Wegen der neuen Herausforderungen mit den Flüchtlingen hat Überlingen Verantwortung zu übernehmen. Damit sind die Verwaltung, der Gemeinderat und auch die Bürger gemeint. Die Demokratie ist unser höchstes Gut und sie lebt von unterschiedlichen Meinungen und von der Diskussion. Umso schlimmer ist es, dass die beiden wichtigen Diskussionen zur Flüchtlingsunterbringung am Montag jeweils zu scheitern drohten. Sowohl das Gespräch mit der Interessengemeinschaft als auch die Bürgerinformation standen kurz auf der Kippe.

 

In der einen Diskussion drohte die Stadt, das Gespräch zu beenden, in der anderen Diskussion brauchte es Emotionen und eine starke Stimme. Beides stimmt nicht nur sehr nachdenklich, beides macht auch Angst. Die jüngsten Wahlergebnisse sind noch immer aktuell, und das war nicht nur der Ausdruck der Protestwähler gegen die Flüchtlingspolitik, sondern auch gegen die etablierte Politik. Die Verwaltung hat sich somit kritisch zu fragen, ob sie alles richtig und zeitnah unternommen hat. Auch der Gemeinderat hat sich kritischen Fragen zu stellen. In Uhldingen-Mühlhofen hatte der Gemeinderat den Mut, Bauanträge wegen der hohen Anzahl von zu erwartenden Flüchtlingen abzulehnen. Auch die Bürger müssen sich fragen, ob sie nicht doch helfen können. In Überlingen stehen viele Wohnungen leer. Überlingen muss zusammenrücken, um Platz für unsere neuen Nachbarn zu schaffen. Die kommen auf alle Fälle und ihnen wird ein gutes Ankommen ermöglicht werden. Dazu dürfen kritische Fragen gestellt werden, die auch ehrliche Antworten verdienen. Aber eines geht gar nicht: Emotionen, lautstarkes Auftreten und mit dem Abbruch von Gesprächen zu drohen. Das ist genau das, was wir gerade jetzt nicht brauchen.

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