Zu den Gästen der Geburtstagsfeier in Münster und Pfarrzentrum zählten Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler und Owingens Bürgermeister Henrik Wengert, außerdem Weggefährten aus Bernd Walters bisherigen Pfarreien.

„Wofür stehe ich?“

In seiner Predigt ging Walter auf Lebensentwürfe ein und auf die Frage, wie jeder seine Berufung finden könne. Dafür benötige man keine Karriereziele, sondern – hergeleitet von der eigenen Beerdigung – eine Antwort auf die Frage: Was soll über mich einmal gesagt werde, wenn ich unterm Leichentuch liege? Es gehe darum, Haltung zu zeigen. „Wofür stehe ich?“ Dabei ließ er durchblicken, dass er momentan nicht wisse, wofür eigentlich Papst Franziskus steht, nachdem der Pontifex einen Rückzieher bei der Reform des Zölibats gemacht hatte. Im Nachklang zur Predigt wurde „My Way“ von Frank Sinatra gespielt.

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Erinnerung ans Christkind aus dem Zürn-Altar

Walter erinnerte an seine Ankunft in Überlingen vor etwas mehr als 14 Monaten, zeigte hinter sich auf den Hochaltar mit hölzernem Christuskind, mit dem er von Beginn an für Furore sorgte, weil er es mit in einen Kuhstall für ein Fotoshooting genommen hatte. Er betonte, dass er sich in Überlingen gut aufgenommen fühle. Er erzählte den Witz von einem Überlinger, dem der Einzug ins Himmelreich verwehrt worden sei, der aber darum bettelte, wenigstens einen Blick ins Pardies erhaschen zu dürfen. Da habe er gesehen, es sieht wie zu Hause aus: Vorne der See und hinten die Alpenkette.

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Selbst wenn man im Paradies auf Erden wohne, so Bernd Walter, könne man davon nicht ewig zehren, sondern müsse auch an Arbeit denken. Diese erfüllt er mit Überzeugung, und scheut sich nicht, dafür auch anzuecken. So bekannte er in seiner Predigt, dass für ihn folgende Anekdote einen tröstlichen Gedanken berge: Sagte ein langjähriger Priester beim Besuch des Bischofs, dass es ihm gut gehe, weil er sich gut mit allen vertrage und es keine Konflikte gebe. Daraufhin der Bischof: „Dann sind Sie ein schlechter Pfarrer.“