Wenn am heutigen Montag in Baden-Württemberg die Schule wieder beginnt, starten nicht nur die Erstklässler in einen völlig neuen Lebensabschnitt. Auch für viele ältere Schüler bedeutet der Schuljahresanfang einen Neubeginn. Exemplarisch berichteten Travis (6), Rachel (10) und Sophia (16) über ihre bisherigen Erfahrungen und ihre Erwartungen an die neue Phase:

Nach Abschluss weiter in der Schule

Sophia Baur wird trotz erfolgreichem Realschulabschluss weiterhin die Schulbank drücken.
Sophia Baur wird trotz erfolgreichem Realschulabschluss weiterhin die Schulbank drücken.

Die Herdwangerin Sophia Baur müsste nicht mehr weiterhin zur Schule gehen. Sie hat im letzten Schuljahr an der Realschule Überlingen erfolgreich den Realschulabschluss abgelegt. Für ihren guten Notendurchschnitt von 1,6 erhielt sie einen Preis, sowie weitere Auszeichnungen für besondere Leistungen. Damit stünden ihr einige Ausbildungsberufe offen, doch die 16-Jährige hat sich entschieden, weiterhin die Schulbank zu drücken. Auf der Constantin-Vanotti-Schule in Überlingen startet sie nun mit dem kaufmännischem Berufskolleg. „Eigentlich hätte ich ja schon gerne eine Ausbildung begonnen, da ich ein eher praktischer Mensch bin“, sagt Sophia. Die Entscheidung, trotzdem jetzt noch die Fachhochschulreife anzustreben, habe sie getroffen, weil „ich nicht wissen kann, was die Zukunft bringt und ob ich später diese Qualifikation brauche“. Schließlich werde es später nicht einfacher, sie zu erwerben. „Bevor ich später auf eine Abendschule muss, mache ich es lieber gleich“, erklärt sie pragmatisch. Noch sei sie jung und viele ehemalige Mitschüler würden auch weiter auf Schulen gehen, da sei ihr die Entscheidung leicht gefallen.

Hotelfachfrau wäre für sie ein mögliches Berufsziel, doch zuerst heißt es, das Berufskolleg zu schaffen. „Die Anforderungen sind da schon recht hoch, die neuen Fächer wie BWL werden wohl stressig“, sagt sie respektvoll. Zwar hätte sie aufgrund ihrer Grundschulempfehlung bereits nach der vierten Klasse auf das Gymnasium gehen können, doch ihre damaligen Lehrer rieten ab. „Es war für mich auch die richtige Wahl, die Realschule zu besuchen, da ich eher praktisch veranlagt bin.“ Eine generelle Empfehlung für die Wahl der Schulzweige könne sie nicht geben, das müsse jeder individuell entscheiden. Auch ihre beiden älteren Schwestern seien eigene, ganz unterschiedliche Wege gegangen, eine auf das Gymnasium, die andere auf die Werkrealschule. Schulanfängern würde Sophia raten: „Regelmäßig Hausaufgaben zu machen und auf die Klassenarbeiten zu lernen.“ So sei es ihr bisher leicht gefallen, durch die Schulzeit zu kommen.

Wechsel der Schulart

Rachel Jabour hat etwas Respekt vor dem Wechsel von der Gemeinschaftsschule ans Gymnasium.
Rachel Jabour hat etwas Respekt vor dem Wechsel von der Gemeinschaftsschule ans Gymnasium.

Einen ähnlichen Rat für Schulanfänger hat auch Rachel Jabour parat: „Im Unterricht zuhören und gut aufpassen. Nicht mit den Anderen quatschen, dann gibt es auch gute Noten.“ Das neue Schuljahr steht für die Zehnjährige im Zeichen des Wechsels. Von der Gemeinschaftsschule im Sommertal wechselt sie in die fünfte Klasse des Droste-Hülshoff-Gymnasiums. „Ich freue mich schon“, sagt sie „obwohl ich auch etwas Angst habe, dass es schwer wird.“ Von älteren Schülern habe sie gehört, „dass man da viel lernen muss.“ Bisher sei ihr die Schule leicht gefallen und sie lerne auch gerne. Kunst ist ihr Lieblingsfach und manches in Mathe macht sie gerne. Freiwillig hat sie die Französisch-AG besucht, nur Deutschtests mag sie nicht. „Zu Hause beim Üben klappt es besser als in der Schule“, sagt sie und ärgert sich, wenn sie eine „Drei“ schreibt. Was sie später mal werden will, weiß sie noch nicht genau. „Es gibt soviel Berufe“, sagt die gebürtige Syrerin, die in die erste Klasse nach Meersburg kam. „Das war witzig, da ich nicht alle Buchstaben kannte.“ Ansonsten hat sie sich damals schnell eingefunden. Traurig ist sie nur, dass sie zu spät kam, um noch eine Schultüte zu bekommen.

Vom Kindergarten in die Schule

Der zukünftige Erstklässler Travis Diaz freut sich über seine Schultüte zum SchulstartBild: Lorna Komm
Der zukünftige Erstklässler Travis Diaz freut sich über seine Schultüte zum SchulstartBild: Lorna Komm

Schultüten hat der sechsjährige Travis Diaz gleich mehrere. Eine selbstgebastelte und eine mit Rennautos bedruckte. Diese zeigt er stolz vor, auch wenn sie noch leer ist. „Aber da kommen Süßigkeiten rein“, weiß der zukünftige Erstklässler der Gemeinschaftsschule Meersburg schon ganz genau. Auch was er später mal machen möchte, kann er sicher sagen. „SEK will ich werden.“ Auf Nachfrage, was er da genau tun will, antwortet er: „Ich will den anderen Polizisten helfen.“ Er freut sich auf den Schulbeginn, besonders auf „Lesen und Turnen“. Auch rechnen mag er, weil er das schon gut könne und gibt auch gleich ein Beispiel: „Acht plus vier ist zwölf.“ Der aufgeweckte Vorschüler, weiß schon einiges vom Schulsystem, so mag er keine Hausaufgaben, „weil die zu schwer sind“ und ebenso wenig möchte er „auf den Blitz gestellt werden“, weil dann müsse man das Klassenzimmer verlassen. Am meisten freut er sich jetzt schon auf die Pausen: „Da kann ich schön mit meinen Freunden spielen.“

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