Es bleibt bei einer reinen Sporthalle. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, die Pläne zum Bau einer neuen Halle auf dem Schulcampus auf eine Sporthalle hin zu konzentrieren – allerdings mit größerer Tribüne als bisher vorgesehen, so dass bis zu 400 Besucher bei Sportveranstaltungen in der Halle Platz fänden. Die Pläne bisher sahen aus Kostengründen eine Beschränkung auf bis zu 199 Besucher vor, was wiederum ein Rückschritt zur alten Turnhalle gewesen wäre. Denn die Sankt-Johann-Halle, die seit April 2013 gesperrt war und 2015 abgerissen wurde, sei von bis zu 500 Besuchern frequentiert worden, erfuhr die Stadt zuletzt von Vereinen und Schulen. Das seien "erschütternde Erkenntnisse", kommentierte Baubürgermeister Matthias Längin, der 2014 ins Amt kam, also erst nach der Hallenschließung. Man müsse froh sein, dass damals nichts passierte, rechtlich gesehen sei die alte Halle für so viele Besucher nicht ausgelegt gewesen.

Es ärgere ihn, sagte auch Oberbürgermeister Jan Zeitler, dass die Flächengrundlagen nicht stimmten, und damit auch die Kostenkalkulation nicht. Nötig sei nach heutiger Erkenntnis eine 4,8-Feld-Sporthalle mit einer Tribüne für bis zu 400 Besucher. Es wäre in seinen Augen "ein Treppenwitz", wenn sich nach der Eröffnung der Halle herausstellen würde, dass Sportveranstaltungen mit mehr als 200 Zuschauern nicht möglich sind. Die genauen Kosten für eine größere Halle können nach der Entscheidung des Rates, in die Planung einzusteigen, jetzt ermittelt werden. Wie Stadtkämmerer Stefan Krause sagte, seien 17 Millionen Euro für den Bau in den Haushaltsplan 2017 schon eingestellt worden, rund 6 Millionen mehr als auf der alten Grundlage kalkuliert. Belastbare Zahlen werde er im Mai nennen können.

Erwägungen der Stadtverwaltung, über den Bau einer Mehrzweckhalle nachzudenken, gerieten angesichts dieser Zahlen in der Ratssitzung am Mittwoch in den Hintergrund. Zumal Bürgermeister Längin mitteilte, dass bei einer Erweiterung auf eine Mehrzweckhalle mit bis zu 1200 Zuschauern weitere Mehrkosten von 25 bis 30 Prozent zu erwarten seien. OB Zeitler hatte darum gebeten, das Thema zu diskutieren. "Denn wir stehen an einem Scheideweg." Wobei er schon bei der Einführung des Themas darauf hinwies, dass ein Ausbau zu einer Mehrzweckhalle einen finanziellen Kraftakt darstelle und "wir in der jetzigen Situation schon froh sind, wenn wir eine Sporthalle mit 400 Zuschauern finanziell tragen können".

Gemeinderat Lothar Thum (ÜfA/Freie Wähler-Fraktion) sagte, dass das Projekt unter Zeitdruck stehe. Die Schulen müssten seit dem Abriss der Sankt-Johann-Halle ohnehin schon zu lange mit Provisorien leben. "Wir müssen in die Pötte kommen", sagte auch Günter Hornstein (CDU). Grundsätzlich bedauere er aber, "dass wir nicht die Mittel und die Zeit dazu haben, den Bau einer Mehrzweckhalle zu untersuchen."