Die Zeit nach der Schule ist für Jugendliche von Fragen geprägt. Ausbildung oder Studium? Lieber ein Jahr Pause einlegen, vielleicht sogar durch die Welt reisen? Die wichtigste Frage ist wohl: Welcher Beruf passt zu mir? Die jungen Menschen suchen in ihrer Schulzeit erste Antworten. Jeder wählt dafür seinen eigenen Weg.

Das Gymnasium Überlingen will die Jugendlichen bei der Zukunftsplanung unterstützen, im vergangenen Jahr veranstaltete die Schule zum zehnten Mal den Überlinger Hochschultag. Jährlich stellen sich dort mehrere Vertreter nahe gelegener Hochschulen aus Konstanz, Friedrichshafen und Ravensburg vor. Diese geben den Schülern einen vollen Tag Informationen über Studiengänge, die ihre Hochschule anbieten.

Infoveranstaltungen wirken

Auf Sarah Mayer vom Gymnasium Überlingen wirkt das Angebot. Sie meint, dass viele Schüler vor allem auch aufgrund Informationsveranstaltungen wie dieser mehr über die Zukunft und den Berufsweg nachdenken. Der Aufwand der Veranstalter scheint somit seinen Sinn und Zweck zu erfüllen. Doch noch hat die 16-Jährige Zeit. Anderthalb Jahre dauert es für sie noch bis zum Abitur. Ihr Plan danach steht schon jetzt fest: Sie will reisen. Ihrer Meinung nach ist die Zeit nach dem Abitur eine gute Chance, um im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln. „Ich will meinen Horizont erweitern. Neue Sachen kennenlernen, neue Menschen, andere Kulturen und mal ärmere Lebensverhältnisse sehen. Dadurch schätzt man auch seine eigenen Lebensverhältnisse mehr“, sagt sie. Um die Reise zu finanzieren, will sie vorher einige Monate arbeiten. Es gibt zwar Konzepte wie "Work and Travel", bei dem man im Ausland arbeitet und damit gleichzeitig die Reise im Land finanziert. Für die Schülerin schließt sich das jedoch aus: Sie möchte außerhalb von Europa in einer Hilfsorganisation für Tiere arbeiten.

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Viele Schüler fragen sich zudem: Welcher Beruf passt zu mir? Schulen geben deshalb viele Hilfestellungen für die Berufsorientierung. Beispielsweise die verpflichtende Berufsorientierung an Realschulen, kurz Bors, bei dem die Schüler eine Woche ein Praktikum in einem von ihnen ausgewählten Betrieb absolvieren müssen. Auch an Gymnasien gibt es dieses Konzept, dort nennt es sich Bogy. Die Praktika zielen darauf ab, dass die Schüler sich schon früh Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen. Johannes Pasewaldt ist sich auch ohne Bogy schon sicher. Der Berufswunsch des Gymnasiasten aus Überlingen: Er will in den gehobenen Dienst zur Bundespolizei. Wohin genau es innerhalb der Bundespolizei geht, weiß er noch nicht. Aber: „Es wird wahrscheinlich in eine ermittelnde Tätigkeit gehen, weil es mir Spaß macht, Abläufe zu erkennen." Der Zehntklässler sagt: „Auf die Idee brachte mich die gesellschaftliche Entwicklung hin zu Gewaltbereitschaft. Ich möchte dem entgegenwirken.“ Selbst was die Region anbelangt hat er eine Vorstellung: Er will auf jeden Fall in Baden-Württemberg bleiben.

Mit Messebesuch zum Wunschberuf

Einer, der sein Glück nach der Schule gefunden hat, ist Jan Probst. Der Überlinger fand seinen Berufswunsch bei einer Berufsorientierungsmesse, bei der Arbeitgeber aus der Region Informationen über Ausbildungsberufe und Studiengänge geben. Bei einem Besuch der Vocatium-Messe in Friedrichshafen informierte er sich über Studiengänge zum Thema Medien. Nun studiert er Cross Media an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Der ehemalige Schüler des Überlinger Gymnasiums ist glücklich mit der Wahl seines Studiengangs. Bevor es mit dem Studium losging, nahm er sich ein Jahr Pause. Der 19-Jährige sagt: „Ich wollte mich nicht Hals über Kopf in das Leben stürzen". Reisen, wie die Gymnasiastin Sarah Mayer es nach ihrem Abitur vorhat, hält er für eine gute Idee. Der Student sagt: „Wer weiß, wer er ist, wo er herkommt und was die Welt bereithalten kann, der wird später keine Probleme haben, im Leben Fuß zu fassen."