Die anstehende Oberbürgermeisterwahl 2016, die Landesgartenschau, die Bombensuche, der Immobilien-Hype, der Spatenstich für die B 31-neu – das abgelaufene und das aktuelle Jahr liefern jede Menge närrisches Rohmaterial für den „Frauenkaffee“. Die Besucherinnen dürfen mehr als gespannt sein, was die Akteurinnen um Leiterin Anne Mandausch daraus formen, schmieden und gewohnt fein ziselieren werden.

„Meglich isch alles“ verspricht bereits das Motto des Programms. „Mama mia“ heißt das erste Stück und das mögen die Frauen dieses Jahr auch angesichts des engen Zeitplans geseufzt haben. „Weihnachten und Fasnet liegen dieses Mal extrem nah beieinander“, so Mandausch. Noch während der Guetsle-Bäckerei habe man bereits am 11. Dezember die Rollen verteilt. Und: „Wir vermissen den Auftakt durch das Narrenkonzert“, bedauert Mandausch dessen Ausfall. Etliche Überlinger hätten nachgefragt, ob der Frauenkaffee, dessen Publikum rein weiblich ist, deshalb nicht eine Vorstellung auch für Männer zugänglich machen könnte. Aber: „Wir wollen den Frauenkaffee so lassen, wie er ist“, sagt Mandausch. Sie meint, Frauen hätten doch auch einen etwas anderen Humor als Männer.

„Frau stichelt über den Mann, nimmt sich aber auch selbst auf die Schippe“, bringt sie es auf den Punkt. Das geschieht mittels knackiger Stückchen, von denen keines länger als 20 Minuten dauert, interpretiert vom bewährten Ensemble. Kultfiguren wie die Kibeles aus Kogenbach, die rasant redende Frau Mayer-Bödefeld und die Holoch-Wieber dürfen natürlich nicht fehlen. Letztere hätten es dieses Jahr „ganz wichtig“, verrät Mandausch. Undenkbar wäre der Frauenkaffee auch ohne die Kulissen von Fridolin Mandausch – 2016 gibt es zwei nagelneue – und ohne die tollen Tanz- und Musikeinlagen. Die Tänzerinnen proben mit ihrer Choreografin Ute Schröder ebenfalls schon seit Wochen, genauso wie die Frauenband „Cellolitis“ unter der Leitung von Susanne Madlener und Elisabeth Moser. Die „tolle Musik“, so Mandausch, wollten viele Frauen nicht nur während der Vorstellung, die jeweils zwischen 17.30 und 18 Uhr ende, sondern auch hinterher noch genießen.

Und ein Genuss ist in punkto Frauenkaffee selbst das Anstehen um Karten, versichert Mandausch. Am Vorabend des Verkaufs, der dieses Jahr am 16. Januar stattfindet, stehen die ersten Interessentinnen bereits um 23 Uhr an – gerüstet mit Thermoskannen, Strickzeug und mehr. Karten gibt's zwar erst ab 10 Uhr, doch wenn das Pfarrzentrum gegen acht Uhr öffnet, erwartet die Damen laut Mandausch ein „regelrechtes Unterhaltungsprogramm“, quasi ein „Mini-Frauenkaffee“ – inklusive Stärkungen wie Brezel, Kaffee und Sekt, die gegen eine kleine Spende zu haben sind.

Der gesamte Reinerlös des Frauenkaffees, den die katholischen Frauenverbände tragen, fließt immer einem sozialen Zweck zu.

Dass so viele Frauen bereit sind, sich wegen Karten die halbe oder ganze Nacht um die Ohren zu schlagen, empfinden Mandausch und ihre Mitstreiterinnen als „ungeheure Ehre. Wir sind ja alles Laien“, deren Programm aber Jahr für Jahr 2000 Zuschauerinnen sehen wollen – und das sind „nur“ die, die tatsächlich Karten bekommen haben. Übrigens: Mehr als acht Karten pro Käuferin möchten die Verantwortlichen nicht abgeben.


Frauenkaffee-Termine

Die Premiere des Frauenkaffees 2016 ist am Mittwoch, 27. Januar, 14.30 Uhr. Vier weitere Vorstellungen im Kursaal finden täglich vom 28. bis 31. Januar statt. Beginn ist jeweils um 14.30 Uhr.

Der Kartenverkauf ist am Samstag, 16. Januar, von 10 bis 12 Uhr im Pfarrzentrum am Münster. Eventuelle Restkarten sind ab Dienstag, 19. Januar, bei der Tourist-Info erhältlich. Die Eintrittspreise liegen bei 15 und 16 Euro und beinhalten eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.

Besucherinnen sollten einen – nicht allzu großen! – Fastnachtshut tragen.