Skifahren ist ein teurer Sport. Umso wichtiger ist es für viele Eltern, wenn sie für ihre Sprösslinge zumindest eine preiswerte Ausrüstung finden – sei es ein Snowboard, seien es Skier oder die Schuhe, aus denen das Kind schon wieder herausgewachsen ist. Oft sind es Vereine, die einen Basar als Second-Hand-Markt organisieren. Eine solche Gelegenheit bietet in Überlingen seit mehr als 40 Jahren regelmäßig die Firma Sport Schmidt. Ob der Basar auch in diesem Jahr stattfinden kann, stand lange Zeit auf der Kippe. Da die ehemalige Kapuzinerkirche, wo die Veranstaltung nach dem Umzug aus dem Rathauskeller in den vergangenen Jahren stattgefunden hatte, wegen Baufälligkeit gesperrt ist, musste eine Alternative gefunden werden. Diese hat die Firma nach langer Suche schließlich gegenüber des eigenen Geschäfts in der Münsterstraße gefunden.

Doch warum macht sich das Sportgeschäft, das eigentlich auch gerne neue Skier verkauft, seit Jahren überhaupt diese Mühe? „Es war schon damals ein Anliegen, möglichst vielen Familien mit Kindern die Ausübung des Skisports ermöglichen“, erklärt Norbert Hermann von Sport-Schmidt-Profimarkt im Einkaufszentrum La Piazza. Dort befindet sich auch die Werkstatt, wo die Bindungen eingestellt, die Beläge ausgebessert und die Kanten geschliffen werden.

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Die Skihersteller werben schon im Frühherbst für ihre neuesten Modelle, spielen da Schnäppchen für die Piste heutzutage überhaupt noch eine Rolle? „Ja, durchaus“, weiß Hermann von der Nachfrage der vergangenen Jahre. „Diese Gelegenheit wird sehr gerne angenommen, auch von Erwachsenen, die nur ein paar Tage im Jahr zum Skilaufen gehen.“ Ein Pluspunkt ist, dass der Skibasar nicht nur an einem Tag stattfindet, sondern an vier Wochenenden vor Weihnachten. Auch aus Sicht der Nachhaltigkeit hält es Sport Schmidt für sinnvoll, die gebrauchten Geräte noch länger zu nutzen, sofern sie dafür noch geeignet erscheinen.

Angebote werden sorgfältig geprüft

Genau das wird vor der Annahme nach Kriterien des Skiverbands genau geprüft. Beim Basar wird auch von Verkäufern und Interessenten nicht um den Preis gefeilscht. Sport Schmidt nimmt gut erhaltenes Material in Zahlung und verkauft dieses an den vier Samstagen vom 24. November bis zum 15. Dezember an Interessenten. Was übrig bleibt, ist das Problem des Sportgeschäfts. Entgegengenommen werden daher auch nur Carving-Skier neueren Datums für Erwachsene und Kinder, Snowboards sowie gut erhalten Skistiefel und Snowboardschuhe. „Alle anderen Skier sind quasi unverkäuflich“, sagt der Fachmann. Nicht angenommen werden auch Langlaufskier oder Schlittschuhe.

Besonders bei Top-Skiern kann man deutlich sparen

Werden die gebrauchten Skier bei der Annahme genau geprüft? „Natürlich übernehmen wir nur qualitativ gutes Material“, betont Norbert Hermann. „Darauf hat der Kunde einen Anspruch.“ Alle Skier werden so weit wie möglich aufgemöbelt und in einem fahrtauglichen Zustand verkauft. Wie viel kann man sparen gegenüber neuen Skiern? „Das ist nicht leicht zu beantworten und hängt von der Qualität und vom Einzelfall ab“, sagt der Fachmann: „Doch auch bei gut erhaltenen Top-Skiern kann man deutlich mehr als die Hälfte sparen.“

Bindung muss richtig eingestellt werden

Mit welchen weiteren Kosten muss der Kunde noch rechnen, wenn er sich ein Schnäppchen gesichert hat? „Auf jeden Fall muss die Bindung noch richtig eingestellt werden. Das ist ganz wichtig“, sagt Hermann: „Das kostet 12 Euro.“ Unter Umständen kann auf Wunsch des Käufers bei Bedarf auch noch der Belag ausgebessert werden. Wenn es keine großen Schäden sind, können die Kunden sich diese Ausgabe auch sparen. Ansonsten kostet der Skiservice noch zwischen 15 und 30 Euro zusätzlich. „In der Regel ist das jedoch nicht erforderlich.“

Auch Leihskier werden als Gebrauchtgeräte verkauft

Natürlich trägt der Skibasar auch zur Kundenbindung bei. Und es gibt es inzwischen eine weitere Möglichkeit, sich hohe Investitionen zu sparen. „Seit gut fünf Jahren verleihen wir ja auch Skier“, erklärt Hermann. Einfache Skier gibt es ab 20 Euro für ein Wochenende, hochwertigere Ausrüstung kann auch 50 Euro kosten – für ein neuwertiges Paar Skier. Auch diese Leihskier werden am Saisonende als Gebrauchtgeräte verkauft. Da kann man sich nur Schnee und "Ski heil" wünschen!