Das zweite Konzert der Reihe in St. Jodok brachte das Mailänder Klaviertrio mit Werken von Haydn, Mozart und Beethoven nach Überlingen. Barbara Krüger (Violoine), Jader Costa (Klavier) und Claudio Giacomazzi (Cello) musizierten im ersten Teil des Programms das bekannte Zigeunertrio von Joseph Haydn und das Klaviertrio G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Beide Trios gehören zum Spätwerk der Komponisten. Mit Einflüssen aus der Volksmusik wie bei Haydn und dramatischen Zuspitzungen wie bei Mozart zählen sie bereits zur Klassik und nicht mehr zum Spätbarock.

Cellist Claudio Giacomazzi weiß zu begeistern

Bei Haydns Klaviertrio war es besonders der Cellist Claudio Giacomazzi, der temperamentvoll und mit ungeheurer Präsenz die Dynamik vorantrieb. Sein Spiel begeisterte auch in den weiteren Kompositionen. Im nachfolgenden Trio, von Mozart für den eigenen Konzertgebrauch geschrieben, führte das Klavier durch das musikalische Gespräch der drei Instrumente. Jader Costa am Steinway-Flügel ließ die Läufe nur so perlen, absolut präzise und mit differenzierter Dynamik. Schade, dass sich manche Feinheiten seines brillanten Spiels in der Akustik der Kapelle ein wenig verloren. Ebenso virtuos wie einfühlsam gestaltete Barbara Krüger mit der Violine ihren Part.

Publikum belohnt Künstler mit begeistertem Applaus

Im zweiten Teil des Abends machten die Musiker aus Mailand hörbar, wie sich Beethoven in seinem Frühwerk mit der Gesellschaftsmusik seiner Vorgänger auseinandersetzt. 1782 war er selbst noch Schüler bei Joseph Haydn in Wien, 1800 erschien sein erstes Klaviertrio Es-Dur, op.1,1. Beethoven steigert hier die Expressivität, wählt ausgefallene Harmoniesprünge und entwickelt weite Spannungsbögen. Gerade auch im zweiten Satz, dem Adagio cantabile, gelang es dem sehr gut aufeinander eingestimmten Trio, die abwechselnd hervortretenden Stimmen wunderbar transparent zu führen und fein zu nuancieren. Scherzo und Finale presto setzten temperamentvoll den fulminanten Schlusspunkt eines Konzertabends, den das Publikum mit begeistertem Applaus belohnte.

Konzertreihe St. Jodok mittlerweile etabliert

Mit diesem sehr gut besuchten Abend zeigte die Konzertreihe St. Jodok einmal mehr, dass sie sich mittlerweile auch bei den Künstlern selbst einen Namen gemacht hat. „Jede Woche erreichen mich drei bis vier Anfragen“, freut sich Ulrich Köberle, Vorsitzender des Vereins Konzertreihe St. Jodok. Für das nächste Konzert am 22. Juni hat er die international bekannten Gitarristen Leandro Riva und Jaime B. Rudolph mit ihrem „Duo Tango Flamenco“ eingeladen.

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