Nicht nur während den 179 Tagen Landesgartenschau soll das spätere Gastronomiegebäude im Uferpark als Pavillon des Landkreises zu einer zentralen Anlaufstelle für Besucher werden. Auch danach werde es dank seiner exklusiven Lage am See sicher zu einem gefragten Treffpunkt, betonte Oberbürgermeister Jan Zeitler beim nächsten Spatenstich für die Landesgartenschau am Montagvormittag. Zu diesem war auch Landrat Lothar Wölfle mit Vertretern seiner Behörde gekommen. Schließlich will der Bodenseekreis während der Gartenschau sich und die ganze Raumschaft hier auf attraktive Weise präsentieren.

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Das Gebäude füge sich „gut in die naturnahe Gestaltung des Uferparks ein“, versprach Oberbürgermeister Zeitler. Und es mache während und nach der Landesgartenschau „den See auf eine völlig neue Art und Weise erlebbar“. Dies gilt insbesondere, wenn das Witterungsfenster für die Gartenschau ebenso glücklich ausfällt wie beim Spatenstich am Montag, der sich perfekt zwischen zwei stürmische Schneegestöber einfügte und sogar einige Sonnenstrahlen abbekam.

Großer Bahnhof für den Spatenstich im Uferpark in Überlingen. Zahlreiche Vertreter des Gemeinderats und des Landratsamts Bodenseekreis waren gekommen und hatten Wetterglück zwischen zwei Schneegestöbern.
Großer Bahnhof für den Spatenstich im Uferpark in Überlingen. Zahlreiche Vertreter des Gemeinderats und des Landratsamts Bodenseekreis waren gekommen und hatten Wetterglück zwischen zwei Schneegestöbern. | Bild: Hanspeter Walter

Die Architekten des Büros Hermann Kaufmann und Partner in Schwarzach hätten die Gastronomie mit geringem Flächenverbrauch geplant und so platziert, dass seeseitig noch ein großzügiger Außensitzbereich entstehe, betonte OB Zeitler. „Es ist ja intensiv über einen Biergarten diskutiert worden“, erinnerte er. „Doch ich glaube, es wird hier Platz genug geben, um sein Bier zu trinken.“ Ein ganz besonderes Highlight werde darüber hinaus die Dachterrasse werden, „die einen atemberaubenden Blick über den Bodensee ermöglicht und sich sicherlich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickeln wird.“

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Die kalkulierten Kosten für das städtische Bauprojekt, für das die Kommune einen Durchführungsvertrag mit der Landesgartenschau GmbH abgeschlossen hat, lagen im Dezember bei insgesamt 3,05 Millionen Euro. Dazu steuert der Bodenseekreis eine Miete in Höhe von 300 000 Euro quasi als Zuschuss bei. Mit den Personal- und Sachkosten für die Bespielung während der Gartenschau lasse sich der Kreis dies insgesamt rund 1 Million Euro kosten, erklärte Landrat Lothar Wölfle jetzt. Die Konzeption werde er dem Kreistag in der nächsten Sitzung zum Beschluss vorlegen.

Themeninseln und -wochen geplant

Dabei wolle man nicht nur die Städte und Gemeinden, die Ämter und Institutionen vorstellen, betonte Wölfle, sondern alles, was die Landschaft am See hier lebens- und liebenswert mache. Dazu seien Themeninseln und Themenwochen vorgesehen, die sich mit dem Thema Wasser ebenso befassten, wie mit dem Tourismus und der High-Tech-Region. Auch die Kunstgalerie des Kreises werde mit Ausstellungen vertreten sein. Verantwortlich für die Koordination sei Sarah Weber vom Amt für Kreisentwickliung und Baurecht.

Dankbar sei er, so der Landrat, dass der Kreis seinen Standort an so prominenter Stelle im Herzen des neuen Uferparks bekomme. Wölfle erinnerte auch an die Einbindung seiner Ämter bei der Diskussion um die Platanen oder die Seebühne. Für die Genehmigung der Baumfällung sei man „nicht mit Lob überschüttet worden“, erklärte der Landrat. Doch wenn man sich „mit etwas Fantasie vorstellt, was hier einmal werden wird, dann war dies, glaube ich, eine kluge Entscheidung“.

Mit begrünter Fassade in den Uferpark integriert und sich mit den Jahreszeiten wandelnd: der Landkreispavillon und die spätere Gastronomie im Entwurf.
Mit begrünter Fassade in den Uferpark integriert und sich mit den Jahreszeiten wandelnd: der Landkreispavillon und die spätere Gastronomie im Entwurf. | Bild: Büro Hermann Kaufmann und Partner

Mit wenigen Worten beschrieb Projektleiterin Anna Küng die Idee der Architekten. Es sei eine Ehre, an diesem besonderen Platz ein Gebäude planen zu dürfen, sagte sie, „das einen sehr starken Bezug zum Kontext hat“. Man könne es in vereinfachter Form als „Holzschatulle verstehen, die hinter einem grünen Pflanzenschirm versteckt wird.“ Dadurch habe das Gebäude im Verlauf eines Jahres ganz verschiedene Ansichten und passe sich dezent an den Park an. Holzbau und Nachhaltigkeit sei ihrem Büro wichtig, sagte sie: „Zum Glück dürfen wir hier beides umsetzen.“