Ein Bauzaun an der Lippertsreuter Straße markiert das Gelände, auf dem die Volksbank Überlingen einen Campus, ein neues Verwaltungszentrum, errichtet. Ein am Rande der Baustelle stehendes Gebäude wird in den nächsten Tagen abgerissen. Doch was geschieht mit der auf dem Grundstück stehenden Schwarzkiefer? Sie ist nach Schätzungen von Grünflächenamtschef Rolf Geiger 70 bis 90 Jahre alt und unterliegt wegen ihres Stammdurchmessers der städtischen Baumschutzsatzung, eine Fällung wäre genehmigungspflichtig.

Soweit der rechtliche Rahmen. Doch schon die Ankündigung, dass das Gebäude abgerissen wird, löste in der Bevölkerung Sorge vor einer unüberlegten Fällung aus, und ein Bürger wandte sich an die BÜB, die Bürgerinitiative zum Schutz Überlinger Bäume, die für den Erhalt der Platanen auf dem Gartenschaugelände gegründet wurde. Deren Sprecher Dirk Diestel nahm sich der Schwarzkiefer an und fand bei Volksbank-Direktor Hermann-Josef Schwarz ein offenes Ohr. Es kam vergangene Woche spontan zu einem Treffen, für das sich Diestel bei Schwarz bedankte.

Gesprächsinhalt war, dass über die Zukunft des Baumes noch nicht entschieden ist. Im Februar jedenfalls werde er nicht gefällt, ab 1. März (bis 30. September) gilt ein Fällverbot. Die Volksbank schließt nicht aus, dass ein Antrag auf Entfernung später gestellt werden wird. Der Baum steht, so Diestel, sehr nahe an einer Betonmauer, die nicht entfernt werden könne, ohne den Baum an seinen Wurzeln zu schädigen. Schwarz habe ihm, Diestel, zugesagt, in jeder Weise offen zu sein, die Bevölkerung frühzeitig umfassend und wahrheitsgemäß zu informieren. Diestel: "Das wäre etwas, was in Überlingen leider nicht immer so gehandhabt wird." Auf Nachfrage bestätigte Bankdirektor Schwarz den von Diestel widergegebenen Gesprächsinhalt. Schwarz: "Eine Befreiung von der Baumschutzsatzung liegt nicht vor. Eine faire und ehrliche Kommunikation liegt uns gerade als örtliche Volksbank besonders am Herzen und die Einhaltung von gesetzlichen Rahmenbedingungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit."