Rot ist die neue Farbe an der Überlinger Uferpromenade. Nicht nur, dass das graue Granitpflaster an mehreren Stellen von rotem Rhyolith unterbrochen wird, auch die neuen Sitzbänke strahlen in sattem Rot. Am Montag haben Stadt und Landesgartenschau GmbH, die mit der Umgestaltung von Promenade und Mantelhafen beauftragt worden war, die neuen Sitzgelegenheiten der Öffentlichkeit übergeben – zumindest die ersten Bänke am neuen Pflanzenbeet am Mantelhafen.

Bis Ende nächster Woche werden noch weitere Bänke entlang der Uferpromenade aufgestellt. Insgesamt werden 23 Einzelbänke installiert, die bei Bedarf, etwa bei größeren Veranstaltungen, demontiert werden können. Hinzu kommen acht Stühle, die im Schatten der Pappeln am Mantelhafen aufgestellt werden. Um Diebstahl und Vandalismus vorzubeugen, werden diese mit Ketten im Boden verankert.

Christin Grob sitzt auf einem von acht Stahlstühlen Probe, die im Beriech des Mantelhafens aufgestellt und angekettet werden.
Christin Grob sitzt auf einem von acht Stahlstühlen Probe, die im Beriech des Mantelhafens aufgestellt und angekettet werden. | Bild: Deck, Martin

Auch die Bänke werden in Betonfundamenten befestigt. Um diese zu gießen, müssen teilweise Pflastersteine wieder entfernt werden. Doch warum wurden die Fundamenten nicht schon vor den Pflasterarbeiten gegossen? "Es war wichtig, zuerst die ganze Fläche zu pflastern, um richtig verdichten zu können", erklärte Roland Leitner, Geschäftsführer der LGS GmbH. Hätte man die Stahlbolzen schon zuvor eingesetzt, hätte die Gefahr bestanden, dass sie sich durch das Rütteln leicht verschieben und dann nicht mehr an die Bänke passen.

Entscheidung fällt auf Klassiker unter den Sitzbänken

Mit der Optik der Bänke ist Leitner ebenso zufrieden wie Baubürgermeister Matthias Längin. Der Gemeinderat hatte sich im Februar für die Bank Landi entschieden. Entworfen für die Schweizer Landesausstellung 1939, zählt das Modell seit Jahrzehnten zu den Klassikern unter den Sitzbänken im öffentlichen Raum. "Sie passt sehr gut zum Stil der 1970er-Jahre, der die gesamte Uferpromenade prägt", sagte Längin. Zudem harmoniere die rote Farbe gut mit dem neu verlegten Natursteinpflaster. Beim Material setzen die Planer auf lackiertes Holz – auch weil dieses leicht zu pflegen sei. "Leider wird es vermutlich nicht ausbleiben, dass es die ein oder anderer Schmiererei und Schnitzerei gibt", so Längin. Mit 45 Zentimetern Sitzhöhe seien die Bänke zudem fünf Zentimeter höher als üblich. Das käme vor allem älteren Menschen entgegen, da es das Aufstehen erleichtere, sagte Roland Leitner.

Hersteller hatte Lieferschwierigkeiten

Länger gedauert als gedacht hat es jedoch, bis die Bänke tatsächlich auf der Promenade aufgestellt werden konnten. Eigentlich war angedacht, dass die Sitzgelegenheiten bereits im Juni installiert werden, wegen Lieferschwierigkeiten des Herstellers wurde der Termin aber deutlich nach hinten verschoben. "Wir sind froh, dass es jetzt noch im Juli geklappt hat", sagte Roland Leitner. Dadurch, dass die alten Bänke provisorisch Abhilfe schufen, sei der Druck auch nicht so hoch gewesen. Die nun aussortierten Bänke werden auf dem Gelände des Werkhofs eingelagert und sollen bei Bedarf andere Bänke im Stadtgebiet ersetzen.

Erste Verschleißerscheinungen am Natursteinpflaster

"Wir erhalten gerade hier am Mantelhafen eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität. Und das war unser Hauptziel." Am Montag wollte jedoch noch kaum jemand auf den neuen Bänken Platz nehmen – was aber vor allem an der prallen Sonne lag. Ansonsten käme die neugestaltete Promenade aber durchweg positiv an, sagte Längin. Auch die anfänglichen Klagen über die Fugengröße seien zurückgegangen. Dabei machen gerade diese den Planern kleine Sorgen. In den Fugen sammeln sich unzählige Zigarettenstummel. "Wir versuchen, dem nachzukommen. Aber das bedarf eines hohen Personalaufwands", sagte Längin. Man habe bereits darüber nachgedacht, weitere Aschenbecher aufzustellen, dies habe aber wenig Aussicht auf Verbesserung. "Es ist schade, dass die Raucher nicht mal die vorhandenen Aschenbecher nutzen." Auch auf dem Pflaster gibt es die ersten Verschleißerscheinungen: Nach dem Promenadenfest blieben mehrere Fettflecken auf dem Naturstein zurück, wie Grünflächenamtsleiter Rolf Geiger bemängelte. Roland Leitner: "Das ist wie bei einem neuen Auto: Der erste Kratzer tut immer weh."

Mit dem Aufstellen der Sitzbänke enden die Arbeiten am rund 1,3 Millionen teuren ersten Bauabschnitt der Promenadenneugestaltung. Im Herbst beginnt der zweite Bauabschnitt am Landungsplatz.