2977: So viele Fahrzeuge sind laut Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis, mittlerweile mit einem ÜB- oder TT-Kennzeichen zugelassen und rollen über die Straßen der Region. Davon sind 1965 ÜB-Kennzeichen und 1012 TT-Kennzeichen. Der Boom war also in Überlingen, gerechnet auf die fast gleiche hohe Einwohnerzahl wie Tettnang, fast doppelt so hoch.

In Überlingen fallen die neuen Schilder täglich auf

In Überlingen fallen die neuen Schilder täglich auf, und es werden immer mehr. Schaut man auf den gesamten Bodenseekreis, fährt der weitaus überwiegende Teil der Fahrzeuge aber noch mit FN. Laut Robert Schwarz liegt der Anteil an FN-Kennzeichen nach wie vor bei 99 Prozent, zusammengenommen ein Prozent der Autofahrer ist mit ÜB und TT unterwegs.

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OB Zeitler sieht Bürgerwillen sichtbar bestätigt

Der Überlinger Oberbürgermeister Jan Zeitler hat Freude am neuen Alt-Kennzeichen. Es wurde bereits am 4. Februar, einen Tag nach dem offiziellen Ausgabestart, am Dienstfahrzeug des OB angebracht, wie die Pressestelle der Stadt Überlingen erklärt. OB Zeitler sei der Meinung, dass die Wiedereinführung des ÜB-Kennzeichens für Überlingen nur positive Auswirkungen habe. Er sehe durch die hohe Nachfrage den dadurch sichtbaren Bürgerwillen deutlich bestätigt.

Dieser Autofahrer hatte Glück und bekam am ersten Ausgabetag bei der Zulassungsstelle in Überlingen die gewünschte Zahl 10 auf seinem Alt-Kennzeichen.
Dieser Autofahrer hatte Glück und bekam am ersten Ausgabetag bei der Zulassungsstelle in Überlingen die gewünschte Zahl 10 auf seinem Alt-Kennzeichen. | Bild: Timm Lechler

Ex-Stadtrat Weigelt freut sich, wenn er ein ÜB sieht

Auch der Überlinger Ex-Stadtrat Reinhard Weigelt ist sichtlich begeistert von seinem Kennzeichen. Er montierte sein Wunschkennzeichen ebenfalls bereits in den ersten Tagen an sein Fahrzeug. „Ich habe ja auch die Initiative ‚ÜB – Für Uns‘ gegründet“, sagt Reinhard Weigelt. Weigelt verweist auf eine Studie der Hochschule Heilbronn, von der die Initiative zur Wiedereinführung der Altkennzeichen ausgegangen ist. Demnach hätten sich 74 Prozent der Überlinger für das ÜB ausgesprochen. Jetzt, da die neuen Kennzeichen endlich da sind, fährt Weigelt immer wieder durch die Stadt und freut sich jedes Mal, wenn er ein ÜB sieht.

Woher kommt die Begeisterung?

Doch wieso setzten sich Jan Zeitler und Reinhard Weigelt so für das Alt-Kennzeichen ein? „Als Beweggründe für den Einsatz des Oberbürgermeisters ist zum einen die identitätsstiftende Wirkung zu nennen. Zum anderen dient es einer Stadt mit touristischer Ausrichtung auch zur positiven Darstellung weit über die Stadt- oder Landkreisgrenzen hinaus. Daher ist die Wiedereinführung noch vor Beginn der Landesgartenschau besonders erfreulich“, äußerte sich die Pressestelle der Stadt Überlingen im Namen des OBs.

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Weigelt: „Positives Gefühl von Heimat, ohne alt zu wirken“

Auch Reinhard Weigelt brennt sichtlich für das Thema: „Für uns alten Überlinger stiftet das noch mehr Identifikation.“ Außerdem sei es aus der Sicht des Tourismus und des Marketings für die Stadt ein großer Gewinn. Er wartet noch auf höhere Temperaturen, bis die Saisonfahrzeuge, wie zum Beispiel Oldtimer-Cabrios, mit dem ÜB-Kennzeichen wieder auf den Straßen zu sehen sind. Reinhard Weigelt sagt: „Für mich ist das ein positives Gefühl von Heimat, ohne alt zu wirken.“