Der Verkehr fließt munter auf der neuen B 31-Trasse an Andelshofen vorbei, während die Aussaat der Bienenweide auf dem schützenden Drumlin langsam aufgeht. „Wir haben jetzt an manchen Stellen noch etwas nachsäen müssen“, sagt Obstbauer und Stadtrat Hubert Büchele. „Nicht überall haben die Pflanzen gekeimt.“

Aktion im Frühling: Andreas Hertrich, Hubert Büchele und Joachim Schäuble haben mit einem Trupp an Helfern den Schallschutzhügel an der B 31-neu eingesät.
Aktion im Frühling: Andreas Hertrich, Hubert Büchele und Joachim Schäuble haben mit einem Trupp an Helfern den Schallschutzhügel an der B 31-neu eingesät. | Bild: Stef Manzini

Auf die Frage, ob es mit der neuen Trasse merklich lauter geworden ist, oder ob der planmäßig errichtete Wall und der zusätzlich Hügel als Barriere wirken, zögert Büchele: „Man hört ja nicht ständig bewusst hin. Doch im Oberdorf ist der Verkehr je nach Windrichtung schon deutlicher wahrzunehmen.“

Noch nicht abgeschlossen

Allerdings sind die zusätzlichen Maßnahmen, zu denen das Dorf die Zustimmung der Stadt gegen große Widerstände abgerungen hat, noch nicht abgeschlossen.

Zwar genügen die Lärmschutzwälle den gesetzlichen Vorgaben und sollten nach den Berechnungen der Schallspezialisten auch ausreichen, doch wollte Andelshofen noch eine Schippe drauflegen und auch die Erdhügel an der Auffahrt in Richtung Neuweiher erhöhen. Verwendet werden soll dazu unter anderem der Erdaushub von den Baugruben der Baugenossenschaft Überlingen an der Anna-Zentgraf-Straße.

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Allerdings muss auch dieser Erhöhung vom Regierungspräsidium in Ergänzung des Planfeststellungsbeschlusses erst noch genehmigt werden. „Da warten wir schon seit einigen Monaten darauf“, sagt Joachim Schäuble, Sprecher der Dorfgemeinschaft Andelshofen. Spätestens Anfang kommenden Jahres, wenn der zweite Bauabschnitt der BGÜ begonnen werde, fielen die Erdmassen an und könnten hier wieder sinnvoll genutzt werden.

Mauert sich Andelshofen ein?

Dass sich Andelshofen mit den Schutzwällen geradezu einmauert und die kleine ländlich Perle hinter den Hügeln versteckt, glaubt Joachim Schäuble nicht. „Wir haben ja sowieso keine Sicht auf Bodensee und Berge“, sagt er und den Anblick der Autokolonnen sei wenig erquicklich. „Andelshofen blickt vor allem auf das Einkaufszentrum, den Burgberg und die Straße.“

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Der solitäre Hügel im Brennpunkt der Ein- und Ausfahrt könne dagegen künftig als Bereicherung wahrgenommen werden. „Wenn die Bienenweide hier aufblüht, können sich viele daran erfreuen“, sagt Joachim Schäuble. Und Hubert Büchele hat schon erstes Insektenleben entdeckt. „Das ist auch ein kleiner Beitrag zur Biodiversität“, findet er.