„Wir suchen für jeden Topf den passenden Deckel“, brachte Referentin Bernadette Hake vom Diözesanverband Freiburg das Schema der neuen Initiative „Die Türöffner„ der Münstergemeinde auf den Punkt, das ehrenamtlich Engagierte mit einsamen, meist älteren Menschen oder Alleinerziehenden zusammenbringen soll.

Wie genau das funktionieren soll, wurde bei einer Informationsveranstaltung im Pfarrzentrum der katholischen Münstergemeinde vorgestellt. Pfarrer Bernd Walter formulierte die Ziele der Initiatorinnen in seiner Einführung so: „Sie wollen die Herzenstüren der Menschen öffnen, der Menschlichkeit ein Gesicht geben.“

Hilfe jeder Art kann angeboten werden

Es gibt zwei Möglichkeiten, sich in dieses Konzept einzubringen. Einerseits können sich Interessierte als Türöffner engagieren und ehrenamtlich Mitmenschen unterstützen, die Hilfe im Alltag benötigen. Andererseits können sich all jene melden, die selbst einen Türöffner brauchen, also Unterstützung bei Haushaltsaufgaben, der Kinderbetreuung, dem Einkaufen oder anderen Aktivitäten.

Fragebögen als Grundlage für Vermittlung von Helfern

Unter dem Motto „Topf sucht Deckel“ werden mittels Fragebögen Angebote und Bedürfnisse festgehalten. Jede Form der Hilfe ist hierbei willkommen, gerne auch von Jüngeren, betonen die Initiatoren. Dabei komme es nicht darauf an, ob man im Monat lediglich vier Stunden oder sogar täglich Zeit habe, jemanden zu unterstützen.

Die Fragebögen und der Flyer zur Aktion „Die Türöffner“.
Die Fragebögen und der Flyer zur Aktion „Die Türöffner“. | Bild: Petra Hofmann

Viele entscheiden sich spontan zum Mitmachen

Viele Menschen füllten nach der Informationsveranstaltung spontan einen Fragebogen aus, um als Türöffner in der Gemeinde tätig zu werden. Konrad Kempter lebt seit 60 Jahren in Überlingen. Er ist in der Nachbarschaftshilfe aktiv und möchte sein Engagement weiter ausbauen, erzählte er.

Inge Mayer stellte das Konzept bei der Informationsveranstaltung vor. Konrad Kempter möchte sich engagieren.
Inge Mayer stellte das Konzept bei der Informationsveranstaltung vor. Konrad Kempter möchte sich engagieren. | Bild: Petra Hofmann

Ancilla Starosta würde gerne einsame Geburtstagskinder glücklich machen und Gisela Strebinger Alleinerziehende unterstützen. Irmgard Musik sucht nach dem Tod ihres Mannes eine Aufgabe, die sie von ihrem Verlust ablenkt.

Ancilla Starosta und Gisela Strebinger aus Überlingen sowie Irmgard Musik aus Nußdorf (von links) möchten als „Türöffner“ aktiv werden. Informationen über das Projekt gibt es in Form eines Flyers, außerdem füllen die Teilnehmer Fragebögen aus (rechts).
Ancilla Starosta und Gisela Strebinger aus Überlingen sowie Irmgard Musik aus Nußdorf (von links) möchten als „Türöffner“ aktiv werden. Informationen über das Projekt gibt es in Form eines Flyers, außerdem füllen die Teilnehmer Fragebögen aus (rechts). | Bild: Petra Hofmann

Wie die passenden Menschen zusammengebracht werden sollen

Die Arbeitsgruppe ist sich bewusst, dass es Zeit braucht, um zu wachsen. Zeit, um über Vereine, die Kirche, Verbände und die Nachbarschaft bekannt zu werden. Es braucht auch Zeit, „die passenden Menschen zusammenzuführen“, betonte Referentin Bernadette Hake.

Sie erzählte ein Osnabrücker Beispiel: Da habe es einen älteren Herrn gegeben, der ein Auto hatte. Er sei einsam gewesen. Alleine zu reisen, habe ihm auf Dauer keine Freude mehr gemacht. Über die mithilfe der Fragebögen angelegten Profile habe sich dann ein Herr gefunden, der angegeben hatte, gerne Ausflüge zu unternehmen, jedoch kein Auto habe. Das Organisationsteam der Türöffner habe diese beiden Menschen zusammengebracht.

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Helfer sind versichert

Bernadette Hake ergänzte noch als Information für alle, die überlegen, sich zu engagieren: „Die Ehrenamtlichen sind versichert. Auf dem Weg und während der Tätigkeit.“