Die architektonische Idee für den Bau von Pflanzenhaus und Parkhaus überzeugte: Beide Gebäude sollten eine optische Einheit bilden, beide mit stabilen Balken gebaut und doch eine leichte Erscheinung. Hier das begrünte Parkhaus, da das Grün, das aus dem Pflanzenhaus leuchtet. Die Idee von der optischen Einheit war so bestechend, dass sie einem Hamburger Büro den 1. Preis in einem von der Stadt Überlingen ausgelobten Wettbewerb bescherte.

Die Entscheidung im Wettbewerb liegt jetzt zweieinhalb Jahre zurück, das Parkhaus wird demnächst gebaut. Und beim Pflanzenhaus, über das vor dem Bürgerentscheid in Überlingen leidenschaftlich diskutiert wurde, steht man wieder ganz am Anfang einer Planung, über die weder der verantwortliche Architekt, noch die Öffentlichkeit informiert wurden. Es wird interessant sein zu erfahren, wer hier was entschieden hat und wie die Alternative aussehen soll. Die neuen Ideen von Walter Sorms, der gedanklich schon im neuen Glashaus sitzt, hören sich ja vernünftig an. Die Bürger wollen aber mitgenommen und für die Gartenschau begeistert werden. Diesbezüglich liegen hier noch Chancen vergraben. Im Nachhinein drängt sich auch der Eindruck auf, dass der Architektur-Wettbewerb in seiner Verbindung beider Häuser falsch angelegt war. Denn optische Fragen, die jetzt nichts mehr gelten, wurden damals offensichtlich überbewertet.