Bald zwei Jahre ist das stadtbildprägende Franziskanertor nun schon hinter einem Gerüst versteckt. Bevor die Sanierungsarbeiten Ende April 2017 gestartet sind, trug das Tor schon seit dem Frühjahr 2016 ein Schutzgerüst, das als Sicherung vor herabfallenden Teilen benötigt wurde. So langsam zeichnet sich aber ein Ende dieses Bildes ab: Ein Rückbau des Gerüstes kann voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni 2018 erfolgen, teilt nun die Stadtverwaltung mit, die ein positives Zwischenfazit der Instandsetzung zieht: "Zusammenfassend war der Verlauf der Sanierungsarbeiten gut."

Allerdings seien die Handwerker während der Arbeiten auf weitere Schäden am historischen Gebäude gestoßen, die im Vorfeld so nicht absehbar waren. "Unter anderem wurden im Bereich des Dachtragwerks und des Traufgesims einige neue Schäden sichtbar, die eine Maßnahmenanpassung erforderlich machten", heißt es in der Mitteilung der Stadt. Zusätzlich wurden mehr zu erneuernde Mönch- und Nonnenziegel nach Rückbau der Bestandsziegel benötigt als ursprünglich geplant. Auch bei den beschädigten Traufecksteine unterhalb der vordersten Zinnen der Staffelgiebel wurden wegen größerer Schäden aufwendigere Arbeiten nötig.

Jascha Schwitzer, Steinmetz bei der Bildhauerwerkstatt Itta, beim Verputzen des historischen Gemäuers. Bilder: Jürgen Gundelsweiler
Jascha Schwitzer, Steinmetz bei der Bildhauerwerkstatt Itta, beim Verputzen des historischen Gemäuers. Bilder: Jürgen Gundelsweiler | Bild: Jürgen Gundelsweiler

Die Konservierung und Instandsetzung der bisherigen „Sebastiani-Antragungen“, die aus der letztmaligen Sanierung des Turms stammen, erfolgte unter wissenschaftlicher Begleitung und Qualitätssicherung während der Baumaßnahme durch die Materialprüfanstalt. Eine Hinterfüllung der Antragungen konnte nicht umgesetzt werden, heißt es vonseiten der Stadt. "Auch hier musste eine Maßnahmenanpassung erfolgen, da eine Wiederanbindung an den bröseligen Grundmörtel, bzw. an den Molassesandstein nicht möglich war."

Aufgrund der zusätzlichen Schäden wurde ein erheblicher Mehraufwand notwendig, was zu Verzögerungen in der Abwicklung der Gewerke führte. Die Restarbeiten müssen laut Mitteilung der Stadt deshalb ins Frühjahr 2018 verschoben werden. "Die Natursteinarbeiten können erst fortgesetzt werden, wenn die Witterung es zulässt." Darüber, inwiefern sich die Verzögerung und die zusätzlichen Maßnahmen auf die Kosten Auswirkung, gab die Stadtverwaltung bis zum Redaktionsschluss keine Auskunft.