Erst war es einfach nur eine Idee. Dann wurde aus dem Gedankenblitz Realität: Myriam Kusterer und Jana Heggelbacher eröffnen demnächst ihre eigene Crêperie in der Christophstraße. „Ich bin fassungslos“, versucht die 22-jährige Kusterer ihre Freude in Worte zu fassen. Die 20-jährige Heggelbacher sagt: „In mir sprudelt es nur vor Emotionen.“

Myriam Kusterer und Jana Heggelbacher freuen sich auf die Eröffnung ihrer eigenen Crêperie in den Räumlichkeiten des Cafés „I love Leo“. In den kommenden Monaten wollen die beiden Freundinnen dort selbst gemachte Crêpes und Waffeln verkaufen.
Myriam Kusterer und Jana Heggelbacher freuen sich auf die Eröffnung ihrer eigenen Crêperie in den Räumlichkeiten des Cafés „I love Leo“. In den kommenden Monaten wollen die beiden Freundinnen dort selbst gemachte Crêpes und Waffeln verkaufen. | Bild: Mona Lippisch

Eigentlich wollte Kusterer nur für wenige Wochen in Überlingen bleiben und danach wieder reisen. Ihren Flug nach Australien hat sie nun erst mal umgebucht. „Mit jedem Tag fanden wir unsere Idee besser und besser. Wir sind richtig aufgeblüht“, blickt Heggelbacher zurück.

Gemeinsame Arbeit macht den Mädels Spaß

Während Kusterer zehn weitere Monate die Welt erkundete, ging für Heggelbacher der Alltag in Überlingen wieder los. „Ich habe angefangen, im Café ‚I love Leo‘ zu arbeiten, um mir ein wenig Geld zu verdienen“, erzählt Heggelbacher. Als Kusterer von ihrer Reise zurückkam, hat sie ihre Freundin im Café unterstützt. „Wir hatten viel Spaß beim gemeinsamen Arbeiten“, sagt Kusterer.

Haben ihren Traum von der eigenen Cêperie wahr werden lassen: Die beiden Freundinnen Jana Heggelbacher und Myriam Kusterer (von links).
Haben ihren Traum von der eigenen Cêperie wahr werden lassen: Die beiden Freundinnen Jana Heggelbacher und Myriam Kusterer (von links). | Bild: Mona Lippisch

Die Idee, eine Crêperie zu gründen, kam ganz spontan: Was soll mit dem Café werden, wenn es in den Wintermonaten schließt? „Eine Crêperie oder einen Waffelladen müsste man hier unterbringen“, war der erste Gedanke der Freundinnen.

So sah es am Mittwoch noch im Laden aus: An den Wänden stehen die Angebote des Cafés „I love Leo“, das während der Sommermonate geöffnet hatte. Zur Eröffnung haben Heggelbacher und Kusterer die Wand mit ihren eigenen Angeboten übermalt.
So sah es am Mittwoch noch im Laden aus: An den Wänden stehen die Angebote des Cafés „I love Leo“, das während der Sommermonate geöffnet hatte. Zur Eröffnung haben Heggelbacher und Kusterer die Wand mit ihren eigenen Angeboten übermalt. | Bild: Mona Lippisch

Eigentlich wollte Heggelbacher nur für wenige Wochen in Überlingen bleiben und danach wieder reisen. Ihren Flug nach Australien hat sie nun erst mal umgebucht. „Mit jedem Tag fanden wir unsere Idee besser und besser. Wir sind richtig aufgeblüht“, blickt Kusterer zurück.

Das könnte Sie auch interessieren

Eltern und Chef unterstützen die Freundinnen

Konkret wurde es dann mithilfe von Heggelbachers Vater, der die jungen Frauen bei der Planung unterstützte. „Als erstes haben wir unseren Chef im Café gefragt. Der fand die Idee toll und hat gleich gemeint, dass er uns unterstützt“, sagt Kusterer. Nachdem klar war, dass die Freundinnen das Café in den Wintermonaten nutzen dürfen, haben sie sich auf die Suche nach einem passenden Namen gemacht. Auch ein Logo haben die Zwei entworfen. „Der Name ‚Crêpeduett‚ ist meiner Mama eingefallen. Wir fanden ihn super und haben ihn übernommen“, erzählt Heggelbacher.

Myriam Kusterer und Jana Heggelbacher vor ihrer eigenen Crêperie in der Christophstraße.
Myriam Kusterer und Jana Heggelbacher vor ihrer eigenen Crêperie in der Christophstraße. | Bild: Mona Lippisch

Für die Vorbereitungen bis zur baldigen Eröffnung der Crêperie blieben den Freundinnen nur einige Wochen – nicht viel Zeit für Dekoration, Möbel, Rezepte und eine Speisekarte. „Wir haben uns einfach in die Idee gestürzt und den Zeitdruck hinter uns gelassen“, sagt Kusterer. Am Dienstagabend haben die beiden das erste Mal in ihrem Leben Crêpe gemacht. „Wir hatten quasi gar keine Erfahrung“, sagt Heggelbacher und lacht.

Viel Erfahrung im Umgang mit dem Crêpeeisen haben die Freundinnen nicht.
Viel Erfahrung im Umgang mit dem Crêpeeisen haben die Freundinnen nicht. | Bild: Mona Lippisch

Aber es hat geklappt. Die Freunde wurden verkostet und ein befreundeter Koch hat bei den Rezepten geholfen. „Wir sind guter Dinge und mit jedem Crêpe lernen wir dazu“, sagt Kusterer.

Das könnte Sie auch interessieren

Finanzierung der Crêperie gestaltet sich schwierig

Neben einem kurzen Planungszeitraum war auch die Finanzierung problematisch. Kusterer musste schließlich ihr Sparkonto auflösen, um Möbel, Dekoration und Zutaten kaufen zu können. „Wir haben alles zusammengekratzt, was wir finden konnten“, erzählt Kusterer schmunzelnd. Besonders stolz sind die beiden darauf, dass sie es trotz Schwierigkeiten alleine geschafft haben.

Süße und salzige Crêpes sowie Waffeln im Angebot

In den kommenden Monaten wollen die Freundinnen im „Crêpeduett„ salzige und süße Crêpes sowie Waffeln anbieten. Geröstete Kaffeebohnen bekommen die Mädels aus dem Überlinger Café „Solid Ground“. „Wir finden es wichtig, dass sich die Lokale gegenseitig unterstützen“, betont Heggelbacher.

In den kommenden vier Monaten ist hinter der Theke und vor dem Crêpeeisen der Arbeitsplatz von Myriam Kusterer.
In den kommenden vier Monaten ist hinter der Theke und vor dem Crêpeeisen der Arbeitsplatz von Myriam Kusterer. | Bild: Mona Lippisch

Fast alle Zutaten kommen aus der Region. „Bei den tierischen Produkten achten wir außerdem darauf, dass sie biozertifiziert sind“, erklärt sie.

Mit ihrer Crêperie wollen sich die zwei jungen Überlingerinnen etwas beweisen. Sie wollen zeigen, dass aus einer Schnapsidee Realität werden kann, wenn man daran glaubt und mit Freude und Energie daran arbeitet. Aber noch mehr: „Wir wollen einen Ort voller Lebensfreude schaffen. In einer grauen, von Leerständen gezeichneten Überlinger Altstadt.“

Über „Crêpeduett“

„Crêpeduett“ eröffnet demnächst in der Christophstraße 41. Das Café, in dem Crêpes und Waffeln verkauft werden, soll bis März täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet haben. Im Sommer war das Café „I love Leo“ in den Räumlichkeiten beheimatet.

  • Myriam Kusterer hat vor drei Jahren ihr Abitur in Überlingen gemacht. Die 22-Jährige arbeitete danach in Cafés, bevor sie schließlich eine große Reise startete. Ihre Zukunft sieht Kusterer in fernen Ländern. Als nächstes möchte sie mit dem Auto durch Neuseeland fahren. Ihr Lieblingscrêpe heißt „Mathilda“ und ist eine Variante aus Ziegenkäse, Honig und Walnuss.
  • Jana Heggelbacher hat im vergangenen Jahr ihr Abitur gemacht. Die 20-jährige Überlingerin hat Myriam Kusterer in einem Café kennengelernt. Anschließend ging es gemeinsam auf eine Reise nach Sri Lanka. Heggelbacher möchte im kommenden Jahr ein Psychologie-Studium beginnen. Ihr Lieblingscrêpe heißt „Jonte“ und ist eine Variante aus hausgemachter
    Speculatiuscreme und Sauerkirschen.