Beim Neujahrsempfang im Augustinum Überlingen blickten die Redner erwartungsfroh ins neue Jahr. Aber es gab auch nachdenkliche Töne. Direktor Tobias Heemann griff bei seiner Begrüßung die Fülle der diesjährigen Veranstaltungen auf. Sein Haus gehört zu den Sponsoren der Landesgartenschau und spendiert ein Jazz-Konzert auf der Seebühne. Im Juni wird sich das Augustinum einen Tag lang auf dem Gelände präsentieren. Sein Dank galt Mitarbeitern und Bewohnern, die die seit 2017 laufenden Renovierungsarbeiten mit viel Geduld ertrügen.

Augustinum ein Pavillion im Garten

In Vertretung des Oberbürgermeisters trat Kristin Müller-Hausser ans Rednerpult. Sie verglich die 1250 Jahre alte Stadt mit einem Haus. Die Gräben seien die Wände, die Küche die Hofstatt und auch Gästezimmer habe man reichlich. Das Augustinum sei der nette Pavillon im Garten.

Das Überlinger Duo Alexander Brudenko am Klavier und Anna Mishkutenok, Violine, sorgten für musikalische Unterhaltung.
Das Überlinger Duo Alexander Brudenko am Klavier und Anna Mishkutenok, Violine, sorgten für musikalische Unterhaltung. | Bild: Sabine Busse

Dekanin Regine Klusmann fragte in ihrem Grußwort, ob 2020 der Klimawandel oder die bedrohte Demokratie das beherrschende Thema sein werden. „In einer Welt der vielen Ichlinge und Social Media Bubbles scheinen die gemeinsamen Visionen zu fehlen.“ Sie erinnerte an die christliche Maxime, die Schöpfung zu bewahren, und schloss mit der Hoffnung, dass die Menschen im kommenden Jahr genauer zuhören und hinschauen.

Vor Eile nicht das Wesentliche verpassen

Stadtpfarrer Bernd Walter, schaute dankbar auf sein erstes Jahr in Überlingen zurück. Es sei ihm gelungen, hier Wurzeln zu schlagen. Viel habe er von seinem neuen Kollegen aus dem Kongo gelernt, der sagt „Wir in Afrika haben die Zeit, ihr habt die Uhr.“ Walter mahnte vor lauter Eile, das Wesentliche nicht zu verpassen.

Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr

Auch Gerhard Hoffmann, Geschäftsführer der Diakonie, ließ sein erstes Jahr im neuen Amt Revue passieren. Zu ihren Aufgaben gehöre die Betreuung schwangerer Frauen und Flüchtlinge. „Es war ein arbeitsreiches Jahr, oft mit schwierigen Themen.“

Nicht die alten Menschen vergessen

Als Vertreterin der Bewohner wünschte sich Regine Wolf-Hauschild mehr rücksichtsvolle Autofahrer. An die anwesenden Gemeinderäte richtete sie den Appell. „Vergessen sie die Alten nicht!“