Viel Rückhalt bekam die Eisbahn „ÜB on Ice“ jetzt im Gemeinderat, der darin eine wichtige Attraktion im Winter sieht. Die Beratung war auf Antrag der Fraktion BÜB+ zustande gekommen, die unter anderem die Befreiung von Sondernutzungsgebühren beklagt und kritisiert hatte, dass das „Zeltkonglomerat“ weiter gewachsen sei. Zudem forderten sie eine öffentliche Ausschreibung der Veranstaltung und eine Mitsprache bei der Gestaltung.

Kritik an Befreiung von Sondernutzungsgebühren

„Wir kennen keine Eisbahn, die ohne Einnahmen der Gastronomie funktioniert“, erklärte Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger einleitend. Der Gemeinderat habe beschlossen, „ÜB on Ice“ als eine der großen Veranstaltungen im Jahr aufgrund des überwiegenden öffentlichen Interesses von Sondernutzungsgebühren zu befreien. „Wenn Sie einen anderen Beschluss fassen, wird sich die Verwaltung daran orientieren.“

Keine rechtliche Grundlage für Mitsprache bei Gestaltung

Da es sich um die Veranstaltung eines externen Betreibers auf dessen eigenes Risiko handle, sei eine Ausschreibung weder nötig noch möglich. Wiedemer-Steidinger zog einen Vergleich zum Weihnachtsmarkt. Hier sei die Stadt nach verschiedenen Versuchen „sehr froh, dass ein externer Veranstalter dies auf eigenes Risiko macht“. Für die geforderte Offenlegung der Umsatzzahlen des Eisbahnbetreibers gebe es ebenso wenig eine Rechtsgrundlage wie für eine Mitsprache bei der Gestaltung.

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Vorwurf: Gastronomie zu stark im Vordergrund

Stadtrat Dirk Diestel (BÜB+) beteuerte: „Wir wollen die Eisbahn ja nicht abschaffen.“ Weiter räumte er ein: „Früher war das auch schön.“ Doch inzwischen stehe weniger das Eislaufen als viel mehr der gastronomische Betrieb im Mittelpunkt. Zudem müssten Verwaltung und Gemeinderat bei der Gestaltung mitreden und Einfluss nehmen können.

Stadtrat Günter Hornstein (CDU) hielt dagegen. Überlingen habe das große Talent, die eigenen Errungenschaften schlecht zu reden, sagte er. Dabei blicke die ganze Region „von außen neidvoll“ auf dieses besondere Angebot. Viele Gäste kämen in diesen sechs Wochen nur wegen der Eisbahn nach Überlingen. Die eine oder andere Kritik sei vielleicht berechtigt. „Doch ich bin froh, dass wir das haben“, so Hornstein.

Neuerungen kommen gut an

Auch die Neuerungen dieses Jahres fanden Zustimmung. „Ich war sehr froh, dass die Eisbahn in diesem Winter überdacht war“, erklärte Manuel Wilkendorf (SPD): „So konnte ich mit meinen Kindern auch bei Regen mal Schlittschuhlaufen gehen, das war vorher nicht möglich.“

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„Ohne die Eisbahn wäre die Innenstadt für die Jugend tot in dieser Zeit“

Nicht nur rund um den Tisch gab es viel Rückhalt für die Eisbahn. Auch Jugendgemeinderat Espen Rechsteiner meldete sich zu Wort. „Ohne die Eisbahn wäre die Innenstadt für die Jugend tot in dieser Zeit“, sagte er. „Wir würden uns eher mehr solche Angebote wünschen.“

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