für Sarigiannidis bringt das auch Probleme mit sich: „Es gibt hier zu wenige Parkplätze.“
  • Naturstrand Unteruhldingen: Wie in Sipplingen ist auch der Strand in Uhldingen-Mühlhofen frei zugänglich, weshalb Hauptamtsleiter Herbert Unger keine Aussage über genaue Besucherzahlen treffen kann. Dennoch weiß er: „Wegen des warmen Sommers war der Strand aber natürlich stark besucht.“
  • Strandbad Hagnau: Mehr Andrang bedeutet mehr Arbeit – auch durch liegengelassenen Müll. „Ich habe zwei zusätzliche Müllcontainer bestellen müssen“, sagt Malogorzata Kepa, Betreiberin des Strandbades. Dennoch freut sie sich natürlich: „Es ist schön, dass die ganzen Besucher da waren“.
  • Frei- und Strandbad Meersburg: Circa zehn Prozent mehr Besucher als in der Vorsaison – und das, obwohl das Bad bis Juli mit verkürzten Öffnungszeiten aufgrund von Personalmangel zu kämpfen hatte. Fabian Dalmer, der die Therme Meersburg leitet, ist dementsprechend glücklich mit der Saison: „Wir hatten wunderbare Besucherzahlen.“ In letzter Zeit seien die Zahlen aber etwas stagniert: „Den Leuten wird es zu warm“, sagt Dalmer. Des Weiteren habe der niedrige Wasserstand zwar dazu geführt, dass der Sprungturm gesperrt werden musste, aber das sei kein großes Problem für die Gäste gewesen.
  • Naturerlebnispark Schlosssee Salem: „Das war fast ein Jahrhundertsommer“, sagt Bernd Hauser, Betreiber der Anlage. Es seien „Besucher wie noch nie zuvor“ da gewesen, Bernd Hauser schätzt die Gesamtzahl auf ungefähr 250 000 Personen. Darunter seien sowohl Tagestouristen als auch Urlauber aus ganz Baden-Württemberg gewesen. Natürlich habe das auch mehr Arbeit für das Personal mit sich gebracht, das beispielsweise die Liegewiese sauber hält. Wirkliche Probleme habe es deshalb aber keine gegeben, bilanziert Hauser.
Der Schlosssee Salem: So viele Besucher gab es nie zuvor.
Der Schlosssee Salem: So viele Besucher gab es nie zuvor. | Bild: Hilser, Stefan
  • Naturbad Leustetten: „Schon in der Vorsaison kamen die Leute von weiter weg, das hat sich dieses Jahr noch einmal bestätigt“, erzählt Janne Anger vom Café Zugvogel, dass an das Naturbad angrenzt. Sie beschreibt die Saison für das Freibad und das Café als „großartig“. Nur ein Nachteil fällt Anger ein: Der Rasen habe unter der Hitze gelitten und sei nicht so grün gewesen.
  • Höhenfreibad Heiligenberg: In Heiligenberg wurden rund um das Bad auch im Sommer noch Bauarbeiten rund um das Becken durchgeführt. Deswegen, und weil die Besucherzahlen noch nicht ausgewertet sind, möchte Tobias Kubenz von der Betreiberfirma PVM keinen direkten Vergleich zum Vorjahr ziehen. Aber auch er ist sich sicher: „Das war bestimmt kein schlechter Sommer.“