Den Planeten schützen, sich um die Umwelt kümmern, achtsam mit der Erde umgehen: Spätestens seit Beginn der „Fridays for Future“-Bewegung ist deutlich geworden, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene das Thema Umweltschutz umtreibt. Auch bei den Schülern der Jörg-Zürn-Gewerbeschule ist das so.

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Die Schule ist seit 1988 anerkannte Projektschule der Unesco, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. In den vergangenen Wochen haben sich die Schüler auf Initiative der Unesco-Arbeitsgemeinschaft intensiv untereinander über das Thema Umwelt ausgetauscht, haben Gespräche geführt und Referate erarbeitet. So sind die Schüler zum Teil zu neuen Erkenntnissen gekommen.

Gespräche führen zu Umdenken

Wie die Schüler Justus Trautmann, Jannik Braunwarth und Dennis Causevic erzählen, sei ihnen erst durch die Gespräche mit den Mitschülern klar geworden, wie wichtig es sei, regional zu kaufen und die Bauern vor Ort zu stärken, die sich auch für Nachhaltigkeit und für eine Pflege der Natur einsetzen. Des Weiteren können so die Kosten für den Import von Lebensmitteln vermieden werden. Bisher, sagen die drei einvernehmlich, seien sie nicht bereit gewesen, für die meist teureren regionalen Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Das habe sich nun geändert.

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Mobilität der Zukunft: Gibt es Alternativen zum Elektroauto?

Eine ähnliche Erkenntnis haben Tim Seuble und Dennis Wagner gewonnen – wenn auch auf einem anderen Gebiet: Sie haben sich intensiv mit dem Thema Elektromobilität auseinandergesetzt und mit der Frage, was es für Alternativen gibt. Denn nicht alle sehen in dieser Technologie die Zukunft der Mobilität, Kritik wird vor allem an der Entsorgung der Batterien geübt. Ein Ergebnis ihrer Recherchen lautet jedoch: „Wir haben festgestellt, dass es zur Elektromobilität nicht wirklich sinnvolle Alternativen gibt“, wie Tim Seuble erzählt. „Von der Umweltschädlichkeit her sind sie in etwa relativ gleich und alle sind leider auch extrem teuer.“ Wenn er die finanziellen Möglichkeiten hätte, würde er sich einen Elektroroller kaufen. Momentan fahre er ein Motorrad.

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Kritik an umweltschädlicher Schifffahrt

Dennis Wagner erklärt, er finde es auch deshalb wichtig, in Elektroautos zu investieren, weil seiner Ansicht nach nur dann eine Grundlage da sei, um weiterzuforschen. Vesna Vesovic nennt einen ganz anderen Punkt, der ihr in Bezug auf Elektroautos wichtig ist: Die junge Frau betont, sie ärgere sich darüber, wenn in Deutschland Autoteile produziert, nach China verschifft, dort zusammengebaut und dann wieder zurückgebracht würden. „Da bauen sie umweltfreundliche Elektroautos, aber machen durch die umweltschädliche Schifffahrt alles wieder kaputt.“ Das sei jedoch etwas, bei dem die Überlinger Schüler nicht viel ausrichten können – ganz im Gegensatz zu anderen Dingen.

„Man muss nicht alles wegschmeißen“

„Es fängt im Kleinen an“, sagt Vesna Vesovic. „Ich finde, man sollte nicht so viel Essen verschwenden. Wenn ich zu Hause koche, hebe ich die Reste auf und friere sie eventuell ein.“ Da die Tiefkühltruhe ohnehin laufe, sei das auch keine zusätzliche Umweltbelastung. Wichtig ist ihr auch: „Nicht alles, was abläuft, ist kaputt. Das muss man nicht gleich wegschmeißen. Es gibt so viele Menschen, die auf der Straße leben – ich finde auch, dass die Regierung das Containern legalisieren sollte.“

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Lois Maxutow findet es wichtig, vom perfektionistischen Denken hinsichtlich des Aussehens der Lebensmittel wegzukommen: „Denn perfekt wird das Gemüse ja nur durch die Düngemittel und das schadet dann zum Beispiel wieder den Bienen.“

Verzicht auf Verpackungen als einfache Maßnahme

Nina Lohse rät dazu, mit Essen sparsam zu sein. Sie wünscht sich konkret, dass in der Stadt mehr Blühflächen angelegt werden und der öffentlichen Anbau von Gemüse gestattet wird. Besonders wichtig ist für sie, bei der Verpackung zu sparen. Das sei ihrer Ansicht nach eine einfache Maßnahme, mit der jeder zum Umweltschutz beitragen könne.

Wie der Nahverkehr attraktiver werden könnte

Die 17-Jährige erzählt weiter, für sie sei es selbstverständlich, vorzugsweise den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) oder das Fahrrad zu nutzen, als mit dem Auto zu fahren. Sie wünsche sich, dass der ÖPNV billiger und Flugreisen sowie Kreuzfahrten teurer werden. Und sie hat noch eine andere Idee: „Wenn jeder monatlich 50 Euro für den ÖPNV zahlen müsste, würden die Leute sicher öfter fahren – weil sie das Geld dann ja ohnehin ausgeben würden.“

Die Gedanken der Schüler zum Thema Umwelt- und Klimaschutz

  • Justus Trautmann, 19: „Plastiktüten verwende ich schon immer mehrfach, so bin ich großgezogen worden, das ist für mich selbstverständlich. Ich möchte in Zukunft noch mehr regional einkaufen. Und ich würde mir wünschen, dass auf den Schuldächern mehr Fotovoltaikanlagen angebracht werden.“
  • Jannik Braunwarth, 18: „Ich finde es wichtig, bei den Lebensmitteln auf Importe zu verzichten. Das braucht viel zu viele Rohstoffe, um die Lebensmittel hierherzubringen. Ich will künftig mehr regional einkaufen, auch, um die regionale Landwirtschaft zu fördern. Ein Bauer hat mir erzählt, dass die Bauern durch die Zwischenhändler viele Verluste machen und oft mit einem Minus rausgehen. Bisher war ich nicht bereit, so viel regional einzukaufen, weil es teurer ist. Das will ich nun aber ändern.“
  • VesnaVesovic, 19: „Man sollte nicht so viel Essen verschwenden, in Restaurants eher kleinere Portionen bestellen und mitnehmen, was man nicht aufisst. Wenn ich zu Hause etwas koche, hebe ich die Reste auf und friere sie eventuell ein. Was mich auch ärgert ist, dass in Deutschland Autoteile produziert, nach China verschifft, dort zusammengebaut und dann wieder zurückgebracht werden. Da bauen sie umweltfreundliche Elektroautos, aber machen durch die umweltschädliche Schifffahrt alles wieder kaputt.“
  • Dennis Wagner, 17: „Wir haben festgestellt: Auch, wenn die Technik noch nicht ganz ausgereift und es wegen der Batterien nicht unschädlicher für die Umwelt ist, ist es richtig, Elektroautos zu kaufen, einfach deshalb, damit Gelder für die Forschung reinkommen.“
  • Tim Seuble, 17: „Wir haben festgestellt, dass es zur Elektromobilität nicht wirklich sinnvolle Alternativen gibt. Von der Umweltschädlichkeit her sind sie in etwa relativ gleich und alle sind leider auch extrem teuer. Ich habe ein Motorrad und würde sofort auf Elektromobilität umstellen, wenn ich die Wahl hätte – mir fehlen dazu aber leider die finanziellen Möglichkeiten.“
  • Nina Lohse, 17: „Meine Tipps für den Umweltschutz? Rad statt Auto fahren, den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, da würde ich mir wünschen, dass der ÖPNV billiger wird. Gut fände ich auch, wenn Kerosin besteuert würde. Fliegen sollte teurer und Kurzstreckenflüge verboten werden.“