Nachdem Eventmanager Reinhard Weigelt das Aus von "Kultur im Kapuziner" verkündet und die Stadtspitze und das Kulturamt angegriffen hat, meldet sich nun die Verwaltung zu Wort. "Es ist bedauerlich für Kulturinteressierte in der Region, wenn die beliebte Veranstaltungsreihe 'Kultur am Kapuziner' 2019 ausfällt", teilt die städtische Pressestelle auf SÜDKURIER-Anfrage mit. Dies sei aber nicht die Schuld der Verwaltung, die Weigelt durchaus einen Alternativstandort vorgeschlagen habe: "Von Seiten der Stadt wurde bereits bei der Wahl des Ausweichstandorts für die Eisbahn ein alternativer Standort bei der Zimmerwiese angeboten, der von Seiten des Veranstalters abgelehnt wurde. Der gleiche Standort wäre auch als temporäre Ausweichmöglichkeit für 'Kultur im Kapuziner' denkbar."

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Weigelt hatte im Gespräch mit dem SÜDKURIER klar betont, dass für sein Kleinkunstfestival – wie schon bei der Eisbahn – nur ein Standort am See in Frage komme, da er auf die Tagestouristen am Ufer angewiesen sei. Er hatte deshalb beantragt, den Glaspavillon aus dem Vorjahr auf der sogenannten Fischerwiese beim Gondelehafen aufzubauen. Dies hat die Stadt jedoch abgelehnt – und dies laut Auskunft der Pressestelle auch "innerhalb der gesetzlichen Entscheidungsfrist" dem Eventmanager mitgeteilt. Bereits "unmittelbar nach Eingang der vollständigen Unterlagen" – aus der Formulierung lässt sich schließen, dass die erste Anfrage bereits früher vorlag – habe man dem Veranstalter mitgeteilt, bis wann er mit einer Antwort rechnen könne. Die Stadt widerspricht damit der Anschuldigung Weigelts, dass die Verwaltung ihn über Monate hingehalten habe.

"Kultur wird in Überlingen dann großgeschrieben, wenn es dem Kulturamtsleiter und dem OB wichtig erscheint. Ansonsten findet sie nicht statt."Reinhard Weigelt, Eventmanager
"Kultur wird in Überlingen dann großgeschrieben, wenn es dem Kulturamtsleiter und dem OB wichtig erscheint. Ansonsten findet sie nicht statt."Reinhard Weigelt, Eventmanager

Zur Begründung für die Ablehnung des Pavillons auf der Fischerwiese schreibt die Stadt: "Der angefragte, temporäre Glaspavillon verstößt hier gegen Belange des Bauplanungsrechts, des Baumschutzes, des Sanierungsrechts sowie des Nachbarrechts. Im Übrigen steht der angefragte Glaspavillon im Widerspruch zum städtischen Vergabekonzept für Veranstaltungen. Vor diesem Hintergrund konnte die Stadt Überlingen, auch aus Eigentümersicht, nicht zustimmen." Die Stadt hätte sich deshalb gewünscht, "dass neben dem angefragten auch alternative Standorte zur temporären Aufstellung des Glaspavillons von Seiten des Veranstalters in Erwägung gezogen worden wären".

"Wir hätten uns gewünscht, dass neben dem angefragten auch alternative Standorte zur Aufstellung des Glaspavillons in Erwägung gezogen worden wären."Jan Zeitler, Oberbürgermeister
"Wir hätten uns gewünscht, dass neben dem angefragten auch alternative Standorte zur Aufstellung des Glaspavillons in Erwägung gezogen worden wären."Jan Zeitler, Oberbürgermeister | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

Ab wann die Kapuzinerkirche, die während der LGS als Blumenhalle genutzt wird, wieder für Kulturveranstaltungen zur Verfügung steht, könne noch nicht abschließend beantwortet werden. "Da noch nicht alle Rahmenbedingungen für die zukünftig beabsichtigte Nutzung feststehen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verbindliche Aussage für die Zeit nach der LGS getroffen werden. Ziel ist es jedoch, das Gebäude nach Herstellung der Standsicherheit zeitnah im Anschluss an die LGS für 2021 zumindest phasenweise wieder nutzbar zu machen und weitere erforderliche Sanierungen außerhalb von Veranstaltungszeiten vorzunehmen." Die Holzbauarbeiten zur Stabilisierung des Dachstuhls sollen voraussichtlich Anfang Juni beginnen und im Spätsommer abgeschlossen werden.

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