Kneipp kann auch Kinder begeistern. Das hat Oberbürgermeisterin Sabine Becker spätestens bei der Verleihung des Gütesiegels an das Rosa-Wieland-Kinderhaus miterlebt und gelernt. Als Jugendliche habe sie in Köln eher die Nase gerümpft, wenn "Opa und Tante Friedel" zum Kneippen gegangen seien oder gar in Bad Wörishofen Urlaub gemacht hätten, räumte Becker ein. Inzwischen habe sie die Säulen des Kneipp-Konzepts schätzen gelernt, das man nicht früh genug praktizieren könne, betonte die Oberbürgermeisterin. Wenn man mit dem See das größte Tretbecken quasi vor der Tür habe, gelte es den Titel als einziges Kneippheilbad Baden-Württembergs mit Macht zu verteidigen.

Mit seiner privilegierten Lage direkt am Ufer quasi berufen zu einem Kneipp-Kinderhaus ist die Nußdorfer Einrichtung, die von Heidi Thies das bundesweit 400. Gütesiegel verliehen bekam. Die Vorsitzende des Orts- und Landesvorsitzende des Kneipp-Bunds selbst hatte vor einigen Jahren im Gespräch mit Vertreterinnen der Kindertagesstätten den Impuls dazu gegeben, sich als Kneipp-Erzieherinnen fortzubilden und ihre Einrichtungen zertifizieren zu lassen. Nach der Kindertagesstätte am Burgberg ist das Rosa-Wieland-Kinderhaus schon die Nummer 2 in Überlingen. Wobei nicht die vorgeschriebenen 50 Prozent, sondern alle Erzieherinnen die nötige Qualifikation erworben haben. Mit der Plakette, die sie an Leiterin Petra Drossel übergab, hatte die Vorsitzende auch ein Grußwort von Präsidentin Caspers-Merk mit dabei.

Das ganzheitliche Konzept nannte Thies nicht nur eine Quelle der Harmonie in Einheit Körper, Geist und Seele, sondern auch ein Gegenpol zur Reizüberflutung gerade für Kinder. Selbstfürsorge, Selbstwirksamkeit und soziale Gemeinschaft seien dafür wichtige Elemente. Doch dürfe man nicht vergessen: "Kneipp macht Spaß."Wie sehr Kneipp Kindern Spaß machen kann, bewiesen die Jungen und Mädchen nicht nur im Wasser. Der Garten verlockt zur Bewegung und sie lernen hier , wie wichtig Heilkräuter sind. Was ein rechtes Kräutersalz braucht, wächst hier vor der Haustür und mit großer Begeisterung verarbeiteten die Kinder das Material gemeinsam mit den Eltern.