100 Mal hat Melitta Anita Braun aus Überlingen bisher in ihrem Leben Blut gespendet. Das entspricht 50 Litern Blut. Für diese Leistung wurde sie gemeinsam mit weiteren Blutspendern im Rathaussaal vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Oberbürgermeister Jan Zeitler ausgezeichnet.

„Bestenfalls komme ich auf 149 Mal“

„Ich habe noch nie woanders als in Überlingen Blut gespendet“, sagte die 61-Jährige, die mit 18 Jahren mit den Blutspenden begonnen hat. Und welches Ziel verfolgt sie nun? „Bestenfalls komme ich auf 149 Mal“, sagte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Melitta Anita Braun: „Da habe ich mir geschworen, so, jetzt gehst du zum Spenden und hilfst den Kindern, die Leukämie oder Krebs haben.“
Melitta Anita Braun: „Da habe ich mir geschworen, so, jetzt gehst du zum Spenden und hilfst den Kindern, die Leukämie oder Krebs haben.“ | Bild: Holger Kleinstück

Es war am 18. Oktober 1978, als Melitta Anita Braun das erste Mal Blut spendete. Dass sie damals damit begann, hatte einen schwerwiegenden Grund: Ihre Schwester hatte von Geburt an Leukämie. „Und nur ich kam als Blutspender infrage“, erinnert sie sich. „Da habe ich mir geschworen, so, jetzt gehst du zum Spenden und hilfst den Kindern, die Leukämie oder Krebs haben.“ Statistisch gesehen wird laut DRK-Blutspendedienst das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt.

Vier Mal pro Jahr

Melitta Anita Braun war damals allerdings noch keine 18 Jahre alt, die Voraussetzung, um Blut zu spenden. „Dann habe ich gewartet, bis ich volljährig war, dann habe ich angefangen. Und seitdem mach ich es regelmäßig. Heute vier Mal im Jahr“, unterstrich sie und fügte hinzu, dass sie seinerzeit ihrer mittlerweile verstorbenen Schwester mit ihrer Blutspende helfen konnte.

Mittlerweile hat sie auch ihre Kinder angestiftet, Blut zu spenden. „Da gibt es was Gutes zu essen und du macht auch etwas Gutes für die Menschheit“, habe sie ihnen mit auf den Weg gegeben. Auch künftig möchte sie regelmäßig Blut spenden, sagt die 61-Jährige, die im Seniorenheim arbeitet. „Ich würde gerne die 150 vollmachen“, sagte sie. Das aber würde bedeuten, dass das Alter für Frauen heraufgesetzt werden muss, denn das maximale Spenderalter für Blutspender liegt bei 72 Jahren.

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Oder dass Frauen statt vier Mal künftig fünf Mal im Jahr spenden dürfen, Männer seien dazu schließlich sechs Mal berechtigt. „Ein bisschen ungerecht“, wie Braun empfindet. Menstruationsbedingt wird Frauen von häufigeren Blutspenden abgeraten, wobei Melitta Anita Braun findet, dass Frauen ab der Menopause dann ja wieder öfter spenden könnten.

Eine dritte Möglichkeit, dass sie die 150 Spenden vollmacht, wäre, dass der letzte Überlinger Termin im Dezember 2031 etwas vorverlegt wird – kurz vor ihren 73. Geburtstag, den sie im Dezember feiern wird.
OB Jan Zeitler (rechts) und Reinhard Ebersbach vom DRK (links) zeichneten im Rathaus mehrere Blutspender aus (von links). Jari Starosta (50 Mal), Peter Stöhr (75), Edwin Bischoff (75), Heinz Zimmermann (75), Melitta Anita Braun (100) und Georg Gloger (75) aus. Bild: Holger Kleinstück
OB Jan Zeitler (rechts) und Reinhard Ebersbach vom DRK (links) zeichneten im Rathaus mehrere Blutspender aus (von links). Jari Starosta (50 Mal), Peter Stöhr (75), Edwin Bischoff (75), Heinz Zimmermann (75), Melitta Anita Braun (100) und Georg Gloger (75) aus. Bild: Holger Kleinstück | Bild: Holger Kleinstück

Oberbürgermeister Jan Zeitler sagte, die Ehrung der Blutspender sei ein Anlass, „der uns wieder daran erinnert, wie wichtig Blutspenden ist“. Für den Empfänger sei es schwierig zu danken, weil es anonym sei. „Aber wir als Kommune können heute danken“, sagte Zeitler. Es höre sich zwar pathetisch an, aber beim Blutspenden handle es sich um eine gesellschaftliche Verpflichtung, um eine zutiefst gesellschaftliche Hilfe auf Gegenseitigkeit.

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Den Spendern, die etwas Lebendiges spendeten, das nach wie vor nicht ersetzt werden könne, könne man gar nicht genug Anerkennung zollen. Reinhard Ebersbach vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sprach seinen Wunsch nach vielen Nachahmern aus: „Ich hoffe, dass Ihr gutes Beispiel weitere Anhänger findet.“