Und es bewegt sich doch etwas. Ja, in der Innenstadt brodelte es am Dienstag bei den Schülerläufen am Spätnachmittag regelrecht voller Leben, als nicht nur an die 900 Kinder und Jugendliche die gesperrten Straßen bevölkerten. Schließlich waren auch noch Eltern, Großeltern und Freunde gekommen, die als Fans die Laufbahn in Scharen säumten und die jungen Sportler mit ihrem Beifall motivierten. Kein Wunder, dass Nervosität und Ungeduld groß, die Kleinen kaum zu bremsen waren. Insbesondere beim Bambinilauf, der mit 147 Jungen und Mädchen weiter Zuwachs gefunden hat. "Das ist ein neuer Rekord", konnte sich Organisator Markus Dufner zurecht freuen. Manche Eltern mussten ihre aufgeregten jungen Läufer vor dem Start sogar noch einmal auf den Arm nehmen, ehe sie sie anschließend auf der 600 Meter langen Runde durch die Stadt begleiteten. "Das hat Spaß gemacht", sagte selbst die vierjährige Marie und strahlte Ziel noch mehr als beim Start.

Das wichtigste bei der Staffel ist der Stab: Sportlehrer Roland Ruf verteilt sie in den dicht gedrängten Pult der Fünf- und Sechstklässler vor dem mit Ungeduld erwarteten Start.
Das wichtigste bei der Staffel ist der Stab: Sportlehrer Roland Ruf verteilt sie in den dicht gedrängten Pult der Fünf- und Sechstklässler vor dem mit Ungeduld erwarteten Start. | Bild: Hanspeter Walter

Nach dem feuchten 1. Mai hätten die Bedingungen für den Nachwuchs besser nicht sein können. Rechtzeitig zum ersten Start lugte wieder die Sonne durch die Wolken und dies spiegelte sich auch in der guten, ja geradezu überschwänglichen Stimmung wieder. Erzieherinnen, Lehrer und Begleiter hatten alle Hände voll zu tun, ihre ebenso ungeduldigen wie ehrgeizigen Schützlinge zumindest vor dem Lauf zu bremsen. Bei den Bambini hatte jedes Kind die Startnummer 1 erhalten. Doch auch bei den ersten Schülerstaffeln sprinteten die ersten in der Reihe bisweilen in einem Tempo los, als ob sie das Ziel schon vor Augen hätten.

Moderator Michael Fleiner sah sich schon genötigt, darauf aufmerksam zu machen, dass die Staffeln sicher "nicht auf den ersten 50 Metern entschieden werden". Immerhin galt es für jeden Läufer der Dreier-Teams, 1,25 Kilometer auf der Altstadtrunde zurückzulegen.

Bevor die Jüngsten zur Medaillenübergabe auf die Bühne durften, ließ Sponsor Holger Päsler von der gleichnamigen Tanzschule demonstrieren, dass man sich auch tänzerisch durchaus schwungvoll bewegen kann. Mit 25 Jungen und Mädchen war die Grundschule Hödingen bei den Jüngsten am stärksten vertreten, gefolgt vom Kindergarten aus Nesselwangen. Dass es einer gewissen Motivation der Erzieher oder Lehrer bedarf, zeigte sich auch bei den folgenden Staffelwettbewerben, die in vier Gruppen vergleichbarer Altersstufen ausgetragen wurden.

Den ersten Lauf brachte Fünftklässlerin Katharina Reisch vom Gymnasium für ihr "Team together" erfolgreich ins Ziel. "Beim Schlusssprint war ich ganz schön ausgepowert", sagte die junge Sportlerin, die sonst in ihrer Handballmannschaft aktiv ist. "Doch das ist eine ganz andere Belastung." Flott zum ersten Platz stürmte auch im nächsten Wettbewerb Finn Remmele mit Samuel Möller und Timo Rohr aus der Klasse 6d des Gymnasiums. Doch bei der abschließenden Siegerehrung wurde einmal mehr deutlich: Noch mehr als sonst gilt hier der olympische Grundsatz "dabei sein und laufen ist alles".

Rekordzahlen

Nach dem trotz Regen gewachsenen Teilnehmerfeld beim Halbmarathon am 1. Mai freute sich Organisator Markus Dufner gestern schon beim Bambini-Lauf der Jüngsten über eine Rekordteilnehmerzahl von 147 Jungen und Mädchen, von denen die Jüngsten kaum vier Jahre alt waren. Schließlich machten sich 234 Schülerstaffeln in vier Läufen auf den Weg über dreimal 1,25 Kilometer. Am stärksten vertreten waren die Fünftklässler der Jungen mit 32 Teams. Doch selbst bei den Zwölftklässlern der Mädchen traten noch 25 Staffeln an, wovon weit mehr als die Hälfte allein von der Justus-von-Liebig-Schule ins Rennen geschickt worden war. Langweilig wurde es den Zuschauern nicht, da Moderator Michael Fleiner nie um einen interessanten Kommentar verlegen war. Die besten Vorlagen lieferten ihm schon die Trikots der jungen Läufer, die als Schweinsteiger, Messi oder Neymar jr. an den Start gingen. (hpw)