Der Glanzpunkt zum Start ist gesetzt: Mit einem wunderbaren Streifzug durch die Epochen der Kirchenmusik hat Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau am Sonntagabend den Jubiläumsreigen 50 Jahre Nikolausorgel, 50 Jahre Kammerchor und 50 Jahre Münsterkonzerte eröffnet. Von barocker über romantische bis hin zu Neuer Musik spannte sie den Bogen an der Jubelorgel meisterlich. Die zahlreichen Zuhörer im gut gefüllten Münster genossen das teilweise unter den Füßen spürbare Klangvolumen der Nikolausorgel. Der ein oder andere lauschte mit geschlossenen Augen, andere schien die Klangvielfalt in leichte Schwingung zu versetzen. Am Ende des 70-minütigen Musikgenusses erhoben sich die Zuhörer von den Kirchenbänken. Mit lang anhaltendem Applaus drückten sie ihre Ergriffenheit aus. Manch ein Konzertgast tat seine Begeisterung im Anschluss noch persönlich kund. Begeistert schüttelten sie Jäger-Waldau die Hände. Voll des Lobes äußerten sich die Gäste über die Klangbreite, die die zierliche Organistin dem Instrument entlockt habe. Auch die kreative Improvisationstechnik der studierten Kirchenmusikerin fand viele anerkennende Worte.

Wahlmeersburger Francois Morin haben es die "klaren Tönen" der Münsterorgel angetan. Begeistert äußerte er sich über die Improvisationen: "Sie klangen teilweise wie Wasserwellen – das habe ich so noch nie gehört." Besonderen Gefallen fand er "an den sehr unterschiedlichen Toccaten von Jules Grison, die anfänglich besinnlich und später mächtig und kräftig klangen".
Wahlmeersburger Francois Morin haben es die "klaren Tönen" der Münsterorgel angetan. Begeistert äußerte er sich über die Improvisationen: "Sie klangen teilweise wie Wasserwellen – das habe ich so noch nie gehört." Besonderen Gefallen fand er "an den sehr unterschiedlichen Toccaten von Jules Grison, die anfänglich besinnlich und später mächtig und kräftig klangen". | Bild: Martina Wolters

Das von Jäger-Waldau zusammengestellte Jahresprogramm hält noch jede Menge andere Höhepunkte bereit. Erstmalig ist ein Festival der Orgelimprovisation in Überlingen geplant. Drei Konzertorganisten werden neben der Münsterkantorin in einer Nacht der Orgelimprovisation am Samstag, 28. April, zu verschiedenen Themen von Gotteslobliedern improvisieren. Im Anschluss an die letzte Improvisationssequenz mit dem Stuttgarter Domorganisten Johannes Mayr können Zuhörer und Künstler bei einem Umtrunk ins Gespräch kommen.

Einen Stummfilmabend der besonderen Art bietet der renommierte Pariser Komponist Frédéric Blanc dann am Sonntag, 29. April. Die von ihm zum Stummfilm "Der Glöckner von Notre Dame" gespielte Orgelmusik soll der unglücklichen Liebesgeschichte um Quasimodo und Esmeralda Leben einhauchen.

Gerhard Breinlinger aus Meersburg wird am 1. April zum Hochamt selbst an der Überlinger Orgel Platz nehmen. Er sagt: "Die Nikolausorgel gehört zu den besten modernen Orgeln im Bodenseekreis und Melanie Jäger-Waldau weiß sie zu spielen wie kein anderer. Die Kantorin hat einen hervorragenden Klangsinn und ihr improvisatorisches Können ist großartig."
Gerhard Breinlinger aus Meersburg wird am 1. April zum Hochamt selbst an der Überlinger Orgel Platz nehmen. Er sagt: "Die Nikolausorgel gehört zu den besten modernen Orgeln im Bodenseekreis und Melanie Jäger-Waldau weiß sie zu spielen wie kein anderer. Die Kantorin hat einen hervorragenden Klangsinn und ihr improvisatorisches Können ist großartig." | Bild: Martina Wolters

Außerdem schließt die Festivalpremiere einen dreitägigen Orgelkurs Improvisation mit Mayr und Blanc ein. Laut Ankündigung soll der Kurs unterschiedliche Stile, Formen und Techniken vermitteln und sei sowohl auf Anfänger als auch auf Fortgeschrittene zugeschnitten.

Liebhaber der Kirchenmusik in gesungener Form kommen bei Chorkonzerten mit renommierten Solisten auf ihre Kosten. So wird der Münster-Kammerchor Ende Juni ein Festkonzert unter Leitung Jäger-Waldaus geben und unter anderem die Jubelmesse Carl Maria von Webers und den Lobgesang Felix Mendelssohn Bartholdys singen.

Melanie Jäger-Waldau, Münsterkantorin: "Die Münsterorgel aus dem Jahr 1968 wurde sehr zukunftsweisend gebaut. Ich kann auf ihr alles umsetzen. Durch mehrfaches Überholen hat sie einen weicheren Klang bekommen. Mit ihr kann ich die ganze Bandbreite der verschiedenen Musikepochen abbilden."
Melanie Jäger-Waldau, Münsterkantorin: "Die Münsterorgel aus dem Jahr 1968 wurde sehr zukunftsweisend gebaut. Ich kann auf ihr alles umsetzen. Durch mehrfaches Überholen hat sie einen weicheren Klang bekommen. Mit ihr kann ich die ganze Bandbreite der verschiedenen Musikepochen abbilden." | Bild: Martina Wolters

Bei verschiedenen Orgelkonzerten von Ende Juli bis Mitte August werden darüber hinaus vier Domorganisten aus ganz Deutschland konzertieren. An den Festtagen Ostern, Pfingsten, zum Nikolaustag und an Weihnachten gestalten Münster- und Kammerchor von Überlingen zusammen mit dem Münsterorchester die Gottesdienste mit festlicher Kirchenmusik.

 

Das Musikprogramm

  • 1. April, 10.30 Uhr: Festgottesdienst zu Ostern; Haydn: Paukenmesse; Gerhard Breinlinger, Meersburg
  • 28. April, 19.30 Uhr: Nacht der Orgelimprovisation; Melanie Jäger-Waldau (Überlingen), Nikolai Gersak (Friedrichshafen), Jörg Schwab (Freiburg), Johannes Mayr (Stuttgart)
  • 29. April, 20.30 Uhr: Der Glöckner von Notre Dame (1923); Stummfilm und Orgelimprovisation Frédéric Blanc (Paris), Orgel
  • 29. April bis 1. Mai: Orgelkurs Improvisation mit Johannes Mayr und Frédéric Blanc
  • 5. Mai, 11.30 Uhr: Orgelmusik zur Marktzeit mit Lisa Hummel, Leipzig
  • 20. Mai, 10.30 Uhr: Festgottesdienst zum Pfingstfest; W. A. Mozart: Spatzenmesse KV 220
  • 2. Juni, 11.30 Uhr: Orgelmusik zur Marktzeit, Anthony Burns-Cox, Romsey/Großbritannien
  • 24. Juni, 18 Uhr: Festkonzert 50 Jahre Kammerchor und Münsterkonzerte; Mendelssohn Bartholdy: Trompeten-Ouvertüre und Lobgesang, Carl Maria von Weber: Jubelmesse; Sibylla Rubens (Sopran), Britta Schwarz (Alt), Andreas Weller (Tenor), Hanno Müller-Brachmann (Bass), Münster- und Kammerchor und Jugendkantorei Überlingen, Barockorchester Larpa festante München; Leitung: Melanie Jäger-Waldau
  • 7. Juli, 11.30 Uhr: Orgelmusik zur Marktzeit, Antonina Krymova, Fellbach-Schmiden
  • 27. Juli, 20.15 Uhr: Winfried Bönig, Domorganist Köln
  • 3. August, 20.15 Uhr: Hans Leitner, Domorganist München
  • 10. August, 20.15 Uhr: Josef Still, Domorganist Trier
  • 17. August, 20.15 Uhr: Martin Bernreuther, Domorganist Eichstätt
  • 1. September, 11.30 Uhr: Orgelmusik zur Marktzeit, Joachim Aßmann, Koblenz
  • 23. September, 17 Uhr: 50 Jahre Nikolausorgel; Werke für Orgel und Orchester von Alexandre Guilmant und Francis Poulenc; Domorganist Willibald Guggenmos, St. Gallen, Russische Kammerphilhamonie St. Petersburg; Leitung: Melanie Jäger-Waldau
  • 6. Oktober, 11.30 Uhr: Orgelmusik zur Marktzeit mit Ioanna Solomonidou, Freiberg am Neckar
  • 20. Oktober, 19 Uhr: Konzert mit dem Kölner Domchor; Leitung: Domkapellmeister Eberhard Metternich
  • 2. Dezember, 17 Uhr: Advents- und Weihnachtskonzert; Münster- und Kammerchor Überlingen, Jugendkantorei Überlingen; Leitung: Melanie Jäger-Waldau
  • 9. Dezember, 10.30 Uhr: Festgottesdienst zu Nikolaus; Mozart: Trinitatis-Messe
  • 25. Dezember, 10.30 Uhr: Festgottesdienst zu Weihnachten; Mozart: Messe in G KV 140
  • 31. Dezember, 22 Uhr: Silvesterkonzert mit Opus 4, Posaunenquartett Leipzig