Kaum haben die letzten Wochenmarktbeschicker am Samstag den Platz verlassen, übernahmen auf der Hofstatt die Narren das Kommando, allen voran die zahlreichen Teilnehmer des "Preiskarbatschenschnellens". So heißt der närrische Wettbewerb, der jedes Jahr vor dem großen Hänselejuck erste Hästräger in die Stadt führt.

Geschnellt wird in unterschiedlichen Altersgruppen. Dabei spielt die Karbatschenführung und die Knallentwicklung eine wichtige Rolle. Dafür bleibt jedem kleinen und großen Hänsele genau eine Minute Zeit. Bewertet wird aber noch viel mehr, eben alles, was der Hänselezunft stets wichtig ist. Dazu gehört neben dem Auftreten auch das Aussehen der Hänsele. Ist das Häs ordentlich und sauber, dabei nicht zu kurz, so dass sich am Fußende womöglich noch eine Bluejeans den Weg nach draußen bahnt?

Die Sieger und Bestplatzierten des diesjährigen Preiskarbatschenschnellens, umringt von Hänselerat Uwe Wolfensperger (links), Hänselevater Harald Kirchmaier (mitte) und den Narreneltern. Bild: Christian Filip Bicanic
Die Sieger und Bestplatzierten des diesjährigen Preiskarbatschenschnellens, umringt von Hänselerat Uwe Wolfensperger (links), Hänselevater Harald Kirchmaier (mitte) und den Narreneltern. Bild: Christian Filip Bicanic

Ist das Schweißtuch schneeweiß oder doch noch eines, das eine Waschmaschine länger nicht hat? Und wie ist es mit den Schuhen? "Nur schwarz dürfen die sein", bescheinigt Hänselevater Harald Kirchmaier in seiner launigen Kommentierung. Farbliche Applikationen oder gar neonfarbene Streifen sind genauso verpönt wie Turnschuhe in unterschiedlichen Farbkombinationen.

Auch für die Jüngsten gebe es schöne schwarze Schuhe, die nicht die Welt kosten würden, meint Kirchmaier und appelliert dabei auch an die Eltern, hier mehr ein Auge darauf zu legen. Schließlich führten solche optischen Fehlgriffe auch beim "Preiskarbatschenschnellen" zu Punktabzügen. So war es auch in diesem Jahr vereinzelt. Die meisten der insgesamt 46 teilnehmenden Hänsele erfreuten den Hänselevater aber sichtlich, genauso die anwesenden Narreneltern, die zur anschließenden Siegerehrung noch was Ehrenhaftes fürs Häs beisteuerten.

Unter den Augen der Hänseleräte demonstrierten diesmal 46 teilnehmenden Hänsele ihre Schnellkünste. Neben der Knallentwicklung spielte auch das Erscheinungsbild im Häs eine wesentliche Bewertungsrolle. Bild: Christian Filip Bicanic
Unter den Augen der Hänseleräte demonstrierten diesmal 46 teilnehmenden Hänsele ihre Schnellkünste. Neben der Knallentwicklung spielte auch das Erscheinungsbild im Häs eine wesentliche Bewertungsrolle. Bild: Christian Filip Bicanic

Die Erstplatzierten in den einzelnen Altersgruppen beim Preiskarbatschenschnellen 2018: Jan Ermler (Gruppe 4 bis 7 Jahre), Moritz Märte (Gruppe 8 bis 9 Jahre), Lennart Wachter (Gruppe der 10-Jährigen), Felix Rahlfs (Gruppe 11 bis 12 Jahre), Michel Braher (Gruppe 13 bis 16 Jahre) und der bald 19-jährige Leon Madlener (Gruppe 17 bis 99 Jahre).