Vor ihrem Wertungsspiel am 31. Mai beim Bundesmusikfest in Osnabrück braucht es der Stadtkapelle Überlingen absolut nicht bange zu sein: Das, was die Schützlinge des städtischen Musikdirektors Ralf Ochs bei ihrem Osterkonzert im Kursaal boten, konnte sich wieder einmal wahrlich hören und sehen lassen und stieß deshalb auch auf übermäßigen Applaus im proppevollen Kursaal.

Erst nach drei Zugaben, darunter "Die Fischerin vom Bodensee" und das "Badnerlied", durften die Musiker die Bühne verlassen. Das hohe Niveau, welches die Stadtkapelle seit vielen Jahren auszeichnet und auch gestern offenbar wurde, brachte Oberbürgermeister-Stellvertreter Robert Dreher zur Aussage: „Wenn ich auf einen auswärtigen Termin jemanden mitnehmen dürfte, dann die Stadtkapelle. Mit euch könnte man richtig angeben“, sagte er in Richtung der Musiker.

Bild: Kleinstück, Holger

Nachdem die Stadtkapelle nach einleitenden Worten ihres Vorsitzenden Ulrich Bäumler ihr Publikum mit „Victory“ von Rossano Galante begrüßt hatte, ging es nach Almansa, eine Stadt im Südosten von Spanien. Dieses reizende, festliche Stück von Ferrer Feran, das unter anderem Elemente arabischer Tänze und Märsche enthält, werden die Musiker beim Wertungsspiel ebenso zum Besten geben wie „Of ancient dances“ von Stephan Bulla.

Dieses aus vier Sätzen bestehende Werk bietet viele Möglichkeiten für ein Orchester, sein Können und seine Virtuosität unter Beweis zu stellen. „Abwechslungsreich und ausdrucksstark ergänzen sich die vier Sätze zu einer kraftvollen musikalischen Bildfolge – großes Kino“, wie Moderatorin Katharina Kitt trefflich feststellte.

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Auch mit den anderen Musikstücken traf die Stadtkapelle gestern den Geschmack ihres Publikums. Ob mit „Musik liegt in der Luft“, ein Stück deutsche Showgeschichte im Fernsehen, mit dem schwungvollen Welthit „Volare“, der 1958 den "Grammy Award" für den Song des Jahres erhielt, oder mit dem Lied „There's noch business like show business“, das einst Marilyn Monroe und Frank Sinatra sangen: Lang anhaltender und nicht enden wollender Applaus für den bunt gemischten musikalischen Osterstrauß waren Ausdruck größter Anerkennung für die Musiker der Stadtkapelle.

Den Wertungsspielen dürfen Ralf Ochs und seine Schützlinge jedenfalls beruhigt entgegensehen – trotz des Mythos, dass nur eine schlechte Generalprobe Garant für eine gute Premiere ist. Katharina Kitt drückte es so aus: „Vergessen Sie nicht, am 31. Mai ganz fest die Daumen drücken, wenn sich die Stadtkapelle in Osnabrück dem Urteil der Jury stellt.“