Dass mit der Umplanung des Parkhauses Bodenseetherme eine erhebliche Verringerung der Stellplätze gegenüber dem ursprünglichen Vorhaben verbunden ist, macht weder den Bauherrn Stadtwerke Überlingen GmbH (SWÜ), die Stadtverwaltung noch den Thermebetreiber glücklich. Bei der im Februar 2014 vom Gemeinderat beschlossenen Ausschreibung für die von Stadtplaner Schirmer favorisierte "2+4-Geschlosslösung" standen noch 342 Stellplätze im Raum. Davon bleiben nach dem Verzicht auf die Untergeschosse nur noch 189 Plätze übrig. Das mag ein Grund gewesen sein, dass Oberbürgermeister Jan Zeitler in seiner Ansprache zum Baubeginn mehrfach den neuen Parkplatz auf der anderen Straßenseite dazurechnete und von künftig 240 Stellplätzen als einem "ausreichenden Angebot" sprach.

Beschluss aus einer Zeit, als Parkhaus noch größer geplant war

Der Parkplatz war im 2017 als Provisorium beschlossen worden – bevor die SWÜ ihre Pläne für das Parkhaus reduzierten. Vorausgegangen war der Abriss des Hauses Wagner, das an die Therme angrenzte. Schon vor der Anlage des Alternativparkplatzes waren skeptische Stimmen zu vernehmen gewesen, die einen späteren Rückbau der Anlage anzweifelten. Unter den veränderten Rahmenbedingungen scheinen sie nun Recht zu behalten.

Nach der aktuellen Rechnung, die auch den einen oder anderen Stadtrat verwunderte, scheinen Zeitler und die SWÜ das ursprüngliche Provisorium als Dauereinrichtung zu verstehen. Auf Nachfrage wollte Zeitler dies zwar nicht bestätigen, betonte aber: "Wir haben ein Beschlusslage, dass die Parkplätze 'bis auf Weiteres' erhalten bleiben."

Räte wollen Belegungszahlen für alle Parkhäuser sehen

Unterdessen wartet der Gemeinderat nach wie vor auf konkrete Belegungszahlen der SWÜ für die bestehenden Parkhäuser. "Wir haben dies dem Aufsichtsrat schon detailliert dargelegt", erklärte Geschäftsführer Norbert Schültke auf Nachfrage. Für die anderen Gremien wolle man die Daten in einem Gesamtüberblick zusammenfassen. "Doch im Moment hatten wir noch einige andere Sachen zu tun." Die Aufregung um besetzte Parkhäuser ist für Schültke unbegründet. "Nicht einmal an den Adventssamstagen hatten wir gleichzeitig alle drei Parkhäuser belegt."