Den Diskurs um die Gestaltung des Geländes für die Landesgartenschau und den künftigen Bürgerpark weiter fortsetzen will das Forum Bau- und Gartenkultur Überlingen („Futur“), dem zahlreiche Architekten, Landschaftsplaner und Bürger angehören. Vielen seien die Konsequenzen im Detail noch immer nicht ganz bewusst, ist Johann Senner nach der jüngsten Mitgliederversammlung überzeugt. „Fast täglich kommen auch Bürger zu uns ins Büro und sind irritiert“, sagt Senner, der noch einmal die Entfernung der Sandsteinmauer im östlichen Bereich des Ufers in Frage stellt. Vielen sei auch nicht klar, wie viele der großen Platanen in Ufernähe weichen müssten und wie sich die neue Topografie des Geländes auswirke. Bestätigt sah sich Senner in dieser Einschätzung auch nach den jüngsten Baustellenführungen im Rahmen des Frühlingsfests der Landesgartenschau GmbH am Sonntag. „Viele hatten die Mauer noch gar nicht von unten gesehen.“

„Was bringt die Landesgartenschau den Bürgern?“

Vor diesem Hintergrund will auch „Futur“ noch einmal einen Spaziergang über das künftige Parkgelände anbieten, aber auch zum Standort des neuen Parkhauses und des Pflanzenhauses. Dies sei ganz im Sinne der eigenen Vereinsziele, als Informationsplattform zu fungieren, Diskussionsrunden zu initiieren und bei Bedarf „konstruktive Kritik“ zu üben. „Wir wollen nicht als Besserwisser auftreten“, betont Johann Senner ganz explizit: „Wir wollen lediglich Fragen stellen, die wir und andere Bürger noch nicht für ausreichend beantwortet halten.“ Im Vordergrund gelte es auch die Frage zu beantworten: „Was bringt die Landesgartenschau den Bürgern?“

Als kleinen Erfolg der eigenen Initiative sieht der 2010 gegründete Verein die Tatsache, dass bei der Planung des neuen Wohngebiets am Hildegardring nun erstmals ein „mobiler Gestaltungsbeirat“ der Architektenkammer Baden-Württemberg einbezogen werde, wie dies „Futur“ empfohlen hatte. Mit der Beauftragung der Baugenossenschaft Überlingen (BGÜ) als Projektträger beschloss der Gemeinderat 2015 zugleich, im Zuge der Planung den mobilen Gestaltungsbeirat hinzuzuziehen. Für „Futur“ ist dies ein wichtiger Schritt, „um die hohe Qualität und Aktualität des Themas bezahlbarer Wohnungsbau in einem geplanten Wohnquartier zu optimieren und zu sichern“, wie Johann Senner betont. Mehrfach hatte „Futur“ das Thema auf die Tagesordnung gebracht, über die Umsetzung eines festen Beirats in Konstanz berichten lassen und die mobile Variante im Rahmen eines Vortrags vorgestellt. Vielleicht sei dies ja sogar ein erster Schritt zu einem fest installierten Beirat. Zumindest wäre er in Überlingen an vielen Stellen gefordert.

Statt nur über Verkehr würde „Futur“ lieber über „Lebensqualität“ diskutieren. Was wohl miteinander zusammenhängt, jedoch einen anderen Fokus in den Mittelpunkt stellt. Die Luftbelastung macht dem Verein Sorgen, da damit ein möglicher Verlust des Prädikats „Kneippheilbad“ einhergehe, das Überlingen schon seit 1955 und als einzige Stadt in Baden-Württemberg trägt.

Präsidium und Programm

Noch breiter aufgestellt als bisher ist das Präsidium von „Futur“ nach der Versammlung. Neben Johann Senner gehören nun Ulrich Bielefeld, Klaus König, Kristin Müller-Hausser, Gerhard Metzger, Burkhardt Römer und Peter Epinatjeff der Führungsriege an. Die Finanzen des inzwischen 77 Mitglieder starken Vereins verwaltet weiterhin Wolfgang Waibel, Kassenprüfer ist Raimund Wilhelmi. Schriftführerin und Fotograf sind Johanna Baumstark und Alexander Rohe. Als Beisitzer fungieren Marion Merkelbach, Robert Böhler, Jörg Bohm, Gerhard Hauber, Hartmut Hueber, Haro Kraus, Uwe Negrassus, Thomas Pross, Jörg Stocker, Antje Sudrow und Günter Görlach.

Fest geplant im Verlauf der nächsten Monate sind schon einige Vorträge und Themen. Zu Gast sein werden unter anderem Markus Müller aus Meckenbeuren, Vorsitzender der Architektenkammer Baden-Württemberg, sowie Martin Haas von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Befassen will sich „Futur“ weiterhin mit dem Thema Landesgartenschau und dem Verkehr, der Umsetzung bestehender Beschlüsse, dem Thema „shared space“ in Wohngebieten und der Innenstadt sowie dem Stadteingang Nord nach Fertigstellung der B 31-neu. Die Neuauflage einer Diskussionsrunde mit der Bauverwaltung ist ebenso vorgesehen wie das Tradition gewordene „Picknick in Weiß“ im Stadtgarten.