Bereits vor seinem Auftritt kann man Django Asül in einem orangefarbenen Sweatshirt, die Gegend erkunden sehen. Auf den Zuruf "ob er schon gerichtet sei", antwortet er schlagfertig, "bis um Acht habe ich noch Urlaub." Dann steht sein Auftritt mit dem Programm "Die letzte Patrone" bei "Kultur am Kapuziner" auf dem Programm. Die Bühne betritt der Kabarettist in Jeans, T-Shirt und einem grauen Jackett. Er verrät dem Publikum, dass er bereits seit ein paar Tage Urlaub am Bodensee mache. "Ich bin von Lindau hierher gefahren. Doch an einem Freitagabend wäre ich zu Fuß wohl genauso schnell gewesen."

Scherze mit Lokalkolorit

Mit lockeren Scherzen und Erkenntnissen über Überlingen, Friedrichshafen und Sipplingen, sammelt er sogleich Pluspunkte beim Publikum. Er verrät, dass er zuerst das Franziskanertor sehen wollte. "Wegen dem Bier", fügt er hinzu und nimmt einen Schluck vom bereitgestellten Glas. Auch zum Glaspavillon, der in diesem Jahr als Ersatzspielstätte für die baufällige Kapuzinerkirche dient, äußert sich Django Asül: Der Bau im schönen "mondänen Überlingen" erinnere ihn an die neu fertiggestellte Elbphilharmonie in Hamburg.

Zudem plaudert er über seinen Stammtisch in Hengersberg, und den dort stattfindenden "tief schürfenden Gesprächen", wie "montags diskutieren wir über die Lottozahlen". Er berichtet über seine Eltern, seine zwei sehr begabten Nichten und von Hans, den man jeden Nachmittag beim Zeitungslesen treffen könne. Die Probleme Europas erklärt er anhand der griechischen Mythologie und lässt dabei immer wieder Weisheiten vom Hengersberger Stammtisch mit einfließen. "Wenn Europa ein Sternzeichen wäre, dann wär's ein Rindvieh mit Aszendenten Volldepp." Dadurch werden auch prekäre Themen in heitere Szenen verpackt, die oft für einen lauten Lacher beim Publikum sorgen.

Zuschauer sind glücklich

"Es war aktuell und lustig. Es hat uns sehr gut gefallen," sagen Sigried und Wilfried Härtner aus dem Raum Tübingen. "Wir haben ihn schon oft live gesehen. Toll war der Einstieg mit Überlingen", finden Monika Boll und Wolfgang Frey aus Überlingen.