Landtagsabgeordneter Martin Hahn (Die Grünen) ruft die Überlinger zur Veränderungsbereitschaft auf. „Wer in Überlingen einen Stadteingang West mit einem renaturierten Ufer, freien Seezugängen und einem großen Bürgerpark möchte, muss bereit sein für Veränderungen“. Hahn in einem Pressetext von Mittwoch: "Neues gestalten können wir nur, wenn wir manchmal auch zu schmerzlichen Einschnitten wie dem Fällen von Bäumen bereit sind.“ Von der künftigen Gestaltung des Gartenschaugeländes verspreche er sich eine viel höhere Wertigkeit.

Ein zweiter Bürgerentscheid über Bäume und Steine sei falsch. Hahn zweifelt am Informationsstand derer, die das Bürgerbegehren unterschrieben haben: „Ich bin mir nicht sicher, ob die 2800 Bürger, die in den vergangenen Wochen und Tagen für ein Bürgerbegehren unterschrieben haben, zuvor in ausreichender Tiefe über Zusammenhänge und Folgen informiert waren.“ Er warne "vor zu simplen und verkürzten Fragen und Antworten". Die Überlinger seien vor dem Bürgerentscheid 2013 umfassend informiert worden. In den Auslobungstext zum Wettbewerb, den Marianne Mommsens Büro gewann, seien die Ergebnisse von Bürgerwerkstätten 2011 und 2012 eingeflossen. Hahn: „Mehr Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie geht nicht.“ Wobei sich Stadt und LGS GmbH "fragen lassen müssen, ob sie die Bürger seit dem Bürgerentscheid 2013 zu wenig beteiligt haben". Entscheidend sei hier die Wahrnehmung der Bürger.

Hahn appelliert an alle Beteiligten, zu einer sachlichen Debatte zurückzukehren. Er kritisiert BÜB-Sprecher Dirk Diestel, der die Bäume in einen geschichtlichen Kontext stellte. Hahn: "Die Fällung von Bäumen in Zusammenhang mit Weltkriegssoldaten von 1914 und Zwangsarbeitern in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu bringen, ist eine schlimme Entgleisung und geschmacklos."