Lange Zeit hinkte die Stadt dem Soll des Landratsamts für die Anschlussunterbringung von Geflüchteten weit hinterher. Dass die Zahlen inzwischen deutlich nach unten korrigiert worden sind, rückt die Bemühungen der Kommune in ein besseres Licht, die sich um möglichst dezentral gelegene Wohnungen bemüht. Alle Hände voll zu tun mit der Suche und der Organisation hatte die seit zehn Monaten beschäftige Integrationsbeauftragte Elke Dachauer, die jetzt ihr erstes Resümee zog. Die Pläne für den Schättlisberg bleiben zunächst in der Schublade.

"Es geht hier um Zahlen, es geht hier um Menschen", sagte Dachauer vor dem Ausschuss für Bildung und Kultur. "Hinter dieser Arbeit steckt sehr viel Begegnung zwischen der Bevölkerung und den Neuankömmlingen." In der Regel sei bisher alles recht gut gelaufen. Manchen falle die Eingewöhnung relativ leicht, doch es gebe auch kranke Menschen, die viel Hilfe und Zeit benötigten, "da unser System hier noch nicht die perfekten Antworten kennt". Die Menschen hätten einen riesigen Weg hinter sich, doch es sei "auch groß, was wir hier bewegen", sagte sie und verwies auf das "wichtige Netzwerk der Ehrenamtlichen". Die Arbeit als Stadt und Gesellschaft nannte sie "beeindruckend".

Wenn sie an einem Integrationskonzept arbeite, dann wolle sie das nicht auf Papier aufschreiben, sondern es müsse sich aus der Stadt heraus entwickeln. Im Rahmen eines ersten geförderten Projekts "Gemeinsam in Vielfalt" seien schon drei Arbeitsgruppen entstanden. Weiter will Dachauer sich an dem "kommunalen Flüchtlingsdialog" beteiligen, der vom Sozialministerium angeregt und unterstützt wird. Hier geht es um eine Situationsanalyse mit Experten und eine Festlegung von wichtigen Handlungsfeldern. Dachauer: "Hier will ich die Stadt positionieren." Für April kündigte die Integrationsbeauftragte eine Bürgerinformation zum Thema Schättlisberg an. Im Moment sei kein Bedarf, dort Wohnungen für die Anschlussunterbringung zu erstellen. Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger verwies allerdings auf die "klare Strategie", das Vorhaben dort zumindest zu einer Planreife zu bringen, um bei Bedarf schnell reagieren zu können. Dieses Vorgehen sei sinnvoll, da sie in einem sehr engen Kontakt mit dem Landratsamt stehe und keine Überraschungen zu erwarten seien, bekräftigte Dachauer, deren "empathisches Engagement" beim Ausschuss auf ebenso positive Resonanz stieß wie bei Oberbürgermeister Jan Zeitler, der ihre seine Hilfe zusagte:"Spannen Sie ruhig auch den OB ein!"

Anschlussunterbringung

Im Mai 2016 hatte die Stadt vom Landkreis die Vorgabe, 309 Personen im Anschluss an den Aufenthalt in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Bis zum Ende des Jahres wurde die Zahl auf 106 korrigiert. Tatsächlich unterbringen konnte die Stadt bislang 94 Menschen. Die Prognose für 2017 liegt derzeit bei 110 Personen. Unter den mit Wohnraum Versorgten sind 14 Familien und 16 Einzelreisende. Die Unterkünfte liegen dezentral über das Stadtgebiet verteilt in zehn städtischen und zwei privat angemieteten Gebäuden. Sie liegen in der Aufkircher Straße (künftig 15 Personen), im Baumgarten (Ortsteil Deisendorf, zehn Personen), Bodanweg (acht Personen), Brachenreuthe (vier Personen), Hafenstraße (sechs Personen), Jasminweg (zwölf Personen), Johann-Kraus-Straße (acht Personen), Krummebergstraße (neun Personen), Luziengasse (sechs Personen), Mühlbachstraße (15 Personen), St. Johann-Straße (acht Personen), St. Johann-Straße (sieben Personen). (hpw)