Georg Müller, der vor gut zwei Wochen bekannt gemacht hatte, bei der Wahl im Herbst gegen Oberbürgermeisterin Sabine Becker zu kandidieren, meldet sich im Platanen-Streit zu Wort. Er sei für einen Runden Tisch oder einen Bürgerentscheid, teilt der 56-Jährige aus Laudenbach im Rhein-Neckar-Kreis mit.

„Die Stadt ist in der Frage Platanen oder Mommsen-Plan tief gespalten“, schreibt der OB-Kandidat in einer Pressemitteilung wörtlich. "Unterstellungen, gegenseitige Vorhaltungen, juristische Streitigkeiten – so könne es nicht weitergehen." Deshalb trete er dafür ein, dass alle Beteiligten "mehr miteinander statt übereinander reden". Und darum sei er auch für den Runden Tisch, "um die Möglichkeiten eines Kompromisses auszuloten". Komme dieser nicht zustande, dann müsse die Bürgerschaft entscheiden.

"Die Platanen gehören einfach zu Überlingen."

Er habe in den letzten Wochen mit vielen Menschen in Überlingen gesprochen, teilt Müller weiter mit. Dabei habe er viele getroffen, die für den Erhalt der Platanen seien und viele, die hinter dem Mommsen-Plan stünden. Das sei auch verständlich, denn es gebe für beide Seiten gute Argumente. Einen Satz habe er jedoch besonders häufig gehört: „Die Platanen gehören einfach zu Überlingen.“ Deshalb sei er persönlich für den Erhalt dieser "Überlingen-Allee". "Aber es gehe nicht darum, was ich möchte, sondern darum, was die Mehrheit der Überlinger will und darum, endlich wieder Frieden in dieser wichtigen Frage zu schaffen", meint der OB-Kandidat weiter. "Denn wie könnte sonst so etwas wie Vorfreude auf die Landesgartenschau aufkommen", formuliert Müller weiter und schießt in Richtung Rathaus: Die Bürgerinitiative habe doch ganz klare Signale für einen Runden Tisch ausgesandt.

„Dagegen scheint mir die Rathausspitze auf Biegen und Fällen am Mommsen-Plan festzuhalten – Kulturdenkmal hin, 3000 Unterschriften her. Das ist Politik nach Gutsherren-Art und passt nicht in unsere Zeit.“

Bürgerentscheid für Müller als letzte Instanz

Wenn ein Runder Tisch zu keiner Einigung komme, dann sei er für einen Bürgerentscheid, führt Müller weiter aus. Und äußert sich auch zur Frage, ob dann die Zuschüsse für die Landesgartenschau gefährdet seien: „Man stelle sich vor: Die Mehrheit der Überlingerinnen und Überlinger entscheidet sich für den Erhalt von hundert alten Bäumen. Was würde dann der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagen? Würde er sagen: Wenn Überlingen hundert alte Bäume rettet, kriegen sie die Landesgartenschau nicht? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“

Schließlich wird OB-Bewerber Georg Müller in seiner Pressemitteilung grundsätzlich. Wörtlich schreibt er: „In der Demokratie wird diskutiert und dann abgestimmt. Die Mehrheit entscheidet. Das ist ein urdemokratisches Prinzip. Dahinter stehe ich voll und ganz.“ Dann erinnert der Parteilose an den Satz von Willy Brandt: "Mehr Demokratie wagen. Dies, möchte ich auch in Überlingen verwirklichen.“