Die Landesgartenschau (LGS) inhaltlich zu bereichern ist das Ziel der Gruppe Idealisten, wie Siegmund Kopitzki, viele Jahre Kulturredakteur im Feuilleton des SÜDKURIER, sich und seine Mitstreiter nennt. „Wir haben ein Programm entwickelt, das sich sehen lassen kann“, sagt Kopitzki. „Wir hoffen, mit den verschiedenen Referenten auch verschiedenes Publikum zu erreichen.“

Wochenenden mit Vorträgen im Mai, Juni und Oktober

Ebenfalls an der Organisation beteiligt ist Françoise Wilhelmi-de Toledo. Sie sagt: „Wir hatten den Eindruck, es fehlt etwas.“ Oswald Burger fügt hinzu: „Etwas Spirituelles.“ Als sich die Verantwortlichen das Konzept überlegt haben, hätten Spannungen und eine skeptische Stimmung in der Stadt geherrscht, dem sie etwas entgegensetzen wollten. Der Kreis traf sich daraufhin häufiger und entwickelte ein eigenständiges Begleitprogramm für die LGS. Für drei Wochenenden im Mai, Juni und Oktober haben sie Vorträge, Lesungen und Diskussionen organisiert, alle nach dem Motto „Das Grün: Der dritte Schöpfungstag“.

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Bei der Vorstellung der Symposien, wie die Gruppe die Wochenenden nennt, fasst Benediktiner Jakobus Kaffanke die Intention zusammen: Der Schöpfungsgeschichte zufolge sei das Grün am dritten Tag auf dem Planeten eingezogen, also vor den Tieren und Menschen. An diesem Punkt seien sich Bibel und Evolutionstheorie einig. „Der Garten gehört zu den ersten Kulturleistungen des Menschen“, betont der Theologe. Kopitzki ergänzt: „Es geht uns um eine kulturgeschichtliche Aufarbeitung des Themas.“

Garten im Alten Ägypten ist Thema am ersten Vortrags-Wochenende

Der erste Teil der Veranstaltungsreihe im Mai trägt den Titel „Der Garten in Theologie, Religion und Naturwissenschaften“. Dabei geht es um den Garten im Alten Ägypten sowie Missverständnisse, die nach Meinung der Gruppe, in der Evolutionstheorie auftreten. Das erste Wochenende endet mit einem interaktiven Vortrag von Monika Griefahn, Mitbegründerin von Greenpeace, zum Thema „Greta und der Papst: die Verantwortung für Klima und Schöpfung in der Zeit des Anthropozän“.

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Im Juni steht der Garten in Religion und Kunst im Mittelpunkt. So wurde Maria im Mittelalter mit viel Symbolik von Rosen umrankt dargestellt. Otto Dix malte im Jahr 1945 als Kriegsgefangener Madonna, die von den Dornen des Stacheldrahts umgeben ist. Zudem wird die Rosenmystik bei Heinrich Seuse thematisiert. Oswald Burger erklärt bei seinem Vortrag, warum die Geschwister Scholl ihren Widerstand „Weiße Rose“ nannten.

Autor Martin Mosebach liest aus seinem neuem Buch

In den Garten der Literatur begibt sich die Reihe im Oktober. Herausgeber und Lektor Volker Michels spricht in einem Vortrag über den Garten von Herrmann Hesse. Stolz sind die Veranstalter nach eigenen Angaben darüber, dass sie den mehrfach ausgezeichneten Autor Martin Mosebach für einen Vortrag gewinnen konnten. Er liest aus seinem erst im Herbst erscheinenden Buch „Krass“.

Mit Dauerkarte ist Eintritt kostenlos

Die Veranstaltungsreihe ist ein eigenständig organisiertes Angebot, das ohne öffentliche Förderung auskommt und sich über private Spenden finanziert. Die LGS ist Kooperationspartner und beteiligt sich an den Kosten. Im Gegenzug erhalten alle, die eine Dauerkarte für die LGS haben, freien Eintritt zu den Vorträgen.

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