„Wir fahren vollelektrisch, damit der Müll nicht noch mehr müffelt.“ Das steht auf dem neuesten Müllauto der Stadt Überlingen. Ein Streetscooter Work L ergänzt den Fuhrpark des städtischen Bauhofs. In dieses auch als Post-Elektro-Transporter bekanntes Modell werden die Mülleimer entleert, aber auch Laub wird abgefahren. Alexander Barth, Abteilungsleiter des Bauhofs, erklärt: „Es war gar nicht so einfach, hier eine vollelektrische Alternative zu finden. Viele Fahrzeuge verfügen nicht über die nötige Höchstgeschwindigkeit. Liegt diese bei nur 30 Kilometer pro Stunde, müssten wir zu viele zusätzliche Fahrten einplanen.“

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Für Fahrten zur Füllenweide, etwa um Grünschnitt wegzubringen, brauche man eine Höchstgeschwindigkeit von über 80 Kilometer pro Stunde, und diese sei mit dem Streetscooter gegeben. Die Zuladung des neuen Fahrzeugs beträgt rund eine Tonne, es sei sehr zweckmäßig, aber „Komfort ist anders“, erzählt Barth lachend, und spielt damit auf die Federung des Fahrersitzes an.

Versehen mit dem flotten Spruch vom müffelnden Müll wolle die Stadt auf charmante Weise ein Zeichen für Elektromobilität setzen, so der Chef des Bauhofs. Zu dessen Fuhrpark gehören neben dem neuen Scooter seit 2017 schon drei Renault Kangoos und zwei Smarts – alle vollelektrisch. Barth, der selbst einen Smart fährt, berichtet: „Wir hatten extra eine zweite Ladesäule angeschafft, und sind jetzt doch sehr erstaunt, dass wir die selten brauchen, weil die Ladung lange hält.“ Als nächstes könnte ein kleines Fahrzeug für den Betrieb im Stadtgarten folgen.

Bei großen Fahrzeugen noch nicht leistbar

Viel schwerer ist es, große Fahrzeuge auf Elektrobetrieb umzustellen beziehungsweise zu ersetzen. In Norwegen sei dies bereits Normalität, aber hier würden Anschaffungskosten und Leistung eine Umstellung erheblich erschweren, sagt Barth. „Wir können ja im Winterdienst nicht mit zusätzlichen Schichten fahren, das kriegen wir gar nicht hin.“ Dennoch betont der Bauhofleiter den Willen der Stadt Überlingen, hier eine Vorbildfunktion einzunehmen. Aus diesem Grunde werde auch Oberbürgermeister Jan Zeitler ab dem Frühjahr auf Hybrid, das heißt, teilweise Elektromotorbetrieb, umsteigen.