In dem Kurs des Jugendamts und des Caritasverbands für das Dekanat Linzgau sollen Eltern mithilfe von Meditation und Übungen zur Körperwahrnehmung lernen, mehr Ausgeglichenheit zu erlangen, um in stressigen Situationen darauf zurückgreifen zu können. „Es gibt viele Kurse und Angebote, bei denen man Meditieren lernen kann“, sagt Martina Fahlbusch-Nährig, Leiterin des Familientreffs. „Dieser ist speziell auf die Bedürfnisse von Eltern abgestellt.“

Anleitung zum Meditieren wichtig

Zu den Teilnehmerinnen der ersten Auflage vor einem Jahr gehörte Sarah Schneider. „Damals war bei mir etwas die Luft raus und ich hatte das Bedürfnis, etwas für mich zu machen, Kraft zu tanken.“ Die Mutter von drei Kindern ist, seit Moritz vor zwei Jahren auf die Welt kam, noch stundenweise berufstätig und engagiert sich ehrenamtlich. Meditiert hatte sie vorher noch nie, sagt sie, aber unterstützt von Kursleiterin Ulrike Neumann fand sie den Zugang: „Man braucht Anleitung, um es zu erlernen.“

Sarah Schneider ist Mutter von drei Kindern und stundenweise berufstätig. Im Achtsamkeitskurs hat sie gelernt, Pausen zum Abschalten zu nutzen.
Sarah Schneider ist Mutter von drei Kindern und stundenweise berufstätig. Im Achtsamkeitskurs hat sie gelernt, Pausen zum Abschalten zu nutzen. | Bild: Sabine Busse

Sarah Schneider erzählt, sie sei positiv überrascht gewesen, dass es an den Abenden weder abgehoben noch esoterisch zugegangen sei. Es habe auch niemand lange im Schneidersitz ausharren müssen. Neben der angeleiteten Meditation habe Sozialpädagogin Ulrike Neumann mit ihnen über Erziehungsfragen und die sozialen Bedürfnisse von Kindern gesprochen.

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Strategien für die Zukunft finden

Mit Abstand zum Alltag hätten die Mütter ihre persönlichen Erfahrungen reflektiert. Dabei sei es nicht um Selbstkritik gegangen – im Gegenteil. Ziel sei es, mit einem liebevollen Blick auf sich und seine Kinder die Situation besser zu verstehen und Strategien für die Zukunft zu finden.

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Welche Techniken helfen, schwierige Situationen zu meistern

„Oft sind es ja die gleichen Situationen oder Dinge, die einen auf die Palme bringen“, sagt Sarah Schneider und schmunzelt. Bei ihr sei so ein neuralgischer Punkt der Morgen, wenn alle es eilig haben und pünktlich zur Schule, zur Arbeit oder in den Kindergarten müssen. Wenn dann die Hose kratzt, der Pullover nicht gefällt und der unterschriebene Elternbrief unauffindbar ist, brauche man gute Nerven. „Ich kann jetzt einen Gang rausnehmen, mich kurz auf mich und meine Atmung konzentrieren. Dann geht es meistens besser.“ Das helfe ihr, einige Dinge zu reflektieren und in bestimmten Situationen anders zu handeln.

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Meditations-Apps für Smartphones

Nachdem die acht Kursabende vorbei waren, hatte sie den festen Vorsatz, zu Hause weiter zu meditieren. Aber ohne Anleitung funktionierte das nicht so recht, sagt sie. Mittlerweile habe sie sich eine Meditations-App auf ihr Handy geladen. So versuche sie, auch kurze Pausen für eine gedankliche Auszeit zu nutzen. „Das klappt ganz gut.“