Landschaften, Nachbarschaften – einiges verbindet den Maler Hans Fähnle mit dem Architekten und Künstler Heinrich Palm (1888-1979). Der Berliner Architekt, der auf dem Rückweg aus französischer Kriegsgefangenschaft 1920 am Bodensee gestrandet war, hat hier mit zahlreichen schönen Einfamilienhäusern viele sichtbare Spuren hinterlassen. „Wer es kann, wohnt dichterisch“, hatte Carl Haenser zur Eröffnung einer Ausstellung Palms 1963 Hölderlin zitiert und hinzugefügt: „Aber dazu braucht er einen Mann, der dichterisch bauen kann....“

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Palms Häuser seien nicht nur „komponiert“ und „schöpferisch konzipiert“, sie seien auch mit dem Blick eines Malers gesehen. Diesen Blick hatte Palm oft genug trainiert. Denn nie ging der Architekt ohne Skizzenblock in die Landschaft und hielt alles detailgetreu fest. Viele ausdrucksvolle Aquarelle sind erst vor einigen Jahren auf dem Dachboden seines Hauses aufgetaucht, nachdem sein Sohn Peter Palm gestorben war.

Reicher Fundus als Grundlage der Bilderschau

Dieser reiche Fundus war eine Grundlage für die Bilderschau. Einige davon werden bei der Sommerausstellung in der Galerie Fähnle zu sehen sein, die am Sonntag, 26. Mai, um 16 Uhr unter dem Titel „Fähnle/Nachbarschaften“ eröffnet wird. Mezzosopranistin Isabell Marquardt wird dazu Lieder von Justus Hermann Wetzel nach Gedichten von Hermann Hesse vortragen.

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Es war Wolfgang Braungardts Idee, den Bildern Palms besondere Landschaften von Hans Fähnle gegenüberzustellen. Schließlich verbindet beide nicht nur dieses Genre, sondern auch die unmittelbare Nachbarschaft im Westen der Stadt. Hier residierte auch die Künstlervereinigung „Der Kreis“, der Religionsphilosoph Leopold Ziegler und die Komponisten Wetzel und Lahusen.

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Mit der Ausstellung will die Galerie auch die städtische Kulturgeschichte zwischen 1920 und 1960 lebendig werden lassen. Der Westen könnte als bürgerliches Gegenstück zum sogenannten „Hungerhügel“ im Osten firmieren, der nach Manfred Bosch zur „Bohème am Bodensee“ zählte.

Vernissage Sonntag, 26. Mai, 16 Uhr, Städtische Galerie Fähnle, Goldbacher Straße 70