Eine neue Struktur will die Klinik Buchinger-Wilhelmi ihrem Ensemble im Kurviertel in naher Zukunft geben. Dies sei zur Standortsicherung der Einrichtung dringend erforderlich, begründete Geschäftsführer Leonard Wilhelmi im Gemeinderat den Wunsch nach einer Änderung des Bebauungsplans Goldbacher Straße. Insbesondere die Größe der Zimmer entspreche nicht mehr den Anforderungen und Erwartungen der Gäste.

Zunehmender Wettbewerb im Bereich Ernährungsmedizin

Zudem sei Ernährungsmedizin längst kein Nischenthema mehr und die Klinik habe erst vor Kurzem die bislang umfangreichste Fastenstudie weltweit publiziert. Auch vor dem Hintergrund zunehmenden Wettbewerbs gebe es hier Handlungsbedarf. „Wir müssen hier nachziehen“, sagt Wilhelmi. Ein Teil des Gebäudebestands soll daher umgebaut und neu gegliedert werden, ein anderer Teil – der älteste am Fuße der ganzen Anlage – solle durch eine neue Bebauung ersetzt werden.

Flächennutzungsplan muss nicht geändert werden

Eine Änderung des Flächennutzungsplans sei nicht erforderlich, betonten Architekt Robert Böhler und Landschaftsarchitekt Johann Senner, da das gesamte Areal schon als Sondergebiet für das Kurwesen ausgewiesen sei. Lediglich eine Anpassung und Erweiterung der Baufenster solle mit der Änderung des Bebauungsplans vorgenommen werden. Den erforderlichen Aufstellungsbeschluss fasste das Gremium ohne Diskussion einstimmig. Stadtrat und Seniorchef Raimund Wilhelmi war nicht anwesend, er fastete zu diesem Zeitpunkt in Marbella.

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Zahl der Patientenzimmer soll nicht steigen

Derzeit vefügt Buchinger-Wilhelmi über 145 Patientenzimmer. Diese Zahl wolle man beibehalten, erklärte Leonard Wilhelmi: „Wir wollen hier keine Expansion, sondern nur eine qualitative Verbesserung des Angebots.“ Durch Umbau sollen aus dem Bestand 83 neue Zimmer geschaffen werden, 62 sollen in Neubauten dazukommen. Allerdings sei die Zahl der Mitarbeiter seit 2003 von 180 auf 350 gestiegen. „Auch dem müssen wir Rechnung tragen.“

Zimmer teils mit „Ausmaß einer Studentenbude“

Wilhelmi sagte, wer über eine so privilegierte Lage verfüge und sich als Weltmarktführer im Bereich medizinisches Heilfasten bezeichnen dürfe, der müsse seinen Gästen und Patienten, die überwiegend aus dem Ausland kommen, inzwischen mehr anbieten als spartanische Zimmer von 14 Quadratmetern. Dieses Ausmaß einer Studentenbude hätten zumindest die kleinsten Räume in dem 1954 erstellten Haupthaus nach wie vor, auch wenn sie mehrfach modernisiert worden seien. „Unsere Gäste erwarten heute natürlich etwas anderes“, erklärte Leonard Wilhelmi. Auch die verschiedenen jüngeren Bauten würden diesen Erwartungen nur noch teilweise gerecht.

Pläne für Terrassenbebauung, die in die Landschaft integriert ist

Dass die Lage besondere Anforderungen stellt, scheint allen Beteiligten bewusst. Zwar ging es bei der aktuellen Beratung lediglich um den Aufstellungsbeschluss für eine Bebauungsplanänderung. Doch zeigte Landschaftsplaner Johann Senner schon mal ein visionäres Beispiel für eine futuristische, in die Landschaft integrierte Terrassenbebauung, die in diesem Beispiel nach außen kaum in Erscheinung tritt. Vorausschauend hatte Senner viele markante ältere Bäume markiert, die erhalten werden sollen, ebenso wie die grünen Bänder, die das Gebiet auflockern und strukturieren.

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Tiefgarage und Mitarbeitergebäude anstelle der Tennisplätze

Wie genau die neuen Baumassen verteilt werden könnten, könne erst im Verlauf des Verfahrens exakt festgelegt werden, sagte Senner. Auf den heutigen Tennisplätzen seien Tiefgarage und Gebäude für Mitarbeiter vorstellbar. Die Erschließung dieses Bereiches wäre von unten her angedacht.

Oberbürgermeister sieht Pläne auch als wichtig für die Stadt an

Bei dem Vorhaben gehe es um die Zukunft des Hauses, resümierte Oberbürgermeister Jan Zeitler. Dies sei für die Mitarbeiter ebenso wichtig wie für die Stadt als Ganzes.