Es war eine groß angelegte und erfolglose Suchaktion auf dem Bodensee vor dem Strandbad West, die anscheinend ein gutes Ende nach sich zieht. Am Freitag, 17. August, verständigte ein Zeuge gegen 18 Uhr die Rettungsleitstelle. Laut seiner Beobachtung sei ein Schwimmer zwischen Strandbad und Gondelehafen im Wasser verschwunden. Die Meldung löste einen Großeinsatz von DRK, Feuerwehr, DLRG und der Wasserschutzpolizei aus. Mit Booten und einem Polizeihubschrauber wurde bis zum Abbruch wegen Dunkelheit nach der Person gefahndet. Gefunden wurde niemand.

Kopfähnlicher Ball könnte zu Verwechslung geführt haben

Auf Nachfrage dieser Zeitung teilte Jens Czechtizky, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen, mit: "Nachdem die Suche erfolglos verlaufen ist und nach wie vor keine entsprechende Vermisstenmeldung vorliegt, geht die Wasserschutzpolizei Überlingen nicht mehr von einem Unglücksfall aus. Vielmehr könnte ein täuschend ähnlicher Gegenstand anstelle eines Menschenkopfes beobachtet worden sein." Diese Vermutung werde durch eine Zeugenbeobachtung bestärkt, wonach zu dieser Zeit ein kopfähnlicher Ball im Seegebiet sichtbar gewesen sei, so Czechtizky.

Der Sprecher betont, dass für den Anrufer, der den vermeintlich ertrinkenden Schwimmer gesehen haben will, keine Einsatzkosten anfallen. Bei der Suchaktion waren die DLRG mit 47, das DRK mit 18, die Feuerwehr mit 15 und die Wasserschutzpolizei ebenfalls mit 15 Helfern im Einsatz.

Nur bei einem Missbrauch des Notrufs fallen Kosten an

"Wenn Menschenleben in Gefahr sind, werden unverzüglich Maßnahmen zu ihrer Rettung eingeleitet, sofern nicht deutliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Mitteilung bestehen." Nur im Falle eines Missbrauchs des Notrufs stellt das Polizeipräsidium die Kosten für einen Einsatz in Rechnung, erklärt Czechtizky. Und er appelliert: "Kein Anrufer muss Kosten fürchten, die auf ihn zukommen, wenn er irrtümlich von einer Notlage ausgeht und er dadurch eine Seenotrettung auslöst. Es kann nicht sein, dass ein Zeuge eine Person in Seenot nicht über Notruf mitteilt, weil er die Kosten eines Fehleinsatzes fürchten muss."