In verschiedener Hinsicht ist mit der Ausstellung zu Leben und Werk des katalanischen Surrealisten Salvador Dalí eine Veranstaltung der Rekorde zu Ende gegangen. Noch nie waren zu einer Bilderschau in der städtischen Galerie Fauler Pelz mehr als 30 000 Besucher gekommen.

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Neuer Rekord war allerdings auch, dass diese Präsentation aus dem Fundus des Sammlers und Verlegers Michael Imhoff seit März 2018 an insgesamt 568 Tagen zu sehen war. Manch einer nutzte erst den letzten Tag, andere Mehrfachbesucher konnten sich selbst bei der Finissage nach eineinhalb Jahren noch viel Neues und Spannendes über den kreativen Selbstdarsteller erfahren.

Abschnitte aus der Biografie

Zu verdanken hatten sie die dem Kunstexperten, Kunsthändler und Spanienkenner Michael Walz und der Schauspielerin und Sprecherin Johanna Wolf, die Abschnitte aus der Autobiografie „Das geheime Leben des Salvador Dalí“ sehr lebendig vortrug. Dass Dalí dieses vermeintliche Resümee seines Lebens 1942 im Alter von 38 Jahren und schon 47 Jahre vor seinem Tod verfasst hatte, war nicht der einzige Grund, dass hier viel „Dichtung und Wahrheit“ zusammengekommen seien, wie Michael Waltz erläuterte.

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Die Daten machte Dalí nach seiner Façon passend, auch andere Begebenheiten entsprangen eher dem Wunsch als der Wirklichkeit. Zutreffend war allerdings, dass der Künstler von der Akademie geworfen wurde, nachdem er die bevorstehende Prüfung kurzerhand als nicht zielführend bezeichnet und die Professoren als ihm an Intelligenz viel zu unterlegen bezeichnet hatte.

Schriftsteller und Filmemacher

Doch nicht nur wegen seines schrägen Charakters, seiner Egomanie und seiner Nähe zu den Mächtigen, insbesondere zu Diktator Franco, solle man sich den Namen Dalís merken, betonte Michael Walz und nannte einige Argumente. Zu seinem Freundeskreis hätten insbesondere Schriftsteller Federico Garcia Lorca oder der anerkannteste spanische Filmemacher Luis Bunuel gehört, gänzlich unverdächtige Figuren, die ausgewiesen Kritiker der Mächtigen waren.

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Zudem dürfe Dalí für das 19. Jahrhundert als Erneuerer der Kunst gelten, wie in den Jahrhunderten zuvor Hieronymus Bosch oder die Gebrüder Breughel. Neu sei für die 1920er Jahre zum einen der multimediale Ansatz gewesen, wie ihn schon Leonardo oder Goethe gepflegt hätten, zum anderen habe der Künstler vor dem Hintergrund Freudscher Lehren erstmals die Psychologie auf die Leinwand gebracht. Zu guter Letzt der Markt: Von keinem Kollegen außer Picasso seien mehr Bilder verkauft worden als von Dalí.