Mit mehr als 700 000 Übernachtungen ist die Stadt als Tourismus-Destinantion weiter auf einem sehr guten Weg. "Gegenüber dem Jahr 2016 hatten wir sogar ein leichtes Plus von 0,1 Prozent auf insgesamt 704 010 Übernachtungen zu verzeichnen", konstatiert Jürgen Jankowiak, Geschäftsführer der Überlingen Marketing und Tourismus GmbH (ÜMT), wie sie seit Januar offiziell heißt.

Aufenthaltsdauer ist rückläufig

Während auch die Zahl der Gästeankünfte um 2,7 Prozent auf 167 703 gestiegen ist, hat sich die Aufenthaltsdauer mit durchschnittlich 4,2 Tagen wieder leicht verringert. Damit setzt sich wie in vielen anderen Regionen der allgemeine Trend zu häufigeren, aber kürzeren Urlaubsaufenthalten fort. Noch bemerkenswerter sind die Erfolgszahlen, wenn man etwas länger zurückblickt. "Betrachtet man die Entwicklung der Nachfragen in den letzten zehn Jahren, so zeigt sich, dass seit 2008 rund 100 000 Übernachtungen (17 Prozent) und fast 23 000 Ankünfte (16 Prozent) mehr verzeichnet werden konnten", sagt Jankowiak.

Platz vier hinter Konstanz, Lindau und Friedrichshafen

Im Vergleich der Tourismusorte am deutschen Bodenseeufer lag Überlingen bei der Beherbergungsnachfrage – hier sind gewerbliche Betriebe mit zehn und mehr Betten erfasst – weiterhin auf dem vierten Platz hinter Konstanz, Lindau und Friedrichshafen. Überlingen profitierte allerdings auch von einem Gesamttrend im Lande, der Baden-Württemberg fast 53 Millionen Übernachtungen und ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Jahr bescherte.

480 Betriebe und etwa 4700 Gästebetten in Überlingen

Im Reisegebiet Bodensee war es insgesamt ein Zuwachs von 1,9 Prozent, also noch einiges mehr als in Überlingen selbst. Das mag unter anderem daran liegen, dass das Beherbergungsangebot 2017 mit insgesamt rund 480 Betriebe und etwa 4700 Betten unverändert geblieben war. Dabei werden die meisten Betten mit jeweils rund 1800 bei den Ferienwohnungen und in der Hotellerie angeboten, etwa 600 Betten gibt es in den Kurkliniken, 240 Betten in der Jugendherberge und rund 330 Betten bei den weiteren Betriebsarten Bauernhöfe, Privatvermieter, Campingplätze und dem Reisemobilhafen.

Weg in Richtung Ganzjahrestourismus

Leitlinie für die Arbeit der Überlingen Marketing und Tourismus GmbH (ÜMT) im Jahr 2017 war nach wie vor das formulierte Tourismus-Marketingkonzept Überlingen 2020, das sich insbesondere auf die "Destinationsentwicklung" sowie "Kommunikation und Vertrieb" konzentriert. Die Umsetzung dieser Maßnahmen zielt vor allem auf die Verlängerung der Saison hin zum Ganzjahrestourismus, die Erschließung neuer Vertriebskanäle und neuer Märkte, die weitere Steigerung der touristischen Nachfrage bei Gästeankünften und Übernachtungen sowie die Erhöhung des Anteils ausländischer Übernachtungsgäste.

Der lag 2017 wie schon 2016 bei rund 14 Prozent und stagnierte damit. An der Spitze liegt hier die Schweiz vor Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Österreich. Bei den deutschen Gästen dominiert Süddeutschland, allein 49 Prozent kommen aus Baden-Württemberg, 14 Prozent kommen aus Bayern. Dahinter liegen Nordrhein-Westfalen (zwölf Prozent), Hessen (sieben Prozent) und Rheinland-Pfalz (sech Prozent). Die Altersstruktur unter den Gästen überrascht nicht. Etwa 54 Prozent sind über 60 Jahre alt, zwölf Prozent sind zwischen 17 und 39 Jahre alt.

Neues Erscheinungsbild für den Überlinger Tourismus

Intensiv beschäftigt hat sich die ÜMT mit der Entwicklung und Einführung eines neuen Corporate Designs, also eines Erscheinungsbilds für den Überlinger Tourismus, das mittlerweile auch an allen Stadteingängen auftaucht und einen neuen Wiedererkennungswert geschaffen hat. "Hierbei ging es darum, die touristische Positionierung Überlingens durch eine klare Gestaltungslinie nach außen sichtbar zu machen", erklärt Jürgen Jankowiak. Grundlage der gemeinsam mit der Sipplinger Agentur b.lateral erarbeiteten Markenausrichtung bildet dabei das grafisch modifizierte historische Stadtwappen, das für den einen oder anderen Bürger am Anfang noch gewöhnungsbedürftig war. Dabei soll gerade damit die Historie von Überlingen betont und in ein modernes Licht gerückt werden.

Digitales Angebot soll weiter ausgebaut werden

Weiter ausgebaut hat die ÜMT ihr digitales Angebot. So wurde mit dem Überlinger Fotografen Achim Mende eine Panoramatour als virtueller Rundgang durch die Stadt sowie die Teilorte erstellt. Auch die schwenkbare Web-Kamera am Landungsplatz hat sich zu einem stark genutzten Angebot entwickelt. "Über die Facebook-Präsenz halten sich mittlerweile fast 32 000 Abonnenten regelmäßig über Neuigkeiten auf dem Laufenden", resümiert Jankowiak. Großen Wert legen die Touristiker auf die Qualität der Angebote.

Gesamtnote von 1,3 bei Testgästen

Zur Verbesserung nimmt die ÜMT am Qualitätsmanagementsystem "Servicequalität Deutschland" teil und wurde Ende 2017 mit der Stufe II ausgezeichnet. Bestandteil der Zertifizierung war ein Mystery Check, bei dem die ÜMT mit einer Gesamtnote von 1,3 sehr gut abgeschnitten hat. Dabei prüfen Testgäste inkognito Angebot und Service.

Woher die Gäste kommen und wo sie sich wohlfühlen

  • Von den 163 703 Gästen, die im Vorjahr in Überlingen Ferien machten und 704 010 Mal übernachteten, kamen 86 Prozent aus Deutschland und nur 14 Prozent aus dem Ausland. Bei den Ankünften lag Baden-Württemberg (56 576) vor Bayern (15 592), Nordrhein-Westfalen (13 818), Hessen (7955) und Rheinland-Pfalz (6449). Schlusslichter waren Meckelnburg-Vorpommern (312) und Bremen (288).
  • Von den ausländischen Gästen liegen die Schweizer mit 32 284 Übernachtungen (10 257 Ankünfte) an der Spitze, vor Frankreich (15 012 ÜN, 3206 A), Großbritannien (5095 ÜN, 1039 A), den Niederlanden (4471 ÜN, 1215 A) und Österreich (3887 ÜN, 1587 A). Dass es Saudi-Arabien mit 268 Gästen auf 3781 Übernachtungen und hier den sechsten Platz brachte, ist wohl einer Fastenklinik zuzuschreiben.
  • Von den mehr als704 000 Übernachtungen entfiel das Gros mit 496 838 auf die Kernstadt. Dahinter rangieren Nußdorf (41 933), Lippertsreute (26 180), Hödingen (16 350) Bambergen (14 142), Andelshofen (11 907), Goldbach (6611), Bonndorf (6404), Deisendorf (5342), Nesselwangen (1551) und Aufkirch (887).
  • Im Jahresverlauf liegt der Hauptferienmonat August mit 104 126 Übernachtungen an der Spitze, vor Juli (96 249), Juni (78 360) und September (75 965). Etwas schwächer sind Mai (61 273), April (56 025) und Oktober 53 345). Am Ende rangieren März (26 772). November (24 572), Dezember (19 247), Februar (18 415) und Januar (16 407).
  • Die größte Zahl an Übernachtungen wurde in den Hotels, Gasthöfen und Pensionen registriert, 233 480 (37 Prozent) bei 43 Betrieben mit 1764 Betten. An zweiter Stelle rangieren die sechs Kliniken mit 577 Betten und 169 794 Übernachtungen (26,9 Prozent). Die 396 Ferienwohnungen steuerten 146 183 Übernachtungen (23,2 Prozent) in 1776 Betten bei. Die Jugendherberge registrierte 40 666 Übernachtungen (6,45 Prozent) bei 240 Betten. Auf den 13 Bauernhöfen kamen bei 114 Betten insgesamt 15 271 Übernachtungen zusammen, gefolgt von den Campingplätzen mit 12 996. 8454 Übernachtungen wurden in Privatzimmern registriert, auf dem Reisemobilhafen waren es 3922. (hpw)